Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Immobilien & Wohnen >

Solaranlagen auf Ertrag überprüfen

Solaranlagen auf Ertrag überprüfen

10.04.2012, 12:06 Uhr | dpa-tmn, AFP, t-online.de

Solaranlagen auf Ertrag überprüfen. Besitzer sollten die Effizienz ihrer Solaranlage regelmäßig prüfen (Quelle: dapd)

Besitzer sollten die Effizienz ihrer Solaranlage regelmäßig prüfen (Quelle: dapd)

Besitzer von Solaranlagen sollten regelmäßig prüfen, wie viel Strom oder warmes Wasser tatsächlich produziert wird. "Fällt der Ertrag geringer aus als prognostiziert, sollte der Anlagenbesitzer Ursachenforschung betreiben", rät Thomas Weber vom Verband Privater Bauherren (VPB) in Fulda.

Bis zu drei Stromzähler

Die Produktion einer Photovoltaik-Anlage lässt sich durch Ablesen der verschiedenen Stromzähler überprüfen. "Häuser mit Photovoltaik-Anlagen und mechanischen Stromzählern haben zwei oder drei Stromzähler", erläutert Klaus Jung, Geschäftsführer des Fachverbands Installationsgeräte und -systeme beim Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) in Frankfurt. Er zählt auf: "Einen Bezugszähler für den immer noch notwendigen Strom vom Energieversorger und einen Photovoltaik-Zähler, der die gesamte erzeugte Strommenge misst." Wird der Strom weitgehend selbst in der Immobilie genutzt, halte ein dritter Zähler fest, wie viel Ökostrom daneben von der Photovoltaik-Anlage noch in das öffentliche Netz gelangt und vergütet werden muss.

Statt klassischer Stromzähler mit rotierender Scheibe und Ziffernanzeige sind laut Jung seit Januar 2010 intelligente Stromzähler bei Neubauten Pflicht. Das gleiche gilt für Altbauten, wenn es dort größere Renovierungen gegeben hat. Je nach Art der Installation im Gebäude und Gegebenheiten beim Stromversorger könne hier der Stromertrag sogar per Computer online im Auge behalten werden.

Oft keine Wärmemengenzähler

Solarthermische Anlagen zur Warmwassererzeugung und Heizungsunterstützung geben ihren Ertrag nicht ganz so einfach preis. "Die wenigsten alten Anlagen sind mit Wärmemengenzähler ausgestattet und der Betreiber sieht bestenfalls in den Sommermonaten, ob die Anlage tatsächlich wie angegeben den gesamten Warmwasserbedarf decken kann", erklärt Matthias Wagnitz vom Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima in Potsdam. Bei neueren Anlagen sei in der Regel aber ein Wärmemengenzähler vorhanden, an dem der Ertrag abgelesen werden kann.

Ein enttäuschender Ertrag kann auf äußere Faktoren wie ein für die Jahreszeit und Region ungewöhnlich schlechtes Wetter zurückzuführen sein. Die Ursache können laut Weber aber auch in einer fehlerhaften Annahme bei der Planung liegen. So könne der Planer beispielsweise Verschattungen der Anlage durch Bäume, andere Häuser, Berge oder Schornsteine übersehen haben. Dies mindere den Ertrag erheblich.

Angebote und Erträge vergleichen

Eine Reparatur der Photovoltaik-Anlage löst im Fall einer Fehlplanung das Problem nicht. Um auf der sicheren Seite zu sein, empfiehlt VPB-Specher Weber Bauherren, schon bei der Planung mindestens drei vergleichbare Angebote mit baugleichen Modulen einzuholen. Sind die errechneten Erträge der Anbieter vergleichbar, spreche dies für die Richtigkeit der Planung und der Berechnung.

Daneben können nach VPB-Angaben auch technische Fehler vorliegen, etwa ein falsches Verkabeln der Komponenten oder defekte Wechselrichter. Es könne auch sein, dass die Paneele während des Transports nicht richtig gelagert oder während der Bauarbeiten beschädigt wurden, etwa weil sie umgefallen oder Monteure darauf getreten sind. Nicht immer sieht man den Schaden dann auch gleich, sondern entdeckt ihn erst viel später: Defekte Solarzellen liefern deutlich weniger Energie als vorausberechnet, und die Rentabilität der Anlage sinkt.

Auf richtige Anbindung an die Heizung achten

Ein anderes Problem kann bei Solarthermie-Anlagen auftreten: "Wenn eine Solarthermie-Anlage neben der Warmwasserbereitung auch noch die Heizung unterstützt, reicht die korrekte Installation des Solarmoduls allein nicht aus", sagt Wagnitz. Es muss auch die Heizungsanlage optimiert werden. Sie sollte so ausgelegt werden, dass der Vorlauf der Heizung mit sehr niedrigen Temperaturen betrieben werden kann.

Dann könne in Übergangszeiten wie Frühling oder Herbst die Heizung ohne Unterstützung des Heizkessels betrieben werden. Auch ein hydraulischer Abgleich sei sinnvoll.

Solaranlagen richtig versichern

Auch auf die Versicherung der Solaranlage sollten Bauherren achten. Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen gelten baulich gesehen als ein Bestandteil des Gebäudes. "Deshalb sind sie normalerweise in die Gebäudeversicherung mit aufgenommen", sagt Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin. Die Anlage müsse aber dem Wohngebäudeversicherer gemeldet werden.

Schäden, die durch Sturm, Hagel, Feuer, Blitz und Leitungswasser entstehen, seien dann abgedeckt. Für die Solaranlage könne auch eine gesonderte Versicherung zur Deckung aller Sachschäden abgeschlossen werden. In dieser Versicherung sei in der Regel ein Nutzungsausfall mitversichert.

Immer mehr Solarstrom in Deutschland

Die Solarstrom-Produktion in Deutschland ist in den ersten drei Monaten 2012 um mehr als 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal gestiegen. Von Januar bis März seien mit Hilfe der Sonne etwa 3,9 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt worden, sagte ein Sprecher des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW). Das entspreche etwa dem Stromverbrauch von vier Millionen Haushalten. Im ersten Quartal des Vorjahres hatten Solaranlagen den Angaben zufolge noch rund 2,8 Milliarden Kilowattstunden erzeugt.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deMadeleine
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Immobilien & Wohnen > Energie

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: