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Indexmiete – Wenn die Verbraucherpreise die Miete bestimmen


Mietvertrag  

Indexmiete – Wenn die Verbraucherpreise die Miete bestimmen

20.08.2018, 18:07 Uhr | sm, t-online.de

Indexmiete – Wenn die Verbraucherpreise die Miete bestimmen. Wohnungen in Berlin-Kreuzberg: Bei einer Indexmiete orientiert sich die Miete an der Preisentwicklung in Deutschland. (Quelle: Getty Images/Nikada)

Wohnungen in Berlin-Kreuzberg: Bei einer Indexmiete orientiert sich die Miete an der Preisentwicklung in Deutschland. (Quelle: Nikada/Getty Images)

Mit einer Indexmiete vereinbaren Vermieter und Mieter die regelmäßige Anpassung der Miete an die allgemeine Preisentwicklung. Andere Mietererhöhungen sind damit im Grunde ausgeschlossen. Für beide Mietparteien hat die Indexmiete Vorteile und Nachteile.

Wer nicht in seinen eigenen Wänden wohnt, zahlt in der Regel eine Miete. Nicht selten treffen Mieter dabei auf Begriffe wie Staffelmiete oder Indexmiete. Wir erklären, was es damit auf sich hat.

Jedes Jahr ist das Geld inflationsbedingt etwas weniger wert als noch ein Jahr zuvor. Um diesen Effekt – aus Sicht der Vermieter – auszugleichen, können Vermieter und Mieter eine Indexmiete vereinbaren. Diese orientiert sich am Verbraucherpreisindex (VPI), früher als "Preisindex für die Lebenshaltung" bezeichnet.

Die gesetzliche Grundlage der Indexmiete bildet der Paragraph 557b Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Dort heißt es: "Die Vertragsparteien können schriftlich vereinbaren, dass die Miete durch den vom Statistischen Bundesamt ermittelten Preisindex für die Lebenshaltung aller privaten Haushalte in Deutschland bestimmt wird (Indexmiete)." Diesen Index veröffentlicht das Statistische Bundesamt in regelmäßigen Abständen.

Verbraucherpreisindex: Der Verbraucherpreisindex bildet die durchschnittliche Preisentwicklung privater Verbrauchsausgaben – aller Waren und Dienstleistungen – ab. Berechnungsgrundlage ist ein exemplarischer Warenkorb, der im Jahr 2010 erstellt wurde.

Grafik Verbraucherpreisindex

Preisentwicklung: Die Grafik zeigt die Entwicklung des Verbraucherpreisindex in Deutschland von 2010 bis zum Juli 2018.  (Quelle: statista)Preisentwicklung: Die Grafik zeigt die Entwicklung des Verbraucherpreisindex in Deutschland von 2010 bis zum Juli 2018. (Quelle: statista)

Die Orientierung am Verbraucherpreisindex unterscheidet die Indexmiete unter anderem von der Staffelmiete, bei der regelmäßige Mieterhöhungen bereits im Mietvertrag festgeschrieben sind. Wird eine Indexmiete vereinbart, so müssen Mieter und Vermieter dies im Mietvertrag festhalten.

Für eine Indexmiete gelten die folgenden Voraussetzungen und Bedingungen:

  • Mieterhöhungen orientieren sich am Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes
  • die Miete wird für jeweils ein Jahr festgeschrieben
  • die Mieterhöhung wird dem Mieter schriftlich angekündigt
  • die Berechnungsgrundlage wird dem Mieter offengelegt
  • andere Mieterhöhungen sind ausgeschlossen
  • Ausnahme: Mieterhöhungen aufgrund gesetzlicher oder behördlicher Vorschriften

Planungssicherheit – Mieterhöhung nur einmal im Jahr zulässig

Trotz steigender Lebenshaltungskosten, die monatlich durchaus unterschiedlich ausfallen können, kann eine Indexmiete höchstens einmal im Jahr erhöht werden. Das heißt, die Miete muss mindestens ein Jahr unverändert bleiben.

Ein gewisser Vorteil für Mieter ist also, dass sie in ihrem monatlichen Budget mindestens 12 Monate lang mit der aktuellen Miethöhe kalkulieren können. Bei Vereinbarung einer Indexmiete sind außerdem andere Mieterhöhungen ausgeschlossen. Der Vermieter kann also nicht mit dem Verweis auf einen gestiegenen örtlichen Mietspiegel die Miete erhöhen.

Eine Ausnahme von der Regel sind Investitionen und Modernisierungen, zu denen der Vermieter gesetzlich verpflichtet ist. Bei solchen Maßnahmen, die für gewöhnlich den Wohnwert steigern, darf er auch zwischendurch die Miete noch einmal erhöhen.

Objektive Grundlage – keine willkürliche Mieterhöhung

Eine Indexmiete bietet Vermietern den Vorteil einer sicheren und objektiven Grundlage, auf der sie die Mietpreise anpassen können. Für beide Seiten ist die regelmäßige Mieterhöhung so nachvollziehbar und führt in der Regel seltener zu Konflikten. Um dies zu gewährleisten, sollten Vermieter aber einige Spielregeln beachten: Auch eine Erhöhung der Indexmiete muss dem Mieter rechtzeitig vorher schriftlich bekannt gegeben werden. Die Inflationsrate und die allgemeine Preisentwicklung, auf der die Mieterhöhung fußt, muss der Vermieter ebenfalls offenlegen. 


Verwendete Quellen:
  • Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz
  • Deutscher Mieterbund (DMB)

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