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Ja, die Redaktion hat f√ľr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Diagnose Krebs: Wie geht es jetzt weiter?

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 15.02.2022Lesedauer: 4 Min.
√Ąltere √Ąrztin zeigt einer Krebspatienten R√∂ntgenbilder: Erste wichtige Informationen √ľber ihre Krankheit bekommen Krebspatienten vom Arzt. Damit alle wichtigen Fragen beantwortet werden, sollten sie sich auf die Gespr√§che vorbereiten oder eine vertraute Person mitnehmen.
Erste wichtige Informationen √ľber ihre Krankheit bekommen Krebspatienten vom Arzt. Damit alle wichtigen Fragen beantwortet werden, sollten sie sich auf die Gespr√§che vorbereiten oder eine vertraute Person mitnehmen. (Quelle: TommL/getty-images-bilder)
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Schlagzeilen
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Die Diagnose Krebs ver√§ndert das Leben der Betroffenen von einer Sekunde auf die andere. Neben √Ąngsten, Verunsicherung und Hilflosigkeit, von denen die Betroffenen geplagt werden, kommen auch viele Fragen und Zweifel auf.

Nach der Krebsdiagnose wird in der Regel ein Behandlungsplan erstellt und mit dem Patienten und dessen Angeh√∂rigen besprochen. Auf manche Frage gibt es keine allgemeing√ľltige Antwort. Vielmehr m√ľssen die Patienten selbst herauszufinden versuchen, was f√ľr Sie richtig und wichtig ist. Das braucht Zeit, und es lohnt sich, daf√ľr auch die Unterst√ľtzung und Beratung von Fachpersonen in Anspruch zu nehmen. Was nach der einer Krebs-Diagnose wichtig ist und wo sich Betroffene informieren k√∂nnen.


Zysten, Myome, Polypen: Gutartige Tumore

Lipom auf der Kopfhaut: Das Fettgeschw√ľlst kann an s√§mtlichen Stellen des K√∂rpers auftauchen.
Polypen im Darm: Sie werden als Vorbeugemaßname entfernt, um Darmkrebs zu verhindern.
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Psychoonkologische Unterst√ľtzung nach der Krebsdiagnose

Der erste und direkte Ansprechpartner nach der Diagnose Krebs ist der Arzt oder die √Ąrztin, welche die Diagnose gestellt hat. Mit ihm oder ihr kann die betroffene Person erste Fragen kl√§ren, abstimmen, wie es weitergehen soll und nachfragen, wo es welche Hilfsangebote gibt. Fachkliniken f√ľr Krebsbehandlungen etwa sind nicht nur auf die Behandlung der Patientinnen und Patienten spezialisiert, sondern bieten auch Unterst√ľtzung durch psychoonkologisches Fachpersonal und psychosoziale Beratungsangebote an ‚Äď auch f√ľr Angeh√∂rige.

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Diese Angebote sind quasi die "Erste Hilfe" nach der Krebsdiagnose. Dort k√∂nnen Betroffene unter professioneller Begleitung √ľber ihre √Ąngste sprechen, erhalten Hilfe bei Fragen rund um die Krebserkrankung und bekommen dar√ľber hinaus Ausk√ľnfte zu Sozialleistungen bei Krebs.

Seelische Begleitung hilft bei der Krankheitsbewältigung

Ein Angebot zur Unterst√ľtzung, beispielsweise in Form von psychosozialen Beratungsgespr√§chen, sollte nach Ansicht von Fachleuten jeder Krebspatient erhalten. Angaben des Krebsinformationszentrums (KID) am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) zufolge ist etwa ein Drittel aller Menschen mit Krebs aufgrund der Erkrankung psychisch so stark belastet, dass die Kriterien einer psychischen St√∂rung erf√ľllt sind. Das kann zum Beispiel eine Anpassungsst√∂rung sein.

  • Psychoonkologie: "Kein Patient darf mit seinen √Ąngsten allein gelassen werden"

Mehr als die H√§lfte aller Krebspatienten leidet messbar unter einer erh√∂hten psychischen Belastung, auch wenn diese nicht zu einer psychischen St√∂rung f√ľhrt. Wie Untersuchungen zeigen, hat etwa ein Drittel bis die H√§lfte aller Krebsbetroffenen das Bed√ľrfnis nach einer psychosozialen Begleitung. Die Angebote k√∂nnen dabei helfen, einen Umgang mit der Erkrankung zu finden.

Quälende Fragen beantworten

Nach der ersten Begleitung durch die behandelnden √Ąrzte und einem m√∂glichen ersten Kontakt mit einem Psychoonkologen sitzen viele Betroffene irgendwann zuhause und merken, dass sie noch mehr √ľber ihre Krebserkrankung erfahren m√∂chten, ebenso zu Therapiem√∂glichkeiten und Heilungschancen.

Zudem tauchen nach dem ersten Schock der Diagnose mit der Zeit meist weitere Fragen auf: Wie soll es weitergehen? Was bedeutet die Erkrankung f√ľr mich und meine Familie? Was macht der Krebs mit mir? Muss ich dem Arbeitgeber von meiner Krebserkrankung erz√§hlen? Bekomme ich w√§hrend der Therapie weiterhin Gehalt? Was muss ich wo beantragen? Wann muss ich mich an die Krankenkasse wenden? Was ist eine Patientenverf√ľgung und macht diese f√ľr mich Sinn? Um diese Fragen neben der Behandlungs-Planung zu besprechen, reichen die Termine mit den behandelnden √Ąrzten allein oft nicht aus.

Informations- und Beratungsdienste unterst√ľtzen

F√ľr weitere Unterst√ľtzung k√∂nnen sich Betroffene jederzeit ‚Äď auch zu einem sp√§teren Zeitpunkt ‚Äď an Informations- und Beratungsstellen, etwa an eine Krebsberatungsstelle, zur ambulanten Betreuung wenden. Die Beratungsstellen sind gut vernetzt und k√∂nnen unter anderem psychotherapeutische Praxen mit psychoonkologischem Schwerpunkt in der N√§he nennen sowie √ľber Angebote von Selbsthilfegruppen informieren. Auch Reha-Einrichtungen bieten vergleichbare Unterst√ľtzung.

"Meist sind Psychoonkologen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen mit entsprechender Erfahrung in der Beratung tätig. Gespräche mit psychoonkologisch geschulten Beratern oder Sozialarbeitern sind auch in Reha-Einrichtungen während einer Rehabilitationsmaßnahme möglich", erklärt Claudia Sputh, Leiterin des Sachgebietes "Infonetz Krebs" der Stiftung Deutsche Krebshilfe.

(Quelle: Privat)


Claudia Sputh ist Leiterin des Sachgebietes "Infonetz Krebs", dem Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe. Nach dem Studium der Krankenpflege sammelte sie mehr als 30 Jahre Berufserfahrung im Gesundheitswesen als examinierte Krankenschwester. Davor war sie auf einer Palliativstation t√§tig, half bei deren Aufbau mit und √ľbernahm schlie√ülich die Leitung.

Mehr √ľber den Krebs erfahren

Des Weiteren bieten die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG), der Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ), die Landeskrebsgesellschaften der Deutschen Krebsgesellschaft sowie das das "Infonetz Krebs", der Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe, Beratungstelefone und Online-Hilfsangebote kostenfrei an. Auch im Kontakt mit der eigenen Krankenkasse lassen sich Fragen klären und begleitende Anlaufstellen erfragen.

"Manche Krebsberatungsstellen oder psychoonkologische Klinikdienste bieten dar√ľber hinaus zus√§tzliche Angebote an, zum Beispiel Informationsveranstaltungen, Gespr√§chsgruppen oder Unterst√ľtzung f√ľr Kinder krebskranker Eltern", erkl√§rt Sputh. "Ein breites Informationsangebot zu verschiedenen Krebsarten und Behandlungsm√∂glichkeiten bieten unter anderem 'Die blauen Ratgeber' der Stiftung Deutsche Krebshilfe ‚Äď auch f√ľr Angeh√∂rige."

Wann Psychotherapie hilft

Reichen die psychosozialen Hilfsangebote nicht aus und sind die Krebs-Betroffenen und/oder auch Angeh√∂rigen psychisch stark belastet, kann eine Psychotherapie helfen. "Eine Psychotherapie geht √ľber die psychoonkologische Beratung hinaus. Sie kann helfen, wenn die seelische Belastung durch die Erkrankung ausgepr√§gt ist oder lange andauert. Oder wenn bereits vor der Diagnose eine psychisch belastende Situation bestand", wei√ü Sputh.

Die Patientenleitlinie "Psychoonkologie. Psychosoziale Unterst√ľtzung f√ľr Krebspatienten und Angeh√∂rige" der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. und der Stiftung Deutsche Krebshilfe empfiehlt, dass Krebspatientinnen und Krebspatienten mit seelischer Belastung oder einer Anpassungsst√∂rung eine Einzel-, Gruppen- oder Paartherapie angeboten werden soll.

So könnten Einzeltherapien seelische Belastungen, Angst, Depressivität sowie körperliche Beschwerden verringern und die Lebensqualität verbessern. Gruppentherapien könnten insbesondere Angst und Depressivität vermindern und Paartherapien könnten helfen, seelische Belastungen zu verringern.

Krebs-Selbsthilfegruppen f√ľr den Austausch

Viele Betroffene einer Krebserkrankung w√ľnschen sich zudem einen Austausch mit anderen Betroffenen. Diese M√∂glichkeit bieten entsprechende Selbsthilfegruppen und Gruppenangebote verschiedener Institutionen, die ebenfalls √ľber die Krebsberatungsstellen und andere Beratungsangebote erfragt werden k√∂nnen. Vielen geben die Gespr√§che Kraft und Mut. Sie f√ľhlen sich verstanden.

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"Je nach Art der Krebserkrankung gibt es unterschiedliche Selbsthilfe-Organisationen, die Gruppentreffen oder andere Möglichkeiten der Begegnung anbieten, zum Beispiel das Haus der Krebsselbsthilfe", sagt Sputh. "Der Bundesverband ist die Dachorganisation von 10 Bundesverbänden der Krebs-Selbsthilfe mit insgesamt etwa 1.500 Selbsthilfegruppen, die umfassende und unabhängige Informationen zu den verschiedenen Krebserkrankungen und zur Krankheitsbewältigung anbieten sowie Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen nennen können."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Von Astrid Clasen
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