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Häufige Mythen zu Kopfschmerzen: Was ist wirklich dran?

Kopfschmerz-Mythen  

Verursacht Schokolade tatsächlich Kopfschmerzen?

04.09.2020, 09:54 Uhr | mwe, t-online

Häufige Mythen zu Kopfschmerzen: Was ist wirklich dran?. Frau mit Kopfschmerzen: Der Anteil der Menschen, die regelmäßig unter bohrenden Schmerzen im Kopf leiden, wächst. (Quelle: Getty Images/fizkes)

Frau mit Kopfschmerzen: Der Anteil der Menschen, die regelmäßig unter bohrenden Schmerzen im Kopf leiden, wächst. (Quelle: fizkes/Getty Images)

Manche Lebensmittel sollen Kopfschmerzen auslösen und plötzlicher Wetterwechsel verstärkt angeblich die Symptome von Migräne. Ums Thema Kopfschmerzen und Migräne ranken sich zahlreiche Mythen. Einige davon sind wahr, andere dagegen gehören ins Reich der Märchen. Wir haben fünf populäre Aussagen hinterfragt.

Mehr als 70 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden gelegentlich unter Kopfschmerzen. Der sogenannte Spannungskopfschmerz tritt bei 53,6 Prozent aller Kopfschmerzpatienten auf, während die Migräne 38,4 Prozent aller Kopfschmerzdiagnosen ausmacht. Nur relativ wenige Menschen sind ausreichend informiert und so halten sich zahlreiche Kopfschmerz-Irrtümer hartnäckig. Wir stellen fünf verbreitete Annahmen auf den Prüfstand.

Mythos 1: Bestimmte Lebensmittel führen zu Kopfschmerzen

Käse, Nüsse, Schokolade – etlichen Lebensmitteln wird nachgesagt, eine Ursache für Kopfschmerzen zu sein. Tatsächlich können Unverträglichkeiten gegen bestimmte Nahrungsmittel oder spezifische Nahrungsbestandteile wie Glutamat, Aspartam oder Histamin hinter den Kopfschmerzen stecken. Der künstliche Süßstoff Aspartam ist beispielsweise in Erfrischungsgetränken, Light-Produkten und Süßwaren enthalten. Zu den histaminhaltigen Lebensmitteln gehören unter anderem Käse, Schokolade, Ananas, Erdbeeren, Tomaten, Nüsse und Salami. Manche Menschen reagieren auch sensibel auf Alkohol oder Kaffee.

Wer einen möglichen Zusammenhang zwischen den Kopfschmerzen und der Ernährung herausfinden will, kann ein Kopfschmerztagebuch führen. Darin wird festgehalten, welche Lebensmittel wann gegessen wurden und wann die Schmerzen auftraten. So lassen sich ernährungsbedingte Kopfschmerzen vorbeugen.

Mythos 2: Wetterwechsel ist schuld an Kopfschmerzen

Viele Menschen halten sich für wetterfühlig und klagen bei Temperatur- und Klimaschwankungen über Kopfschmerzen. Doch: Untersuchungen haben bislang keinen direkten Zusammenhang zwischen der Wetterlage und dem Auftreten von Kopfschmerzen gezeigt. Die Ärzte Zeitung erklärt, dass Wetterfühligkeit – zumindest für Migräne – durchaus ein Trigger sein kann. Die Annahme gilt daher weiter als umstritten.

Frau mit Smartphone: Bekommen wir Kopfweh von der Strahlung? (Quelle: Getty Images/LittleBee80)Frau mit Smartphone: Bekommen wir Kopfweh von der Strahlung? (Quelle: LittleBee80/Getty Images)

Mythos 3: Handystrahlung verursacht Kopfschmerzen

Kann die Strahlung von Elektrogeräten wie Smartphone, Fernseher oder Computer wirklich Kopfweh hervorrufen? Die Antwortet lautet: nein. Es gibt bislang keine Studie, die darauf hinweist.

Allerdings kann ein anderer Faktor zur Entstehung von Kopfschmerzen beitragen: die Dauernutzung des Smartphones. Denn wer ständig nach unten auf das Display schaut, kann schmerzhafte Muskelverspannungen im Nacken-Schulter-Bereich bekommen. Diese führen dann möglicherweise zu Spannungskopfschmerzen.

Mythos 4: Ruhe hilft bei Kopfschmerzattacken am besten

Viele Kopfschmerzbetroffene glauben, dass Bettruhe die beste Medizin sei. Diese Annahme stimmt nur teilweise – denn bei Spannungskopfschmerzen, die meist durch Stress oder Verspannungen im Nacken ausgelöst werden, kann absolute Ruhe die Beschwerden sogar verschlimmern. Leichte Bewegung an der frischen Luft ist in diesem Fall ratsam. Spaziergänge können die Verspannungen und dadurch auch die Schmerzen lindern.

Migränepatienten hingegen können bei akuten Attacken meist nichts anderes tun, als sich hinzulegen. Und das ist hilfreich – da die Beschwerden Erkrankung durch körperliche Aktivität noch verstärkt werden. Bei Ruhe und Dunkelheit werden die Schmerzen meist erträglicher. Ein tiefer, erholsamer Schlaf ist außerdem wichtig, um weiteren Attacken vorzubeugen.

Mythos 5: Schmerzen im Kopf sind lästig, aber harmlos

Kopfweh ist unangenehm, aber kein Grund zu Sorge – oder? Tatsächlich ist es ein Irrtum, zu glauben, dass sie immer harmlos sind. Der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft zufolge ist in diesen Fällen eine ärztliche Abklärung wichtig:

  • Kopfschmerzen treten regelmäßig auf und werden immer stärker
  • Kopfschmerzen werden von weiteren Symptomen (Fieber, Schüttelfrost, Nackensteifigkeit, Übelkeit) begleitet
  • Schmerlindernde Medikamente wirken nicht 

Explosionsartig auftretende, starke Schmerzen im Kopf sind immer ein Notfall und können auf eine lebensbedrohliche Gehirnblutung hinweisen. Betroffene sollten bei diesen Warnzeichen schnellstmöglich einen Arzt aufsuchen,d er nach den Ursachen der Kopfschmerzen sucht und eine gezielte Behandlung einleitet..

Verwendete Quellen:
  • Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V.
  • Ärzte Zeitung
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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