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So gefährlich ist das Metabolische Syndrom

Von t-online
Aktualisiert am 01.08.2022Lesedauer: 4 Min.
Übergewicht: Wer zu viel wiegt, entwickelt leichter auch andere Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Zucker- und Fettstoffwechselstörungen. Zusammen sind sie besonders ungesund.
Übergewicht: Wer zu viel wiegt, entwickelt leichter auch andere Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Zucker- und Fettstoffwechselstörungen. Zusammen sind sie besonders ungesund. (Quelle: Allen Donikowski/getty-images-bilder)
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Es beginnt mit zu viel Bauchfett. Wenn bestimmte Krankheitsbilder hinzukommen, spricht man vom Metabolischen Syndrom. Unbehandelt stirbt man früher.

Das Wichtigste im Überblick


Ein Syndrom liegt vor, wenn mehrere Symptome zeitgleich auftreten, die zusammenhängen können, aber nicht müssen. Eine gängige Definition des Metabolischen Syndroms bezieht vier Krankheitsbilder ein: Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und erhöhte Cholesterinwerte. Damit ist das Metabolische Syndrom eines der größten Risiken für schwere Gefäßerkrankungen oder einen Herzinfarkt.

Metabolisch heißt "stoffwechselbedingt", denn das Syndrom geht mit Stoffwechselkrankheiten einher (Stoffwechsel = Metabolismus). Dass sie noch weitere Störungen haben, wissen viele Patienten deshalb nicht, weil sich meist weder Schmerzen noch andere Symptome bemerkbar machen. So löst Bluthochdruck beispielsweise keine Beschwerden aus.

Rund ein Drittel der Deutschen hat das Metabolische Syndrom

Obwohl das Metabolische Syndrom die Wohlstandskrankheit schlechthin ist, kennen es viele nicht. Dabei ist etwa ein Drittel der deutschen Bevölkerung betroffen. Allerdings kursieren international verschiedene Definitionen der Erkrankung, weshalb die Zahl der Erkrankten unterschiedlich angegeben wird. Zudem muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, weil viele von ihrer Krankheit nichts wissen.

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Und häufig wird das Metabolische Syndrom auch von Ärzten nicht gleich erkannt, weil vier bis fünf verschiedene Krankheiten dahinterstecken. Das Krankheitsbild einer Fettleber wird inzwischen häufig ebenfalls als Teil des Metabolischen Syndroms betrachtet, weil es in sehr vielen Fällen zusammen mit den anderen Erkrankungen auftritt.

Bauchspeck produziert gefährliche Hormone

Bei den meisten Betroffenen entwickelt sich das Metabolische Syndrom infolge von Übergewicht. Gefährlich ist vor allem zu viel Bauchspeck, denn der "Rettungsring" ist ein Indiz dafür, dass innere Organe wie die Bauchspeicheldrüse oder die Leber von einer dicken Fettschicht umhüllt sind. Die Folge: Das Fettgewebe produziert schädliche Hormone, die über das Blut im Körper verteilt werden. Dadurch gerät der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht und die Blutgefäße verstopfen.

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Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist bei Männern ein Bauchumfang von mehr als 102 Zentimetern riskant, bei Frauen sollte dieser nicht mehr als 88 Zentimeter betragen.

Bluthochdruck verengt die Gefäße

Bluthochdruck ist ebenfalls ein Risikofaktor. Das Gefährliche: Die überhöhten Werte bleiben oft jahrelang unbemerkt, weil sie kaum Beschwerden auslösen. Unbehandelt kann hoher Blutdruck aber die Gefäße schädigen. Wer Werte ab 140/85 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) hat oder bereits in Behandlung ist, hat ein höheres Risiko, das Metabolische Syndrom zu entwickeln.

Erhöhte Blutfette erhöhen das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko

Dies gilt auch für Menschen mit hohen Blutfettwerten. Dabei sollte vor allem das sogenannte "böse" LDL-Cholesterin nicht zu hoch sein. Wann dieser Wert zu hoch ist, muss individuell beurteilt werden. Je weniger zusätzliche Risiken ein Patient hat, desto höher darf dieser Wert sein.

Bei Menschen mit Metabolischem Syndrom, die also bereits Übergewicht, Bluthochdruck und krankhaft erhöhte Zuckerwerte beziehungsweise Insulinresistenz haben, sollte der LDL-Cholesterinwert deutlich niedriger liegen, weil ihre Sterblichkeit ansonsten zusätzlich erhöht ist.

Zucker im Blut führt zu einer verringerten Lebenserwartung

Zum "tödlichen Quartett" gehört auch Diabetes Typ 2. Diese Art der Zuckerkrankheit ist nicht angeboren, sondern entsteht durch kalorienreiche Ernährung über den persönlichen Bedarf hinaus sowie Bewegungsmangel.

Dabei liegt eine Störung des Zuckerstoffwechsels vor, was erhöhte Zuckerwerte im Blut zur Folge hat. Die Körperzellen reagieren unempfindlich auf Insulin. Das Hormon transportiert bei gesunden Menschen die Glucose (Traubenzucker) aus der Nahrung in die Zellen, wo sie als Energie dient. Bei Menschen mit Diabetes Typ 2 funktioniert das nicht mehr oder nur noch unzureichend.

Ablagerungen im Blutgefäß
Ablagerungen an der Gefäßinnenwand: Beim metabolischen Syndrom setzen sich mit der Zeit die Blutgefäße zu. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images-bilder)

Nebeneffekte des Metabolischen Syndroms

Neben den genannten Problemen Bluthochdruck sowie einem gestörten Zucker- und Fettstoffwechsel treten weitere ungünstige Begleiterscheinungen auf, die charakteristisch sind für das Metabolische Syndrom. So haben diese Patienten häufig erhöhte Harnsäurewerte im Blut, die wiederum unter anderem zu Gicht führen können.

Außerdem haben Menschen mit Metabolischem Syndrom meist leicht erhöhte Entzündungswerte. Ihre Blutgerinnung ist außerdem verstärkt, was wiederum zur schnelleren Verklumpung von Blutplättchen führen kann und die Gefahr einer Thrombose, von Schlaganfällen oder Embolien erhöht. Die Innenwände der Blutgefäße sind bei den Betroffenen außerdem häufig bereits nicht mehr gesund. Das stellt wiederum sehr häufig den Beginn von Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar.

Abnehmen kann Metabolischem Syndrom vorbeugen

Die gute Nachricht: Dem Metabolischen Syndrom kann man vorbeugen und ihm wirksam entgegenarbeiten. Da Übergewicht in vielen Fällen am Anfang des "tödlichen Quartetts" steht, sind eine Diät und Ernährungsumstellung ratsam. Wichtig ist zudem viel Bewegung.

Wer abnimmt, kann auch die anderen Risikofaktoren minimieren: So senken schon fünf bis sieben Prozent weniger Körpergewicht das Diabetes-Risiko um 60 Prozent. Außerdem sollte man regelmäßig seine Blutdruck- und Blutzuckerwerte kontrollieren. Fallen diese ungünstig aus, sollten Betroffene zum Arzt gehen und den vierten Risikofaktor, die Blutfette, untersuchen lassen.


Wer bereits erkrankt ist, kommt nicht umhin, alle Teilerkrankungen unabhängig voneinander behandeln zu lassen. Für einen Therapieerfolg ist eine Änderung der Lebensgewohnheiten zentral: Eine Gewichtsabnahme, mehr Bewegung und gesunde Ernährung sind entscheidend, um die vier Risikofaktoren erfolgreich zu behandeln.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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