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Bindehautentzündung: Ist das entzündete Auge ansteckend?

Verklebt und gerötet  

Bindehautentzündung: Ist das entzündete Auge ansteckend?

21.08.2019, 10:41 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de

Bindehautentzündung: Ist das entzündete Auge ansteckend?. Entzündetes Auge: Eine Bindehautentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Augenärzte unterscheiden zwischen der infektiösen und der nicht-infektiösen Bindehautentzündung. (Quelle: Getty Images/ViDi Studio)

Entzündetes Auge: Eine Bindehautentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Augenärzte unterscheiden zwischen der infektiösen und der nicht-infektiösen Bindehautentzündung. (Quelle: ViDi Studio/Getty Images)

Die Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist die häufigste entzündliche Augenerkrankung. Die Ursachen sind vielfältig. Oftmals sind ansteckende Viren der Auslöser. Wie Sie das entzündete Auge am besten behandeln, welche Hausmittel helfen und wann Sie zum Augenarzt müssen.

Das Auge besitzt gute Abwehrmechanismen gegen Krankheitserreger. So helfen Lidschlag und Tränenflüssigkeit, Fremdkörper aus dem Auge zu transportieren. Doch nicht immer ist der Schutzmechanismus stark genug. Trockene Augen beispielsweise schwächen die natürliche Abwehr.

Bindehautentzündung: Ursachen der Entzündung am Auge

Eine Bindehautentzündung kann verschiedene Ursachen haben. Augenärzte unterscheiden zwischen der infektiösen und der nicht-infektiösen Bindehautentzündung. Bei der nicht-infektiösen Bindehautentzündung sind Verletzungen, aber auch Umweltreize der Auslöser, darunter:

  • Staub, Rauch, Abgase
  • Zugluft
  • Sonnenlicht
  • Fremdkörper
  • allergieauslösende Stoffe wie Gräser, Pollen, Tierhaare und chemische Substanzen
  • Bei der infektiösen Bindehautentzündung sind meist Viren und Bakterien die Ursache für das entzündete Auge, seltener Pilze wie Candida und Aspergillus.

Bindehautentzündung: Viren sind der häufigste Auslöser

In den meisten Fällen wird eine Bindehautentzündung durch Viren verursacht, darunter:

  • Adenoviren
  • Masernviren
  • Grippeviren

Virale Bindehautentzündungen sind hoch ansteckend. 

Was ist eine Augengrippe?

Die sogenannte Augengrippe (Kerakonjunktivitis epidemica) wird durch Adenoviren ausgelöst. Der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zufolge können Adenoviren zu einer regelrechten Ausbruchswelle führen. Die Gefahr einer Übertragung beginnt mit den ersten Krankheitszeichen und dauert in der Regel mindestens zwei Wochen an. Selten kann eine Konjunktivitis epidemica auf die Hornhaut übergreifen und zu kurzzeitigen Sehstörungen führen. Dauerhafte Schäden im Sehvermögen bleiben in der Regel nicht zurück. Meist heilt die Augengrippe nach zwei bis vier Wochen folgenlos aus. In der Regel werden die Betroffenen aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr krankgeschrieben.


Ist eine bakterielle Bindehautentzündung ansteckend?

Sind Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken der Auslöser, bildet das Auge einen eitrigen, gelblichen Schleim. Eine bakterielle Bindehautentzündung ist ebenfalls ansteckend. Bakterielle und virale Augenentzündungen werden über Schmierinfektion übertragen und finden in den meisten Fällen über die Hände den Weg ins Auge. Bakterielle und virale Infektionen betreffen daher oft beide Augen. 

Was sind die ersten Anzeichen einer Bindehautentzündung?

Meist merken Betroffene schnell, dass mit ihrem Auge etwas nicht stimmt. Symptome einer Bindehautentzündung sind:

  • Fremdkörpergefühl
  • Jucken
  • Brennen
  • Tränen
  • Rötung
  • Lidschwellung
  • schleimig-gelbliches Sekret und Schleimfäden auf dem Auge
  • eitriger Schleim (wenn Bakterien der Auslöser sind)
  • verklebtes Auge
  • seltener Einblutungen unter der Bindehaut

Kamillentee als Hausmittel bei Bindehautentzündung?

Von Hausmitteln wie Kompressen mit Kamillentee sollten Betroffene die Finger lassen, rät der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). Mit solchen Hausmitteln riskiere man, dass Fremdkörper und Keime ins Auge gelangen. Auf Bildschirmarbeit und Kontaktlinsen sollte man ebenfalls verzichten, um die Augen nicht zusätzlich zu reizen.


Rezeptfreie Medikamente nur zwei Tage anwenden

Sind die Augen gerötet, jucken und tränen, greifen viele Betroffene zuerst zu frei verkäuflichen Medikamenten aus der Apotheke. Nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) ist eine Behandlung in Eigenregie mit rezeptfreien Medikamenten für ein bis zwei Tage möglich. Dazu gehören beispielsweise so genannte künstliche Tränen. Das sind Tropfen, die das Auge feucht halten und das Fremdkörpergefühl lindern.

Bindehautentzündung: Wann muss ich zum Arzt?

Dauern die Beschwerden länger als zwei bis drei Tage an, sollten Betroffene zum Augenarzt gehen. Neben der Bindehautentzündung können auch ernstere Augenerkrankungen mit den genannten Symptomen einhergehen. Es ist daher wichtig, die Ursache für die Beschwerden herauszufinden. Der Augenarzt sollte sich die Augen auch ansehen, wenn sich die Sehkraft verschlechtert, die Augen sehr lichtempfindlich reagieren und starke Kopfschmerzen mit Übelkeit hinzukommen.

Herpes am Auge tarnt sich als Konjunktivitis

Nach Angaben des BVA kündigt sich auch eine schwere Herpesentzündung der Hornhaut (Keratitis dendritica) zunächst als Konjunktivitis an. Wer in einem solchen Fall zur Selbstbehandlung schreite oder gar kortisonhaltige Augenmedikamente verwende, bringe sein Auge in große Gefahr, so die Warnung der Augenexperten.

Bindehautentzündung behandeln: Wann sind Antibiotika hilfreich?

Bis eine Bindehautentzündung abheilt, dauert es eine bis vier Wochen – abhängig von dem Auslöser der Entzündung. Eine unkomplizierte Bindehautentzündung heilt meist innerhalb von sechs bis zehn Tagen ab. Augentropfen können Beschwerden wie Juckreiz und Schmerzen lindern. 

Sind Bakterien die Ursache, helfen antibiotische Augensalben und Tropfen. Bei der durch Viren ausgelösten Konjunktivitis wirken Antibiotika nicht. Ist die Bindehautentzündung die Folge einer Allergie, sind antiallergische Tropfen und Salben hilfreich, sogenannte Antihistaminika oder Mastzellenstabilisatoren. 

Bindehautentzündung vorbeugen: So schützen Sie Ihre Augen

Bestimmte Maßnahmen helfen, einer Bindehautentzündung vorzubeugen:

  • Wenn Sie wissen, dass Sie auf bestimmte Substanzen allergisch reagieren, lassen Sie sich von einem Allergologen beraten.
  • Nutzen Sie eine Sonnenbrille, wenn Sie an sonnigen Tagen draußen sind.
  • Schützen Sie Ihre Augen vor Zugluft (Gebläse im Auto, Klimaanlage, Ventilator). 
  • Haben Sie trockene Augen, helfen spezielle Augentropfen vom Augenarzt.
  • Waschen Sie sich regelmäßig die Hände und vermeiden Sie es, sich ans Auge zu fassen.
  • Benutzen Sie immer nur Ihre eigenen Augentropfen und achten Sie darauf, dass der Tropfer nicht mit Ihrem Auge in Berührung kommt.

Haben Sie eine virale oder bakterielle Bindehautentzündung, benutzen Sie Taschentücher immer nur einmal.

Teilen Sie Handtuch, Waschlappen sowie Hygiene- und Kosmetikprodukte nicht. Waschen Sie regelmäßig die Hände und vermeiden Sie es, sich ins Gesicht zu greifen. 

Verwendete Quellen:
  • https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/krankheitsbilder/augeninfektionen/
  • https://www.gesundheitsinformation.de/bindehautentzuendung.2173.de.html
  • https://www.dog.org/wp-content/uploads/2013/03/Bindehautentz%C3%BCndung-2007.pdf
  • https://www.abda.de/pressemitteilung/artikel/bindehautentzuendung-nur-ein-bis-zwei-tage-selbst-behandeln/
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen
Verwendete Quellen:
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Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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