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Schlaganfall: Nach fünf Jahren ist jeder zweite Patient tot – Studie


Schlaganfall-Studie  

Nach fünf Jahren ist jeder zweite Patient tot

Von Andrea Goesch

09.09.2020, 11:29 Uhr
Schlaganfall: Nach fünf Jahren ist jeder zweite Patient tot – Studie. Grafische Darstellung des Gehirns nach einem Schlaganfall: Verstopfte Gefäße oder Blutgerinnsel können einen Hirnschlag auslösen. (Quelle: Getty Images/peterschreiber.media)

Grafische Darstellung des Gehirns nach einem Schlaganfall: Verstopfte Gefäße oder Blutgerinnsel können einen Hirnschlag auslösen. (Quelle: peterschreiber.media/Getty Images)

Mit jedem Schlaganfall steigt das Risiko, einen weiteren zu erleiden und an diesem zu sterben. Welche Faktoren dabei eine Rolle spielen und welche Überlebenschancen die Patienten haben, haben Forscher der Universität Erlangen-Nürnberg und der Universität Würzburg untersucht. 

Das Forschungsteam stützt sich in seiner Studie auf Daten von 3.346 Patienten aus dem Zeitraum 1996 bis 2015, die für das Erlanger Schlaganfall-Register (ESPRO) erhoben wurden. Veröffentlicht wurde die Studie im Fachmagazin "Stroke".

Nach Herz- und Krebserkrankungen ist der Schlaganfall in Deutschland die dritthäufigste Todesursache, gleichzeitig aber auch die häufigste Ursache für bleibende Behinderungen im Erwachsenenalter. Rund 200.000 Männer und Frauen sind jährlich davon neu betroffen, etwa 66.000 erleiden zum wiederholten Mal einen Schlaganfall. Die häufigste Form ist der sogenannte ischämische Schlaganfall: ein Hirninfarkt, der durch eine Minderdurchblutung des Gehirns ausgelöst wird, häufig verursacht durch ein Blutgerinnsel.

Jeder Zweite stirbt innerhalb von fünf Jahren  

Die Auswertung der Patientendaten zeigte, dass nach einem ersten Schlaganfall das Risiko für Wiederholungsfälle und Mortalität sehr hoch ist. Demnach stirbt beinahe jeder zweite Patient (49,6 Prozent) innerhalb von fünf Jahren nach dem ersten Schlaganfall. Jeder fünfte Patient (20,1 Prozent) erleidet in diesem Zeitraum einen erneuten Schlaganfall. Dabei ist das Sterblichkeitsrisiko bei Frauen etwas höher als bei Männern.

Wer die höchsten Überlebenschancen hat

Das Langzeitüberleben und die Wiederholungsrate unterschieden sich jedoch erheblich je nach Ursache des ersten Schlaganfalls. So hatten Patienten, deren Schlaganfall durch den Verschluss kleiner Arterien ausgelöst wurde, die höchsten Überlebenschancen nach fünf Jahren (Frauen: 71,8 Prozent, Männer: 75,9 Prozent).

Dagegen liegt diese Rate bei Patienten mit einem sogenannten kardioembolischen Schlaganfall, der unter anderem durch Vorhofflimmern verursacht werden kann, am niedrigsten. Bei Frauen lag der Wert bei 35,7 Prozent, bei Männern bei 47,8 Prozent.

Risikofaktoren für einen Schlaganfall

Ein Schlaganfall kommt nie wie ein Blitz aus heiterem Himmel, auch wenn Betroffene es manchmal so empfinden. Es gibt konkrete Faktoren, die das Risiko für einen Hirnschlag erhöhen. Besonders gefährlich sind hohe Cholesterinwerte und Bluthochdruck. Wer einem Schlaganfall vorbeugen möchte, sollte daher darauf achten, dass sich die Werte im Normbereich bewegen. Früherkennungsuntersuchungen und regelmäßige Gesundheits-Check-ups beim Arzt sind dabei hilfreich.

Zigaretten und Alkohol sind ebenfalls Risikofaktoren für einen Schlaganfall, gefolgt von Übergewicht und Bewegungsmangel. Um vorzubeugen, ist ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen, vitaminreichen Ernährung, Rauchverzicht, moderatem Alkoholkonsum und viel Bewegung wichtig.

Warnzeichen des Körpers beachten 

In vielen Fällen hat ein Schlaganfall einen Vorboten, die Transitorische Ischämische Attacke, kurz TIA. Die Symptome sind die gleichen wie bei einem Schlaganfall, allerdings klingen sie im Laufe einer Stunde meist wieder ab. Doch das macht eine TIA nicht weniger gefährlich. Oft bildet sich in den kommenden Tagen nämlich ein richtiger Schlaganfall heraus. 

Daher gilt: Bei plötzlich auftretenden Sprachstörungen, Lähmungserscheinungen oder Sehproblemen nicht zögern und den Notarzt unter 112 rufen. Denn beim Schlaganfall kommt es auf jede Minute an.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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