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Was tun gegen Blähungen? Ursachen, Symptome und was hilft

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Schnelle Hilfe und Tipps  

So können Sie gegen Blähungen vorgehen

18.03.2018, 11:41 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, t-online.de, slk

Was tun gegen Blähungen? Ursachen, Symptome und was hilft. Blähungen: Kohlenhydrate vergären im Darm und sorgen für dicke Luft. (Quelle: Getty Images/spukkato)

Blähungen: Kohlenhydrate vergären im Darm und sorgen für dicke Luft. (Quelle: spukkato/Getty Images)

Blähungen sind meist harmlos – ungemütlich werden sie erst, wenn sie auffällig häufig oder sogar mit Schmerzen verbunden auftauchen. Was Sie gegen die lästigen Blähungen tun können und was die Ursachen dafür sind, erklären wir Ihnen hier. 

Jeder Mensch hat hin und wieder Blähungen. Doch keiner spricht wirklich gerne darüber – dabei ist es eine rein natürliche Reaktion des Körpers, den Druck im Bauch herauszulassen. Laut Experten gelten Blähungen erst dann als unnatürlich, wenn sie mehr als 20 Mal am Tag auftauchen und dem Körper sogar Schmerzen bereiten. Bevor Sie jedoch sofort zu Schmerzmitteln aus der Apotheke greifen, können Sie mit einfachen Tipps selbst versuchen, gegen die Blähungen vorzugehen. 

Was tun bei Blähungen? Schnelle Hilfe und Tipps

Sind die Beschwerden harmlos, kann eine einfache Bauchmassage schon viel bewirken. Die Massage entspannt und entkrampft nicht nur den Bauch, sondern bringt auch die Verdauung in Schwung. Dazu streicheln Sie den Bauch kreisförmig und mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn. Die Wirksamkeit kann gesteigert werden, wenn Sie dafür Fenchel- oder Kümmelöl zur Hilfe nehmen. 

Warme Wickel oder eine Wärmflasche sind weitere Tipps um den Bauch zu beruhigen. Diese zwei Hilfsmittel entkrampfen den Darm und lassen die Gase wieder frei. Auch Bewegung ist förderlich gegen die Luft im Bauch: Machen Sie nach jeder Mahlzeit einen Verdauungsspaziergang um den Häuserblock oder eine Runde im Park. 

Bei akuten Notfällen, wie etwa einem wichtigen Termin, helfen Entschäumer aus der Apotheke. Sie enthalten Wirkstoffe wie Dimeticon oder Simeticon und werden in Form von Kautabletten eingenommen. Sie können zumindest kurzfristig Abhilfe gegen Blähungen schaffen. Lassen Sie sich vorher vom Apotheker beraten, welche Dosis die richtige ist – außerdem lohnt es sich, einen Blick auf den Beipackzettel zu werfen.

Hausmittel gegen Blähungen: Diese Heilpflanzen bringen Erleichterung

Bei harmlosen Fällen von Blähungen können Sie aber auch getrost zu natürlichen Hausmitteln und pflanzlichen Präparaten greifen. Dabei gelten folgende Heilpflanzen als besonders wirksam gegen Blähungen und Völlegefühl:

HeilpflanzeInhaltsstoffeWirkung
AnisAnethol und Estragolverdauungsanregend
FenchelsamenAnethol, Fenchon, Estragolentblähend und krampflösend
PfefferminzeMenthol, Menthylacetat, Menthon, Menthofuranverdauungsanregend und entkrampfend
KamilleKamillenöl, Flavonoide, Chamazulenkrampflösend und entspannend
Gelbwurzel (Kurkuma)Curcuminoiden, Turmeron, Zingiberenverdauungsfördernd
KümmelKümmelöl

entkrampfend und verdauungsfördernd

KorianderKorianderölkrampflösend

All diese Heilpflanzen enthalten ätherische Öle, die dafür bekannt sind, bei Magen-Darm-Problemen Abhilfe zu leisten. 

Am besten nehmen Sie die Kräuter als Tee zu sich. Dafür können Sie entweder zu bereits fertigen Teebeuteln greifen oder frische Samen, Blätter und Früchte der Pflanzen mit einem Mörser zerkleinert in ein Teesieb geben. Ein Teelöffel reicht meist aus. 

Auch eine eigene Teemischung aus den verschiedenen Gewürzen ist möglich. Auf diese Weise gelingt es auch, den Geschmack von Kümmel zu überdecken, den nicht jeder mag. Der Tee sollte etwa zehn Minuten ziehen. Trinken Sie drei Tassen am Tag, idealerweise nach jeder Mahlzeit.

Welche Wirkung Kümmel auf Blähungen hat, erfahren Sie hier im Detail: So hilft Kümmel gegen Blähungen

Welche Lebensmittel lösen Blähungen aus?

Bei einem besonders empfindlichen Darm können schon die alltäglichsten Lebensmittel zu Verdauungsproblemen und Blähungen führen. Als besonders schlecht verdaulich geltende Lebensmittel sind:

  • Ballaststoffe: zum Beispiel Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Linsen
  • Unverdauliche Kohlenhydrate: manche Gemüsesorten, zum Beispiel Kohl, Zwiebeln, Spargel, Pilze
  • Scharfes Essen
  • Zuckerausstoffstoffe: Sorbit, Mannit oder Xylit sind zum Beispiel in Obst (z.B. Kirschen), Diätprodukten oder Süßungsmitteln zu finden
  • Fruchtsäfte, kohlensäurehaltige und alkoholische Getränke 

Die Intensität und Häufigkeit der Gase hängt von der individuellen Darmflora und der Verdauung ab, denn jeder Mensch verdaut anders. Jeder Körper hat eine ganz eigene Zusammensetzung von Darmbakterien und verträgt deshalb bestimmte Nahrungsmittel mehr oder weniger gut. 

Blähungen vorbeugen: Langfristig hilft eine Ernährungsumstellung

Da Blähungen in den meisten Fällen durch falsches Essen ausgelöst werden, sollten Sie herausfinden, ob Sie gegebenenfalls an Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie einer Laktoseintoleranz leiden. Dazu hilft ein Ernährungstagebuch, in dem Sie täglich dokumentieren, welche Speisen Sie zu sich genommen haben und wie es Ihnen dabei erging – das hilft dem Arzt eine Diagnose zu stellen, welche Unverträglichkeiten bei Ihnen vorliegen könnten. 

Als langfristige Maßnahme können Sie zusätzlich Ihre Ernährung umstellen. Dafür sollten Sie sich einen auf Sie zugeschnittenen Speiseplan aufstellen. Wichtig ist dabei, langsam zu essen und gründlich zu kauen. Blähende Speisen und hastiges Essverhalten sollten unbedingt vermieden werden.

Ursachen von Blähungen: Luftschlucken, "Aerophagie" und Stress

Von Blähungen spricht man, wenn Gase aus dem Darmausgang entweichen. Ärzte sprechen dann von einer "Flatulanz". Doch warum haben wir überhaupt Luft im Darm und wie bilden sich die Gase? Wir schlucken reichlich Luft im Alltag, die in der Regel größenteils wieder durch den Mund ausgeschieden wird, der Rest wandert in den Darm. Die dort angesiedelten Bakterien produzieren beim Verdauen Wasserstoff, Stickstoff, Kohlendioxid und Methan. Auf diese Gase prallt die Luft, das Gemisch wirbelt durch den Darm und will nach draußen – als Pups. 

Diese sollten auch freigelassen werden, denn je mehr Luft sich sammelt, desto größer wird der Dehnungsreiz im Darm. Hält man die Darmgase zu lange zurück, kann unter anderem ein drückender Blähbauch (Meteorismus) die Folge sein. Im Prinzip sind Blähungen also harmlos und lediglich ein Zeichen dafür, dass der Darm arbeitet.

Wird jedoch mehr Luft geschluckt als notwendig, sammelt sich im Darm zu viel davon und die Blähungen häufen sich dementsprechend. Dieses Phänomen wird in der Medizin als "Aerophagie" bezeichnet.

Laut Studien haben 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung regelmäßige Blähungen. Allerdings sind die Ursachen dafür meist recht harmlos: Neben einer erhöhten Aerophagie stecken häufig falsche Ernährungsweisen und ein stressiger Lebensstil hinter regelmäßiger Flatulenz.

Blähungen durch Stress und Nervosität

Blähungen: Stress kann zu Verdauungsproblemen führen. (Quelle: Getty Images/LightFieldStudios)Blähungen: Stress kann zu Verdauungsproblemen führen. (Quelle: LightFieldStudios/Getty Images)

Es ist schon lange bekannt, dass die Psyche einen großen Einfluss auf den Darm hat – so führen Stress und Aufregung bei vielen häufig zu Blähungen oder Durchfall – während andere eher zu Verstopfungen neigen, je nach individueller Verdauung. Auch Menschen, die an Nervosität oder Angstzuständen leiden, schlucken vermehrt Luft, außerdem auch Raucher.  

Durch eine Lebensstilumstellung können Sie dementsprechend Blähungen vorbeugen. Stress ist in jeder Hinsicht kontraproduktiv und sollte unbedingt vermieden werden. Wenn Ihnen das zum Beispiel aus beruflichen Gründen nicht möglich ist, sollten Sie zumindest versuchen, den Stress durch Entspannungstechniken abzubauen. Dazu eignen sich gut Yoga oder Meditation.

Krankheiten als Ursachen von Blähungen

Außerdem kommen als weitere Ursachen von Blähungen kurzfristige und schwerwiegende Krankheiten in Frage. Folgende Erkrankungen werden mit ständigen Blähungen verbunden:

  • Magen-Darm-Virus
  • Reizdarmsyndrom (RDS)
  • Chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Magenschleimhautentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Diabetes
  • Herzschwäche
  • Dickdarmtumor

Wenn Antibiotika eingenommen werden müssen – zum Beispiel bei einer Magen-Darm-Infektion – kann die Darmflora kurzfristig gestört sein. Auch dann können Blähungen die Folge sein, denen mit Probiotika gegengesteuert werden können.

Blähungen bei Schwangeren durch trägen Darm

Haben schwangere Frauen Probleme mit Blähungen, hängt es häufig mit der Darmträgheit zusammen, die mit der Schwangerschaft einhergeht. Das Gelbkörperhormon Progesteron entspannt den Darm, sodass die Verdauung langsamer wird und somit mehr Gase im Darm entstehen. 

Besonders in den ersten drei Monaten haben Schwangere mit Blähungen und Verstopfungen zu kämpfen, da sich der Darm bereits in der Frühschwangerschaftsphase auf die Umstellung vorbereitet.

Hier erfahren Sie, wie Sie gegen Schwangerschafts-Blähungen vorgehen können.

Blähungen bei Babys: Koliken sind oft Schuld

Bei Säuglingen sind Blähungen oftmals der neuen Situation geschuldet, in der sie sich befinden. Der kleine Darm des Babys muss sich an die neue Nahrung gewöhnen, die verdaut werden muss und läuft auf Hochtouren. Zudem führen Dreimonatskoliken (exzessives Schreien) dazu, dass das Baby zu viel Luft verschluckt, was wiederum zu Bauchschmerzen und Blähungen führt. Ein Bäuerchen kann Wunder bewirken – sie sollten nur nicht erzwungen werden, denn das kann kontraproduktiv sein.

Erfahren Sie hier, Was Sie tun können, wenn Ihr Baby unter Blähungen leidet 

Diagnose: Was der Arzt macht

Blähungen sind in den meisten Fällen kein Grund für Panik und können gut mit Hausmitteln behandelt werden. Grund zur Sorge gibt es erst, wenn die Blähungen mit Begleiterscheinungen wie ständiger Blähbauch, Bauchschmerzen, Krämpfe, Unwohlsein, Veränderungen im Stuhl oder auch einfach auffällig häufig auftreten. Mit diesen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen – eine frühe Diagnose ist notwendig, um alle Eventualitäten auszuschließen und bei Bestehen einer Krankheit schnellstmöglich handeln zu können.

Bei der Anamnese wird der Arzt zunächst eine Bestandsaufnahme Ihrer bereits bekannten Krankheiten, eventuellen Allergien, Medikamenten und Ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten machen.

Je nachdem, an welchen Symptomen Sie leiden, gibt es neben der allgemeinen Kontrolle der Gesundheitssituation weitere Möglichkeiten zur Untersuchung:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Stuhluntersuchung
  • Untersuchungen auf Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Blutdruck- und Pulsfrequenzmessung
  • Blutabnahme und -untersuchung

Gegebenenfalls kann eine Magen- und Darmspiegelung nötig werden. Nach diesen Untersuchungen wird Ihnen der Arzt zu den geeigneten Maßnahmen raten. 

Verwendete Quellen:
  • Apotheken Umschau
  • Deutsches Ärzteblatt


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