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Warum viele TodesfÀlle bei Krebs-OPs vermeidbar wÀren

afp, hex/cfm

Aktualisiert am 25.11.2017Lesedauer: 2 Min.
Die AOK fordert Mindestzahlen fĂŒr komplizierte Operationen bei Lungenkrebs und Brustkrebs. (Symbolbild)
Die AOK fordert Mindestzahlen fĂŒr komplizierte Operationen bei Lungenkrebs und Brustkrebs. (Symbolbild) (Quelle: Science Photo Library/imago-images-bilder)
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Bei Krebsoperationen sterben laut AOK zu viele Patienten. Vielen Kliniken fehle die Erfahrung bei den komplizierten Eingriffen. Die Krankenkasse schlÀgt jetzt Alarm.

Viele Patienten in Deutschland sterben einer Studie zufolge zu frĂŒh, weil sie in Kliniken mit zu wenig Erfahrung bei komplizierten Krebsoperationen behandelt werden. Diese "Gelegenheitschirurgie" sei nicht akzeptabel, kritisiert Martin Litsch, Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbands, bei der Vorstellung des "QualitĂ€tsmonitors". Das Problem lasse sich nur durch Mindestmengen von Operationen in den Griff bekommen.

Der Studie zufolge könnte allein die Zahl der TodesfĂ€lle infolge von Lungenkrebsoperationen durch die EinfĂŒhrung einer rechnerischen Mindestmenge von 108 Eingriffen pro Jahr um etwa ein FĂŒnftel sinken – von 361 auf 287 TodesfĂ€lle pro Jahr.

Ein FĂŒnftel der Patienten, bei denen oft ein Teil der Lunge entfernt werden muss, wird hingegen in insgesamt 260 Kliniken behandelt, die im Durchschnitt nur fĂŒnf dieser Operationen pro Jahr vornehmen.

"Es ist sehr wahrscheinlich, dass in diesen Kliniken die nötige Operationsroutine und die fĂŒr eine adĂ€quate Gesamtbetreuung notwendige Spezialisierung nicht vorhanden sein können", erklĂ€rte Thomas Mansky von der Technischen UniversitĂ€t Berlin, einer der Studienautoren.

Kliniken mit wenigen Operationen sind das Problem

Das bestĂ€tigen auch Daten der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG), die nach eigenen Angaben bundesweit 49 Lungenkrebszentren zertifiziert hat. Diese mĂŒssten eine Mindestzahl von 75 Lungenkrebsoperationen pro Jahr vornehmen und darĂŒber hinaus eine Reihe von QualitĂ€tskriterien erfĂŒllen.

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Das Problem seien die vielen Kliniken am anderen Ende des Spektrums. "Das sind in der Regel allgemeinchirurgische Abteilungen, die nur gelegentlich Thoraxchirurgie betreiben", erklÀrt DKG-Expertin Simone Wesselmann.

In den Lungenkrebszentren sind die Sterblichkeitsraten der Patienten demnach deutlich niedriger als in KrankenhÀusern, die den Eingriff seltener vornehmen.

Eine Auswertung auf Basis der Krankenhausabrechnungsdaten von 2015 zeigt in Kliniken mit mehr als 75 Lungenkrebsoperationen pro Jahr eine Sterblichkeitsrate von nur 2,5Prozent, wÀhrend sie in den Kliniken mit weniger Operationen pro Jahr bei 4,1 Prozent liegt.

Ein Ă€hnliches Bild zeigt sich dem AOK-Bericht zufolge bei anderen Krebserkrankungen wie Speiseröhrenkrebs, BauchspeicheldrĂŒsenkrebs sowie Blasen- und Darmkrebs. "In Deutschland gibt es immer noch viel zu viele Kliniken, die nur hin und wieder mal eine komplizierte Krebs-Operation durchfĂŒhren", warnt Mansky.

AOK fordert Mindestmengen bei Operationen

Die AOK will die Forderung nach EinfĂŒhrung von Mindestmengen fĂŒr komplizierte Operationen bei Lungenkrebs und Brustkrebs daher in den Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und KrankenhĂ€usern einbringen. Im Fall von Speiseröhren- und BauchspeicheldrĂŒsenkrebs verlangt die Kasse eine Erhöhung der bestehenden Mindestmengen.

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Der QualitĂ€tsmonitor liefert fĂŒr sechs Krankheitsbilder und Behandlungen Daten zu Fallzahlen und QualitĂ€tskennzahlen der deutschen KrankenhĂ€user. Neben den Lungenkrebsoperationen stehen diesmal die Versorgung von FrĂŒhgeborenen, die Geburtshilfe sowie die Implantation von Knie- und HĂŒftgelenksendoprothesen im Fokus.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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