Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Immobilien & Wohnen > Immobilienmarkt >

Teure Mieten: Millionen Deutsche durch Wohnkosten in prekärer Lage


Teure Mieten  

Millionen Deutsche durch Wohnkosten in prekärer Lage

04.08.2021, 10:24 Uhr | fls, dpa-AFX

Teure Mieten: Millionen Deutsche durch Wohnkosten in prekärer Lage. Ein Altbau in Berlin (Symbolbild): Wohnungen in Häusern wie diesem sind für viele Menschen unerschwinglich. (Quelle: imago images)

Ein Altbau in Berlin (Symbolbild): Wohnungen in Häusern wie diesem sind für viele Menschen unerschwinglich. (Quelle: imago images)

Wohnen wird in zahlreichen deutschen Städten immer teurer. Die Folge: Viele Menschen geraten in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Eine neue Studie zeigt jetzt, wer besonders betroffen ist.

Fast 1,1 Millionen Haushalten in Deutschland bleibt einer Studie zufolge nach Abzug der Miete weniger als das Existenzminimum zum Leben übrig. Damit seien fast 13 Prozent der Mieterhaushalte in deutschen Großstädten in einer prekären wirtschaftlichen Lage, heißt es in einer Studie, die die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung bei der Berliner Humboldt-Universität beauftragt hatte. Insgesamt leben in den betroffenen Haushalten rund 2,1 Millionen Menschen.

Besonders stark betroffen sind der Studie zufolge Haushalte von Alleinerziehenden. In dieser Gruppe bleibe einem guten Viertel nur ein Resteinkommen unterhalb des Existenzminimums.

"Die Wohnverhältnisse sind nicht nur Ausdruck, sondern selbst Faktor der sozialen Ungleichheit in unseren Städten. Die ohnehin schon bestehende Einkommenspolarisierung wird durch die Mietzahlung verstärkt", urteilten die Forscher. Mieterhaushalte der höchsten Einkommensklasse hätten vor Abzug von Warmmiete und Nebenkosten im Mittel 4,4 Mal so viel monatliches Nettoeinkommen wie die Haushalte der niedrigsten Klasse.

Mieten steigen vor allem in den Großstädten

Nach Zahlung der Bruttowarmmiete steige der Faktor auf das 6,7-fache. Denn ärmere Haushalte müssten einen weit überdurchschnittlichen Anteil ihres Einkommens fürs Wohnen aufwenden, obwohl sie auf deutlich weniger Wohnraum in schlechter ausgestatteten Wohnungen lebten. "Wohnen kann arm machen", resümierten die Forscherinnen und Forscher.

Die Mietpreise steigen in Deutschland vor allem in den Großstädten und Ballungsräumen, etwa in Berlin, Köln oder München. Hintergrund dafür ist einerseits der Zuzug neuer Einwohner, bei dem der Neubau nicht mithält: Das Angebot an Wohnraum reicht deshalb für die steigende Nachfrage nicht aus.

Andererseits treibt die andauernde Nullzins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) die Immobilienpreise und damit auch die Mieten nach oben. Da Kredite billig sind und die Inflation gleichzeitig die Mini-Zinsen fürs Sparen auffrisst, kaufen immer mehr Menschen Häuser oder Mietwohnungen auf Pump als Geldanlage – und refinanzieren ihren Kredit über steigende Mieten.

Viele Deutsche bei Wohnkosten überlastet

Auch das Statistische Bundesamt hatte unlängst die Belastung der Haushalte durch Wohnkosten analysiert. Nach seinen Daten lebten im Jahr 2019 knapp 14 Prozent der Bevölkerung (rund 11,4 Millionen Personen) in Haushalten, die von hohen Wohnkosten finanziell überlastet waren.

Eine Überbelastung bei Wohnkosten sieht die Behörde, wenn ein Haushalt mehr als 40 Prozent des verfügbaren Einkommens für das Wohnen ausgibt – unabhängig davon, ob die Betroffenen zur Miete oder in den eigenen vier Wänden leben und etwa einen Kredit abzahlen. Laut Destatis ist die Überbelastungsquote seit 2014 leicht gesunken.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa-AFX

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Media Markttchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: