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Darmkrebs: Mit der Fünferregel das Krankheitsrisiko minimieren

Unabhängig von den Genen  

Mit der "Fünferregel" das Darmkrebsrisiko drastisch senken

19.09.2018, 12:08 Uhr | ag, t-online.de

Jede dritte Krebsdiagnose lautet Darmkrebs. Dass Ernährung und starkes Übergewicht eine große Rolle für das Risiko spielen, ist bekannt. (Screenshot: t-online.de)
Wer stetig zunimmt, erhöht sein Darmkrebsrisiko

Jede dritte Krebsdiagnose lautet Darmkrebs. Dass Ernährung und starkes Übergewicht eine große Rolle für das Risiko spielen, ist bekannt.

Diagnose Darmkrebs: Dass Ernährung und starkes Übergewicht eine große Rolle für das Risiko spielen, ist bekannt. (Quelle: t-online.de)


Darmkrebs ist in Deutschland bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Tumorerkrankung. Die Wahrscheinlichkeit, daran zu erkranken, hängt von genetischen und anderen Faktoren ab. Die meisten davon sind beeinflussbar.

"Unter anderem sind dafür die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten verantwortlich“, sagt Michael Hoffmeister vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ), der zusammen mit anderen Wissenschaftlern eine Studie an 4.000 Darmkrebs-Patienten und 3.000 gesunden Kontrollpersonen durchführte.

Wird Darmkrebs früh erkannt, ist er meist heilbar. Da am Anfang meist keine Symptome auftreten, wird der Tumor oft erst spät entdeckt. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Mohammed Haneefa Nizamudeen)Wird Darmkrebs früh erkannt, ist er meist heilbar. Da am Anfang meist keine Symptome auftreten, wird der Tumor oft erst spät entdeckt. (Quelle: Mohammed Haneefa Nizamudeen/Thinkstock by Getty-Images)

Darmkrebsprävention mit der "Fünferregel"

In der im Fachmagazin "Gastroenterology" (7.9.2018) veröffentlichten Untersuchung zeigte Hoffmeister auf, dass jeder Mensch sein persönliches Darmkrebsrisiko spürbar reduzieren kann, indem er möglichst viele gesunde Lebensweisen auf sich vereint. Daraus lässt sich eine "Fünferregel" ableiten, die sich auf folgenden Lifestyle-Faktoren zusammensetzt:

  1. Rauchverzicht
  2. Geringer Alkoholkonsum
  3. Gesunde Ernährung
  4. Viel Bewegung
  5. Normales Körpergewicht

Darmkrebsvorsorge: Den größten Einfluss hat der Lebensstil

In den vergangenen Jahren wurden mehr als 50 Genvarianten entdeckt, die das Darmkrebsrisiko leicht erhöhen. Dennoch gilt die Fünferregel unabhängig vom familiären Darmkrebsrisiko. Das heißt: Wer nahe Angehörige wie Eltern oder Geschwister hat, die bereits eine Darmkrebserkrankung hatten, kann trotz eines leicht erhöhten Risikos seine Erkrankungswahrscheinlichkeit mithilfe einer gesunden Lebensweise ebenso senken wie jemand ohne familiäre Vorbelastung.

"Die Empfehlung, auf eine gesunde Lebensweise zu achten, gilt somit für jeden Menschen, unabhängig von seinem genetischen Darmkrebsrisiko", sagt Hoffmeister. Je mehr der gesunden Lebensstilfaktoren die Studienteilnehmer auf sich vereinten, desto niedriger war die Wahrscheinlichkeit, an Darmkrebs zu erkranken. 

Alle Faktoren der "Fünferregel" wirken gleichstark

Bereits die Befolgung einzelner Faktoren der "Fünferregel" wirkten sich bei der Darmkrebsprävention positiv aus. Dabei scheinen alle fünf Faktoren gleichbedeutend zu sein. Prudence Carr, die Erstautorin der Studie, beschreibt dies wie folgt: "Es spielte eine untergeordnete Rolle, ob es das Nichtrauchen, die gesunde Ernährung oder die körperliche Aktivität war, die beherzigt wurden. Mit allen Varianten reduzierten die Studienteilnehmer ihr Darmkrebsrisiko."

Darmkrebs: Im Frühstadium ist die "stille" Krankheit heilbar

Dickdarmkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen weltweit. Im Jahr 2018 werden in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch Instituts (RKI) und des deutschen Krebsregisters 33.000 Männer und 26.000 Frauen an einem Karzinom erkranken. Wird die Krebserkrankung frühzeitig festgestellt, sind die Heilungschancen sehr hoch.

Allerdings gilt Darmkrebs auch als "stille" Krankheit. Vor allem im Anfangsstadium gibt es in den meisten Fällen keine Warnzeichen. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten aber entsteht Darmkrebs aus Vorstufen, den Polypen. Diese sind lange gutartig, bevor sie zu Krebs entarten. Man schätzt, dass dieser Vorgang etwa zehn Jahre dauert – viel Zeit, um die Krebserkrankung zu verhindern. 

Stuhltest und Darmspiegelung: Methoden zur Früherkennung

Die Früherkennung ist deshalb eine wichtige Waffe gegen den Krebs. Mithilfe von Vorsorgeuntersuchungen können Vorstufen früh entdeckt und entfernt werden – noch bevor sich Krebs entwickelt.

Männer und Frauen ab 50 können im Rahmen der gesetzlichen Darmkrebsvorsorge jährlich ihren Stuhl untersuchen lassen: Mit einem sogenannten immunologischen Stuhltest werden auch kleinste Blutmengen nachgewiesen, die mit dem bloßen Auge nicht sichtbar sind. 

Ab einem Alter von 55 Jahren haben gesetzlich und privat Versicherte einen Anspruch auf die Durchführung einer Darmspiegelung. Der Darm wird dabei mit einem Endoskop von innen angeschaut. Man nennt die Untersuchung auch Koloskopie. Ist das Ergebnis unauffällig, reicht es, wenn man die Untersuchung nach frühestens zehn Jahren noch einmal in Anspruch nimmt.

Betroffene, bei denen es möglicherweise besondere Risiken für Darmkrebs gibt, sollten mit ihren Ärzten besprechen, ob sie früher mit regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen beginnen und nicht erst mit 50 Jahren. 

So läuft eine Darmspiegelung ab

Verwendete Quellen:
  • Deutsches Krebsforschungszentrum 
  • Krebsinformationsdienst
  • Robert Koch Institut 
  • Felix Burda Stiftung
  • Kassenärztliche Bundesvereinigung
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen



Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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