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Steifer Nacken: Ursachen und was sofort hilft

Verspannungen lösen  

Steifer Nacken: Wie es dazu kommt und was hilft

Ann-Kathrin Landzettel

24.08.2021, 07:26 Uhr
Steifer Nacken: Ursachen und  was sofort hilft. Eine Frau fasst sich an den Nacken. Muskelverspannungen im Nackenbereich können sehr schmerzhaft sein. Verursacht werden sie häufig durch Stress. (Quelle: Getty Images/simarik)

Eine Frau fasst sich an den Nacken. Muskelverspannungen im Nackenbereich können sehr schmerzhaft sein. Verursacht werden sie häufig durch Stress. (Quelle: simarik/Getty Images)

Der Nacken schmerzt und jede Kopfbewegung ist unangenehm: Ursachen eines steifen Nackens sind meist Muskelverspannungen und -verkürzungen, ausgelöst durch Fehlhaltungen oder Fehlbelastungen. 

Laut der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (Degam) machen Nackenschmerzen in Hausarztpraxen vier Prozent der Beratungsanlässe aus. Bei einem steifen Nacken, auch als steifer Hals bezeichnet, ist die Nackenmuskulatur verspannt, verhärtet und/oder verkürzt. Bewegungen sind oft nur eingeschränkt möglich und mit starkem Ziehen und Schmerzen verbunden. Was gegen den steifen Hals und die Nackenschmerzen hilft und wann Sie zum Arzt gehen sollten.

Verspannungen können in Arme und Kopf ausstrahlen

Der Nackenschmerz kann in die Arme und Schultern, in den Rücken und in den Kopf ausstrahlen. Akute Nackenschmerzen lassen nach bis zu drei Wochen meist nach. Von chronischen Nackenschmerzen sprechen Mediziner, wenn die Beschwerden länger als zwölf Wochen andauern oder die Halssteifigkeit immer wieder erneut auftritt.

Die Ursachen für einen steifen Hals sind vielfältig. Oftmals lässt sich kein klarer körperlicher Auslöser feststellen. Dann handelt es sich um funktionelle, unspezifische Nackenschmerzen.


Ute Repschläger ist Physiotherapeutin und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e.V.). Von Nackenschmerzen beziehungsweise einem steifen Nacken sind viele ihrer Patientinnen und Patienten betroffen (Foto: privat).

Steifer Nacken: Das sind die häufigsten Ursachen

Unspezifische Nackenschmerzen sind meist die Folge von muskulären Verspannungen, Überlastungen und Blockierungen im Hals- und Nackenbereich. Verursacht sind diese meist durch Fehlhaltungen, falsche Bewegungen, eine schwache und verkürzte Muskulatur und beginnende Abnutzung, aber auch durch psychische Faktoren wie Stress, Depressionen oder Angststörungen. Verkürzen oder verkrampfen sich die Muskeln, leidet die Beweglichkeit:

Der Nacken schmerzt und wird steif. Beispiele für Fehlhaltungen sind der Handynacken und lange Bildschirmarbeit sowie Überkopftätigkeiten. Ein nach vorne, oben oder hinten geneigter Kopf belastet die Halswirbelsäule, Sehnen und Muskeln stark.

Seltener sind Erkrankungen der Auslöser für einen steifen Nacken. Hierzu gehören: 

  • orthopädische Erkrankungen wie Schäden an den Wirbelkörpern (etwa aufgrund einer Osteoporose) oder Verschleiß (Arthrose)
  • rheumatische Krankheiten
  • Fibromyalgiesyndrom (chronische Schmerzkrankheit)
  • Schleudertrauma als Folge von Unfällen und Aufprallverletzungen
  • Bandscheibenvorfall
  • Spinalkanalstenose (Verengung des Wirbelkanals im Bereich der Halswirbelsäule)
  • Muskelzerrungen

Wärme und Bewegung helfen, die Verspannungen zu lösen

Sind Verspannungen die Ursache von Nackenschmerzen oder für einen steifen Hals, kann sich Wärme wohltuend auf die verspannten Muskelpartien auswirken und diese lockern helfen. Wärme unterstützt die Entspannung der Muskulatur und die Beweglichkeit. Auch die Durchblutung wird durch Wärme angeregt. Wärme kann eine gute Ergänzung zu Schmerzmitteln darstellen.

"Bei leichteren Beschwerden kann der Betroffene versuchen, sich durch Wärmeanwendung sowie sanfte Dehn- und Bewegungsübungen selbst zu helfen", sagt Physiotherapeutin Ute Repschläger. "Wer den akuten Schmerz überstanden hat, sollte mit Kräftigungsübungen die Nackenmuskulatur langfristig weiter stärken. Dadurch kann die gesamte Muskulatur besser mit negativen Einflüssen jeglicher Art umgehen."

Hausmittel Wärme gegen steifen Nacken

Sind Verspannungen die Ursache von Nackenschmerzen oder für einen steifen Hals, kann sich Wärme wohltuend auf die verspannten Muskelpartien auswirken und diese lockern helfen. Wärme unterstützt die Entspannung der Muskulatur und die Beweglichkeit. Auch die Durchblutung wird durch Wärme angeregt. Wärme kann eine gute Ergänzung zu Schmerzmitteln darstellen.

"Bei leichteren Beschwerden kann der Betroffene versuchen, sich durch Wärmeanwendung sowie sanfte Dehn- und Bewegungsübungen selbst zu helfen", sagt Ute Repschläger, Physiotherapeutin und Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands selbstständiger Physiotherapeuten (IFK e. V.). "Wer den akuten Schmerz überstanden hat, sollte mit Kräftigungsübungen die Nackenmuskulatur langfristig weiter stärken. Dadurch kann die gesamte Muskulatur besser mit negativen Einflüssen jeglicher Art umgehen."

Gegen akute Schmerzen: eine Übung bei steifem Nacken

Physiotherapeuten empfehlen bei einem steifen Hals und leichten Beschwerden unter anderem beispielsweise folgende Dehnübung: "Setzen Sie sich auf einen Stuhl oder Hocker und achten Sie auf eine aufrechte Körperhaltung. Legen Sie beide Hände an Ihren Hinterkopf und neigen Sie den Kopf in Richtung Brust, bis Sie einen leicht ziehenden oder Dehnschmerz im Nacken spüren. Halten Sie die Dehnung für mindestens 30 Sekunden. Wichtig ist, dass Sie die Bewegungen langsam und bewusst durchführen", erklärt Repschläger. "Ist die Übung unangenehm oder mit stärkeren Schmerzen verbunden, sollten Sie diese abbrechen."

Wer öfter unter einem verspannten Nacken leidet, kann auch vorbeugend tätig werden. Physiotherapeuten können Betroffenen zahlreiche Übungen zeigen, die Patienten eigenverantwortlich durchführen können. So lässt sich die entsprechende Muskulatur stärken und die richtige Belastung bzw. Haltung gezielt üben. 

Medikamente gegen akute Beschwerden

Helfen Wärme und lockernde Übungen nicht, können laut der Degam-Leitlinie zur Linderung der Nackenschmerzen und der Steifigkeit kurzfristig NSAR empfohlen werden. Die Wirkstoffgruppe der steroidalen Antirheumatika umfasst unter anderem Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen und Diclofenac. Die Schmerzmittel können in Form von Tabletten oder Schmerzsalben und -gelen angewendet werden.

Aufgrund möglicher ernster Nebenwirkungen sollten Schmerzmittel ohne ärztliche Absprache nicht häufiger als an drei Tagen in Folge und maximal an zehn Tagen im Monat eingenommen werden. Die Dosierempfehlung darf nicht überschritten werden. Wer bereits andere Medikamente einnimmt, sollte generell mit einem Arzt die Einnahme von Schmerzmitteln abstimmen.

Schmerzmittel helfen den Betroffenen, in Bewegung zu bleiben. Sind Verspannungen die Ursache, ist Bewegung unverzichtbar, um die Muskulatur zu lockern. Wer sich zu viel schont, riskiert neben zusätzlichen Verhärtungen auch eine Verkürzung der Muskulatur in Hals und Nacken, was die Beschwerden verstärkt. "Sich gar nicht oder nur eingeschränkt zu bewegen, ist kontraproduktiv. Dann können die Beschwerden andauern oder sich sogar verschlimmern", warnt Repschläger.

Wann mit steifem Nacken zum Arzt?

Bleiben Nackenschmerzen länger bestehen, ist es wichtig, die Ursache ärztlich abzuklären. Wenn auch eher selten der Fall: Hinter einem steifen Nacken beziehungsweise Schmerzen im Nacken können auch ernstere Erkrankungen stecken.

Halten die Nackenschmerzen länger als zwei Wochen an, sollten Betroffene einen Termin bei ihrem Hausarzt oder einem Orthopäden vereinbaren und die Ursache klären lassen. Sind Verspannungen der Auslöser, kann der Arzt eine Physiotherapie oder Krankengymnastik verordnen.

Sofort zum Arzt gehen sollten Sie, wenn

  • die Nackenschmerzen durch einen Unfall oder ein Trauma verursacht wurden,
  • Sie unter starken Schmerzen leiden,
  • die Beweglichkeit des Nackens stark eingeschränkt ist,
  • Genickstarre auftritt,
  • Lähmungserscheinungen auftreten,
  • Sie Gefühlsstörungen wie Kribbeln (Ameisenlaufen) in Nacken, Schultern oder Rücken bemerken,
  • der steife Nacken von starken Kopfschmerzen begleitet ist,
  • Übelkeit und Erbrechen die Beschwerden begleiten,
  • Fieber oder Schüttelfrost hinzukommen,
  • Benommenheit auftritt.

Bei orthopädischen Beschwerden oder bei Verdacht auf andere Erkrankungen sind meist weitere Untersuchungen notwendig, etwa bei einem Facharzt für Neurologie oder Neurochirurgie.

Verwendete Quellen:

 


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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