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Sicca-Syndrom: Symptome, Ursachen und Behandlung

Volkskrankheit  

Sicca-Syndrom: Symptome, Ursachen und Behandlung

09.10.2019, 12:13 Uhr | ms, t-online.de

Sicca-Syndrom: Symptome, Ursachen und Behandlung. Augentropfen können die Beschwerden des Sicca-Syndroms lindern.  (Quelle: Getty Images/cokacoka)

Augentropfen können die Beschwerden des Sicca-Syndroms lindern. (Quelle: cokacoka/Getty Images)

Jeder, der mal zu lange vorm Computer gesessen hat oder starker Heizungsluft ausgesetzt war, kennt das Problem von trockenen und gereizten Augen. Doch nicht immer handelt es sich dabei um ein vorübergehendes Symptom – jeder Fünfte leidet unter dem Sicca-Syndrom, das mit solchen Beschwerden einhergeht. Erfahren Sie hier, wie es dazu kommt und wie die Behandlung aussieht.

Definition: Was ist das Sicca-Syndrom? 

Trockene Augen entstehen durch einen Mangel an Tränenflüssigkeit. Die Folgen sind Juckreiz, brennende, rote Augen sowie Lichtempfindlichkeit. Augentrockenheit wird auch als Sicca-Syndrom oder Sicca-Symptomatik bezeichnet. Da die Hornhaut und Bindehaut beim Sicca-Syndrom nicht ausreichend mit Tränenflüssigkeit benetzt ist, sprechen Mediziner auch von einer Benetzungsstörung der Augenoberfläche. Oftmals sind jedoch nicht nur die Augen, sondern auch der Mundraum trocken (Xerostomie). 

Das Sicca-Syndrom wird häufig in einem Zug mit dem Sjögren-Syndrom genannt, das 1933 von dem schwedischen Augenarzt Henrik Sjögren entdeckt wurde. Bei beiden Krankheitsbildern treten Symptome wie Augen- und Mundtrockenheit auf. Daher werden beide Syndrome oft synonym verwendet. Medizinisch korrekt ist das jedoch nicht. Denn beim Sjögren-Syndrom handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Autoimmunerkrankung. Dabei richten sich Teile des Immunsystems gegen die sekretbildenden Drüsen im Körper. Das führt dazu, dass die Schleimhäute austrocknen und sich der Tränen- und Speichelfluss reduzieren.

Das Sjögren-Syndrom kann daher als eigenständiges Krankheitsbild oder als Begleiterscheinung rheumatischer Krankheiten wie Morbus Bechterew, Lupus erythematodes oder Rheumatoide Arthritis auftreten. Welche Ursachen das Sjögren-Syndrom hat, ist nicht erforscht. Es wird vermutet, dass Infektionen, Stress oder Veränderungen im Hormonhaushalt eine Rolle spielen.

Formen des Sicca-Syndroms

Mediziner unterteilen das Sicca-Syndrom in zwei Formen. Bei der ersten Variante, der hypovolämischen Form, produziert das Auge zu wenig Tränenflüssigkeit und trocknet deshalb aus. Bei der hyperevaporativen Form dagegen ist die Zusammensetzung des Tränenfilms gestört. Der Tränenfilm ist keine homogene Flüssigkeit, sondern gliedert sich in drei Schichten. Die unterste ist die Schleim- oder Muzinschicht, die sich direkt auf der Hornhaut des Auges befindet. Darauf liegt eine wässrige Schicht und wird von dem Fettfilm der Lipidschicht abgedichtet. Durch die gestörte Zusammensetzung verdunstet die Tränenflüssigkeit schneller. Obwohl die Flüssigkeit in ausreichender Menge produziert wird, kann sie das Auge nicht feucht genug halten. Daraufhin produziert die Tränendrüse oft extra viel Tränenflüssigkeit so dass die Augen zu tränen beginnen. 

Symptome des Sicca-Syndroms

Zu den typischen Symptomen des Sicca-Syndroms zählen trockene, gerötete Augen. Durch die verringerte Tränenflüssigkeit sind die Augen öfter gereizt und werden stärker durchblutet, weshalb sich das Augenweiß rot verfärbt. Außerdem sind typische Beschwerden eine verschwommene Sicht, schnell tränende Augen, Lichtempfindlichkeit, verklebte Augenlider am Morgen sowie das Gefühl eines Fremdkörpers im Auge. Doch auch die Mundtrockenheit mit Symptomen wie Mundwinkelentzündungen, Heiserkeit, Aphten, Lippenentzündungen und eine geringe Lippenfeuchtigkeit sind typische Anzeichen des Sicca-Syndroms.

Ursachen für trockene Augen

Die Ursachen für das Sicca-Syndrom sind breit gefächert. Neben bestimmten Erkrankungen können hormonelle Veränderungen, Allergien oder äußerliche Einflüsse die Symptomatik hervorrufen. Weitere mögliche Ursachen für trockene Augen sind:

  • Sjögren-Syndrom
  • Klimaanlagen, Heizungs-/ Zugluft
  • Computerarbeit
  • Heuschnupfen und andere Allergien
  • hormonelle Schwankungen
  • Kontaktlinsen
  • Schilddrüsenerkrankungen

Risikofaktoren vorbeugen

Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko, an dem Sicca-Syndrom zu erkranken, da der Körper im Alter immer weniger Tränenflüssigkeit produziert und somit das Auge schneller austrocknet. In jüngeren Jahren haben Frauen aufgrund der weiblichen Geschlechtshormone ein höheres Risiko für trockene Augen. Daneben gibt es äußere Risikofaktoren, die sich durch ein paar Änderungen der Lebensweise vermeiden lassen. Hierzu gehören intensive Bildschirmarbeit und übermäßiges Fernsehen. Achten Sie beim Arbeiten am PC daher immer darauf, regelmäßige Pausen einzulegen, lassen Sie Ihre Augen in den Raum schweifen und blinzeln Sie öfter mal ganz bewusst. Regelmäßiges Stoßlüften und kleine Spaziergänge wirken ebenfalls erfrischend auf die Augen und helfen Ihnen, zu entspannen. Für Kontaktlinsen-Träger ist das besonders wichtig. Denn die frische Luft tut den Augen nicht nur gut, sondern trägt auch dazu bei, dass die Hornhaut besser mit Sauerstoff versorgt wird. 

Diagnose: Sjörgen-Syndrom oder "nur" trockene Augen?

Da die ersten Symptome des Sjögren-Syndroms wie trockene Augen und ein trockener Mund viele Ursachen haben können und zunächst einmal auf das Sicca-Syndrom hinweisen, findet eine differenzierte Diagnose der Autoimmunerkrankung oft sehr spät statt. Bei Verdacht prüft der Arzt in der Regel mithilfe des Schirmer-Tests, ob zu wenig Speichel- oder Tränenflüssigkeit vorhanden sind. Dazu wird ein Lackmuspapierstreifen in den Bindehautsack des Auges eingeführt. Färbt sich das Papier, ist ausreichend Tränenflüssigkeit vorhanden. Anschließend wird beim sogenannten Saxon-Test geprüpft, ob Mundtrockenheit vorliegt. Der Patient muss dabei zwei Minuten lang auf einer Mullkompresse kauen. Anschließend misst der Arzt die Speichelmenge, mit der sich der Stoff vollgesaugt hat.

Um die Qualität des Tränenfilms zu beurteilen, wird mit einer Spaltlampe die Zeitspanne zwischen dem Lidschlag und dem Aufreißen des Tränenfilms bestimmt. Dafür wird die Hornhaut des Patienten mit einem Farbstoff gefärbt und der Ölanteil des Tränenfilms wird ermittelt. Bei Mundtrockenheit wird der Speichelfluss gemessen. Da bei vielen Patienten des Sjögren-Syndroms die Autoantikörper SS-A und SS-B vermehrt vorgefunden werden, wird anschließend noch ein Bluttest gemacht.

Erhärtet sich der Verdacht auf Sjögren-Syndrom kann der Arzt mithilfe von bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Szintigraphie, Sialographie und Kernspintomographie die Speicheldrüsen untersuchen und anschließend eine Biopsie durchführen. So lässt sich das Sjögren-Syndrom beweisen oder ausschließen.

Therapie: Sicca-Symptomatik behandeln

Bei trockenem Augen- oder Mundbereich gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Dazu zählen die Einnahme von Augentropfen, Lichtschutz der Augen, das Verwenden einer Augensalbe vor dem Schlafengehen, eine erhöhte Flüssigkeitszufuhr, gründliche Mundhygiene, das Kauen zuckerfreier Kaugummis sowie die Entfernung vorhandener Speichelsteine. Bei Patienten des Sjögren-Syndroms können ebenfalls die Symptome im Augen- und Mundbereich gelindert werden sowie rheumatische Begleiterscheinungen mit Medikamenten behandelt werden. Heilbar ist die Erkrankung bis heute jedoch nicht.

Generell gilt: Bei trockenen Augen sollten Betroffene schnell handeln und eine Therapie angehen, sonst kann die Augenoberfläche durch eine ausgetrocknete Hornhaut stark geschädigt werden. Dadurch kann das Auge nicht mehr so gut scharf stellen und die Sehkraft wird beeinträchtigt. 

Verwendete Quellen:


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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