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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Woher Scheidentrockenheit kommt und was dagegen hilft

Von Wiebke Posmyk

Aktualisiert am 21.02.2022Lesedauer: 5 Min.
Nachdenkliche Frau, im Hintergrund ein Mann im Bett
Eine trockene Scheide kann das Sexualleben belasten. (Quelle: Wavebreakmedia/getty-images-bilder)
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Scheidentrockenheit ist nicht nur unangenehm, sie erhöht auch das Risiko fĂŒr Infektionen wie etwa eine BlasenentzĂŒndung. Oft steckt ein Östrogenmangel in den Wechseljahren dahinter. Aber auch jĂŒngere Frauen können betroffen sein. Lesen Sie mehr ĂŒber Ursachen, Symptome und Behandlung einer trockenen Scheide.

Das Wichtigste im Überblick


Brennen, Jucken, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Diese Beschwerden können auf eine trockene Scheide hinweisen. HĂ€ufig sind Frauen in den Wechseljahren betroffen. Aber auch jĂŒngere Frauen können unter Scheidentrockenheit (vaginale Trockenheit) leiden. Nicht nur körperliche, auch psychische Ursachen sind möglich.


FĂŒnf Ursachen fĂŒr Scheidentrockenheit

Frau mittleren Alters unglĂŒcklich mit Partner auf dem Bett: Hormonelle Schwankungen: Die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr Scheidentrockenheit sind VerĂ€nderungen im Hormonhaushalt. Vor allem in den Wechseljahren, wenn der Östrogenspiegel abnimmt. Das hat zur Folge, dass die Durchblutung im Intimbereich schlechter und die Scheide trocken wird. Typische Symptome sind Juckreiz und Brennen.
Depressive Frau sitzt auf dem Boden im Flur: Seelisches Leiden: Stress, NervositĂ€t und andere psychische Leiden können ebenfalls eine Ursache fĂŒr Scheidentrockenheit sein. Sexuelle Erregung sorgt normalerweise fĂŒr die Befeuchtung der Scheide beim Geschlechtsverkehr. Diese lĂ€sst jedoch bei seelischen Problemen nach.
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Andauernde Scheidentrockenheit kann das Sexualerleben und die Partnerschaft erheblich belasten. Ist die Scheide nicht feucht genug, erleben die betroffenen Frauen den Geschlechtsverkehr hÀufig als unangenehm oder gar schmerzhaft.

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Sekret schĂŒtzt die Scheide

Normalerweise ist die Scheide immer etwas feucht. Das milchige Sekret, das in der Scheide zu finden ist, schĂŒtzt die empfindliche Scheidenschleimhaut vor Krankheitserregern. Fachleute nennen dieses Sekret Fluor genitalis. Produziert wird es von Zellen der Scheidenschleimhaut und des GebĂ€rmutterhalses. Jede Frau hat daher von Natur aus immer ein wenig Ausfluss.

Damit Scheidensekret gebildet werden kann, ist unter anderem Östrogen notwendig. Fehlt dieses weibliche Geschlechtshormon, wird die Scheide trockener – zum Beispiel in den Wechseljahren, da dann der Östrogenspiegel abfĂ€llt. Östrogenmangel ist eine hĂ€ufige Ursache fĂŒr eine zu trockene Scheide.

NatĂŒrliches Gleitmittel bei sexueller Erregung

Bei sexueller Erregung bildet sich mehr FlĂŒssigkeit, denn BlutgefĂ€ĂŸe und DrĂŒsen sondern weitere Sekrete ab. Dieser Prozess heißt auch Lubrikation. Die Scheide ist dann feucht genug, um ohne Schmerzen Geschlechtsverkehr zu haben. Ist beim Sex zu wenig Sekret vorhanden, liegt eine Hypolubrikation vor.

Diese Symptome weisen auf Scheidentrockenheit hin

Scheidentrockenheit kann mit unterschiedlichen Symptomen verbunden sein. Dazu zÀhlen vor allem:

  • erschwerter Geschlechtsverkehr, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Juckreiz und Brennen im Bereich der Scheide
  • leichte Blutungen wĂ€hrend oder nach dem Geschlechtsverkehr

Scheidentrockenheit: Erhöhtes Risiko fĂŒr Blasenprobleme

HĂ€lt eine Scheidentrockenheit lĂ€nger an, ist die Vagina nicht mehr so gut vor Krankheitserregern geschĂŒtzt. Die ScheidenwĂ€nde werden mit der Zeit dĂŒnner, sodass Erreger leicht eindringen und eine Infektion auslösen können. Auch können dadurch leichter Blutungen entstehen.

Frauen, die unter einer trockenen Scheide leiden, haben hĂ€ufiger eine BlasenentzĂŒndung. Typische Symptome sind dann zum Beispiel Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen sowie hĂ€ufiger, oft plötzlich auftretender Harndrang. Die betroffenen Frauen mĂŒssen oft auf Toilette gehen, wobei jedoch nur eine geringe Urinmenge abgeht.

Scheidentrockenheit oder Pilz?
Brennen, Schmerzen oder Jucken im Bereich der Scheide können auch ein andere Ursache haben, etwa einen Scheidenpilz. Dabei ist die Scheidenschleimhaut gerötet und mit BelÀgen versehen. Im Zweifelsfall sollten Frauen die Beschwerden von ihrer FrauenÀrztin oder ihrem Frauenarzt abklÀren lassen.

Ursachen von Scheidentrockenheit

Mögliche Ursachen einer Scheidentrockenheit sind:

  • ein zu niedriger Östrogenspiegel, etwa in den Wechseljahren
  • bestimmte körperliche Erkrankungen, etwa Bluthochdruck
  • psychische Faktoren

DarĂŒber hinaus können weitere EinflĂŒsse die Beschwerden auslösen oder verstĂ€rken – etwa ĂŒbertriebene Intimhygiene, Rauchen oder Medikamente.

Scheidentrockenheit durch Östrogenmangel: Wechseljahre, Schwangerschaft & Co.

Sinkt der Spiegel des Geschlechtshormons Östrogen, wird weniger Scheidensekret gebildet. Da der Östrogenspiegel in den Wechseljahren natĂŒrlicherweise fĂ€llt, haben viele Frauen in dieser Lebensphase eine trockene Scheide. Bei einem Östrogenmangel werden die Haut und SchleimhĂ€ute der Scheide dĂŒnner und trockener. Fachleute sprechen von vaginaler Atrophie.

ZusĂ€tzlich zum Östrogenmangel fĂŒhrt ein weiterer Faktor dazu, dass die Scheide in den Wechseljahren trockener wird: eine mangelnde Durchblutung. In höherem Alter nimmt die Durchblutung in der Scheidenschleimhaut ab.

Nachdenkliche Frau mittleren Alters
Manche Frauen haben in den Wechseljahren Beschwerden wie Hitzewallungen oder einer trockene Scheide. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)

Eine Scheidentrockenheit durch Östrogenmangel kann aber auch andere Ursachen als die natĂŒrlichen Wechseljahre haben. Dazu zĂ€hlen zum Beispiel die sich verĂ€nderten Hormonspiegel nach der Geburt und wĂ€hrend der Stillzeit oder eine operative Entfernung der Eierstöcke.

Im Rahmen einer antihormonellen Therapie (etwa bei Brustkrebs) kann die Scheide ebenfalls trockener werden, da die Medikamente die Wechseljahre praktisch kĂŒnstlich herbeifĂŒhren. Ein sinkender Östrogenspiegel und eine damit verbundene Scheidentrockenheit kann zudem als Folge einer Chemotherapie oder nach einer Bestrahlung in der Beckenregion auftreten.

Scheidentrockenheit durch körperliche Erkrankungen

Eine trockene Scheide kann Symptom verschiedenster körperlicher Erkrankungen sein. Dazu zÀhlen unter anderem

  • Diabetes mellitus
  • Bluthochdruck
  • multiple Sklerose
  • gutartige Wucherungen der GebĂ€rmutterschleimhaut (Endometriose)
  • das Sjögren-Syndrom, eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die sekretbildenden DrĂŒsen angreift.

Scheidentrockenheit durch psychische Ursachen

Nicht zuletzt spielt die Psyche eine Rolle dabei, wie viel Scheidensekret gebildet wird. Belastungen, Stress oder psychische Erkrankungen können sich auf den Östrogenspiegel auswirken, was wiederum zu einer trockenen Scheide fĂŒhren kann.

Beim Geschlechtsverkehr dient das Scheidensekret als natĂŒrliches Gleitmittel, das sich bei sexueller Erregung vermehrt bildet. Ist zu wenig Sekret vorhanden, kann zum Beispiel ein mangelndes sexuelles Verlangen eine mögliche psychische Ursache sein. Weitere mögliche Ursachen sind etwa

  • Scham/Hemmungen vor der Partnerin oder dem Partner
  • zu wenig Einstimmung vor dem Sex
  • sexuelle Funktionsstörungen

Scheidentrockenheit behandeln

Frauen, die unter Scheidentrockenheit leiden, können auf Befeuchtungs- oder Gleitmittel auf Wasserbasis zurĂŒckgreifen. Mithilfe eines Gleitmittels kann der Penis beim Geschlechtsverkehr leichter in die Vagina eindringen. Entsprechende Mittel enthalten Wirkstoffe wie Hyaluron oder Glycerol. Sie können Sie so lange wie nötig verwenden. Sie erhalten die Mittel rezeptfrei in der Apotheke. Die eigentliche Ursache fĂŒr die Scheidentrockenheit beseitigen Sie jedoch nicht.

Bei lĂ€nger anhaltender Scheidentrockenheit ist wichtig, die Ursache zu kennen. HĂ€ufig stecken zwar hormonelle VerĂ€nderungen in den Wechseljahren oder nach der Geburt dahinter. Ist die trockene Scheide jedoch Symptom einer bestimmten Erkrankung – zum Beispiel eines Diabetes mellitus –, sollte die Krankheit entsprechend behandelt werden.

Meiden sollten Sie Pflegeprodukte mit Seife oder anderen aggressiven Inhaltsstoffen, da diese die Scheidenschleimhaut austrocknen können. Normalerweise reicht es aus, den Intimbereich grĂŒndlich mit lauwarmem Wasser zu waschen. Alternativ können Sie milde Waschlotionen wĂ€hlen, die einen niedrigen pH-Wert haben.

Behandlung bei Östrogenmangel

Hat Östrogenmangel in den Wechseljahren die Scheidentrockenheit verursacht, können eventuell niedrig dosierte östrogenhaltige Salben, Vaginaltabletten oder ZĂ€pfchen helfen, die direkt in der Scheide wirken. Die ÖstrogenprĂ€parate mĂŒssen regelmĂ€ĂŸig in die Scheide eingefĂŒhrt werden. Sie können alternativ oder zusĂ€tzlich zu Befeuchtungs- und Gleitmitteln verwendet werden.

Frau beim Arzt
Die Behandlung einer trockenen Scheide richtet sich auch nach der Ursache. (Quelle: Chinnapong/getty-images-bilder)

Nur wenn die Frau zusĂ€tzlich zur Scheidentrockenheit weitere starke Wechseljahrsbeschwerden hat, kommt möglicherweise eine Hormonersatztherapie mit Östrogen- und/oder Gestagen-PrĂ€paraten infrage, die auf den ganzen Körper wirkt – etwa in Form von Tabletten oder Pflastern.

Eine solche Behandlung ist jedoch nicht fĂŒr jede Frau geeignet, etwa bei Brust- oder GebĂ€rmutterkrebs. Zudem können verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Eine Hormonersatztherapie erhöht darĂŒber hinaus geringfĂŒgig das Risiko fĂŒr manche Krebsarten. Dazu zĂ€hlen Brust-, Eierstock- und GebĂ€rmutterkrebs. Das Risiko ist insbesondere dann erhöht, wenn die Behandlung ĂŒber einen langen Zeitraum hinweg durchfĂŒhrt und Gestagene und Östrogene miteinander kombiniert werden. Eine Hormonersatztherapie mit Tabletten erhöht zudem das Risiko fĂŒr Herzerkrankungen, Blutgerinnseln oder einen Schlaganfall. Daher muss die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit der Patientin sorgsam abwĂ€gen, ob eine solche Behandlung geeignet ist.

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Scheidentrockenheit durch psychische Probleme: Was tun?

Wenn eine trockene Scheide psychische Ursachen hat und dadurch der Geschlechtsverkehr schmerzhaft oder unangenehm ist, kann unter UmstĂ€nden schon ein offenes GesprĂ€ch mit der Partnerin oder dem Partner Entlastung bringen. Ist die Frau nicht ausreichend sexuell erregt oder fĂŒhlt sie sich gehemmt, kann es hilfreich sein, gemeinsam den GrĂŒnden nachzugehen. Bei Konflikten in der Beziehung kann gegebenenfalls eine Paarberatung oder Paartherapie sinnvoll sein.

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Wenn eine psychische Störung die Ursache ist – zum Beispiel nach einem traumatischen Ereignis oder aufgrund einer Depression –, ist psychotherapeutischer Rat empfehlenswert.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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