Sie sind hier: Home > Gesundheit > Krankheiten & Symptome >

Sturzprophylaxe: So schützen Sie sich vor Knochenbrüchen

Sturzprophylaxe im Alter  

So schützen Sie sich vor Knochenbrüchen

Von Andrea Goesch

26.02.2020, 13:14 Uhr
Sturzprophylaxe: So schützen Sie sich vor Knochenbrüchen. Im Alter nimmt das Risiko von Knochenbrüchen infolge von Stürzen zu.  (Quelle: Getty Images/ LightFieldStudios)

Im Alter nimmt das Risiko von Knochenbrüchen infolge von Stürzen zu. (Quelle: LightFieldStudios/Getty Images)

Im Alter wird der Gang unsicherer, Kraft und Koordination lassen nach. Damit steigt auch das Risiko für Stürze und Knochenbrüche. Aus Angst gehen viele Senioren auf Schonkurs. Doch diese Taktik bewirkt genau das Gegenteil. Denn ein Mangel an körperlicher Aktivität macht anfällig für Stürze.

Stürze und die Folgen

Experten schätzen, dass etwa 30 Prozent der über 65-Jährigen mindestens einmal pro Jahr stürzen. Diejenigen, die bereits hingefallen sind, haben zudem ein erhöhtes Risiko für weitere Stürze. 

Die Folgen eines Sturzes sind für ältere Menschen oft schwerwiegend und ziehen längere Krankenhausaufenthalte mit sich. Besonders Oberschenkelhalsbrüche oder Frakturen an der Hüfte sind oft mit Komplikationen und Einschränkungen verbunden. Für die Betroffenen bedeutet das eine starke Einschränkung ihrer Mobilität und im schlimmsten Fall die Pflegebedürftigkeit. 

Eine gezielte Sturzprophylaxe kann älteren Menschen helfen, Unfälle zu vermeiden. "Das A und O sind ausreichend Bewegung im Alltag sowie ein gezieltes und regelmäßiges Training, mit dem sich Kraft-, Balance- und Reaktionsvermögen verbessern lassen", sagt Sportwissenschaftler Klaus Möhlendick von der Barmer Krankenkasse. Auf diese Weise könne jeder ältere Mensch aktiv etwas dafür tun, auch im Alter möglichst lange unabhängig zu bleiben. 

Sturzprävention für Senioren

"Viele Ursachen für einen Sturz kann man selbst beeinflussen", sagt Möhlendick. Die optimale Sturzprophylaxe setze sich aus verschiedenen Elementen zusammen. Der Experte empfiehlt, einen Motorik-Check beim Arzt durchführen zu lassen und sich umfassend zur gesunden Ernährung im Alter sowie zur Medikamenteneinnahme beraten zu lassen.

Ursachen und Risikofaktoren für Stürze

Häufig sind Stürze die Folge bestimmter gesundheitlicher Probleme wie zum Beispiel Sehbehinderungen, Schwindel oder Gehbehinderungen. Eine Kreislaufschwäche, Probleme mit dem Blutdruck oder Erkrankungen des Gleichgewichtssinns sind wichtige Faktoren, dass Menschen sturzgefährdet sind. Bevor über einzelne Maßnahmen einer Sturzprophylaxe nachgedacht wird, sollten daher zunächst einmal alle organischen Ursachen behandelt werden.

Auch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel Psychopharmaka oder Beruhigungsmittel können die Aufmerksamkeit und das Reaktionsvermögen negativ beeinflussen. Zudem wird der Körper im Alter gebrechlicher und Verletzungen heilen nur noch schwer oder gar nicht mehr aus. Für Menschen mit Osteoporose sind die Sturzfolgen oft dramatisch. Denn die Knochen sind so porös, dass schon ein leichtes Stolpern zu Frakturen führen kann. Daher ist es für Osteoporose-Patienten besonders wichtig, sich frühzeitig mit dem Thema Sturzprophylaxe zu beschäftigen.

Sturzprophylaxe bei Demenz: Demenzkranke Menschen haben ein rund 20-mal höheres Sturzrisiko als gesunde Gleichaltrige. Als Sturzprophylaxe für zu Hause empfiehlt die Deutsche Alzheimer Gesellschaft, im gesamten häuslichen Bereich Nachtlichter anzubringen. Schlimme Folgen von Stürzen aus dem Bett lassen sich verhindern, indem die Angehörigen abends eine Matratze vor das Bett legen. Schwellen oder Stufen sollten farbig markiert werden.

Übungen für Senioren: Regelmäßigkeit ist wichtig 

Ein wesentlicher Bestandteil einer effektiven Sturzprophylaxe sind körperliche Übungen. Möhlendick empfiehlt eine Kombination aus Muskel- und Gleichgewichtstraining. Entsprechende Übungen können durch den Physiotherapeuten oder auch in Sportvereinen erlernt werden. Mit dem Muskeltraining sollte man allerdings behutsam beginnen und Dauer sowie Intensität nur langsam steigern. Grundsätzlich hängen alle sportlichen Aktivitäten auch vom gesundheitlichen Zustand der Betroffenen ab und sollten daher mit einem Arzt abgestimmt werden.

Auch für zu Hause gibt es ein Kraft- und Balance-Training, das den Gleichgewichtssinn schult. Das Programm "Gleichgewicht & Kraft – Das Übungsprogramm – Fit und beweglich im Alter" wurde von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Bundesinitiative Sturzprävention zum kostenlosen Download veröffentlicht. Hier erhalten Betroffene zahlreiche Trainingstipps, die sich leicht in den Alltag integrieren lassen. Wichtig dabei ist allerdings, die Übungen regelmäßig durchzuführen, um die Körperhaltung zu verbessern und die Muskelkraft zu erhalten.

Wie hoch ist ihr Sturzrisiko? Wie sehr Sie sturzgefährdet sind, kann ein einfacher Test klären. Zur Risikogruppe gehören Menschen, die für eine Strecke von zehn Metern mehr als zehn Sekunden benötigen, weniger als 5 Sekunden auf einem Bein stehen können oder innerhalb von 15 Sekunden weniger als fünfmal aufstehen können

Viele Stürze passieren im eigenen Haus. Rutschige Böden und Treppenstufen gehören zu den größten Gefahrenquellen. (Quelle: Getty Images/Wavebreakmedia)Viele Stürze passieren im eigenen Haus. Rutschige Böden und Treppenstufen gehören zu den größten Gefahrenquellen. (Quelle: Wavebreakmedia/Getty Images)

Die Wohnung sicher machen   

Stürze werden oft durch Hindernisse und Stolperfallen in den eigenen vier Wänden verursacht. Zu Stolperfallen gehören zum Beispiel hochstehende Teppichkanten und Fußleisten, lose Kabel, glatte Böden oder rutschige Badematten. Problematisch kann es auch sein, nachts nur auf Socken zur Toilette zu gehen, etwa über glattes Parkett.

Städtische und kommunale Beratungsstellen und auch viele Pflegedienste bieten älteren Menschen und deren Angehörigen eine Beratung an, wie sich die Wohnung oder das Haus fallsicher machen lässt. Schon ein paar einfache Maßnahmen können helfen, die Sturzgefahr erheblich zu senken und das häusliche Umfeld durch eine barrierefreie Wohnraumgestaltung sicherer zu machen.

Sturzprophylaxe: Checkliste

Die einzelnen Faktoren der Sturzprophylaxe hängen in starkem Maße vom gesundheitlichen Zustand der Betroffenen ab und sollten daher mit einem Arzt oder der häuslichen Pflege abgesprochen werden. Die folgende Liste gibt einen Überblick über mögliche Maßnahmen und Hilfsmittel:

  • Stolperfallen beseitigen (Telefonkabel, Türschwellen, Teppichkanten etc.)
  • nächtliche Beleuchtung installieren (Nachtlichter und Bewegungsmelder)
  • Gehhilfen verwenden (Rollatoren, Krücken, Rollstühle) 
  • Hausnotruf-System besorgen
  • defekte Hilfsmittel reparieren
  • bestimmte Medikamente oder Arzneimittel-Kombinationen in Absprache mit dem Arzt absetzen
  • Augen regelmäßig untersuchen lassen (mit Anpassung der Sehhilfen)
  • festes Schuhwerk mit Profil verwenden (im Winter Spikes)
  • Betten und Rollstühle feststellen
  • Hüftprotektoren tragen (spezielle Hosen mit eingenähten Schutzelementen)
  • Böden und Treppenstufen rutschfest machen
  • Halterungen in Dusche und Badewanne anbringen
  • rutschfeste Matte für Duschkabine und Badewanne verwenden
  • gegebenenfalls einen Treppenlift einbauen lassen

Auch wenn es viele Maßnahmen gibt, um Stürzen vorzubeugen, lässt sich nicht immer verhindern, dass man fällt. Daher ist es gerade für ältere Menschen und Menschen mit Osteoporose wichtig zu wissen, wie sie ihre Knochen kräftigen und schützen können. Das ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt der Mobilität. 

Ernährung: Vitamin D und Kalzium stärken die Knochen

Neben regelmäßigen körperlichen Aktivitäten sollten ältere Menschen auch auf eine vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung achten. Eine zentrale Rolle spielt hierbei das Vitamin D. Der Vitalstoff wirkt sich positiv auf den Knochenaufbau und das Muskelgewebe aus. Das stärkt die Körperkraft und verbessert so die Balance. Damit sinkt auch das Sturzrisiko.

Darüber hinaus fördert Vitamin D die Aufnahme von Kalzium aus dem Darm. Auch diese Mineralstoffe tragen zur Stärkung der Knochen bei. Nicht nur über die Ernährung, auch über das Sonnenlicht lässt sich Vitamin D tanken. 

Bei bettlägerigen Patienten kann der Bedarf an Vitamin D nicht immer auf natürlichem Wege gedeckt werden. Dann lässt sich Vitamin D in Tablettenform einnehmen – auch das sollte man mit seinem Arzt besprechen.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkenbonprix.deOTTOhappy-sizetchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal