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Lymphdrüsenkrebs wird oft nicht gleich bemerkt

Tückische Krankheit  

Lymphdrüsenkrebs wird oft nicht gleich bemerkt

Larissa Koch

30.05.2017, 15:29 Uhr
Lymphdrüsenkrebs wird oft nicht gleich bemerkt. Das Lymphsystem durchzieht den gesamten Körper (Quelle: Thinkstock by Getty-Images/Eraxion)

Das Lymphsystem durchzieht den gesamten Körper (Quelle: Eraxion/Thinkstock by Getty-Images)

Geschwollene Lymphknoten hatte wohl jeder schon einmal. Ursache ist meist ein harmloser Infekt. Aber sie können auch ein Hinweis auf Lymphdrüsenkrebs sein. Das Tückische: Die Lymphknoten sind dann zwar geschwollen oder vergrößert, aber sie tun überhaupt nicht weh. 

Unterschieden wird zwischen zwei großen Gruppen von Lymphdrüsenkrebs: dem Hodgkin-Lymphom und dem Non-Hodgkin-Lymphom. Von einem Lymphom spricht man, wenn Lymphknoten geschwollen oder vergrößert sind. Die Mehrheit der Betroffenen, rund 85 Prozent, leidet unter der Variante Non-Hodgkin-Lymphom. Um diese Form des Lymphdrüsenkrebses soll es im Folgenden gehen.

Was genau passiert im Körper bei Lymphdrüsenkrebs?

Bei dieser Erkrankung entarten Lymphozyten – das sind weiße Blutkörperchen. Sie haben eine zentrale Rolle in der Immunabwehr. Sie befinden sich im lymphatischen Gewebe, wozu die Lymphknoten gehören, aber auch die Milz, der Thymusknoten und die Rachen- sowie Gaumenmandeln. In der Regel entsteht die Krankheit in den Lymphknoten. Da es jedoch überall im Körper lymphatisches Gewebe gibt, kann die Krebsart auch in inneren Organen beginnen.

Eine Gruppe dieser Krebsart ist hoch aggressiv

Non-Hodgkin-Lymphome werden – nach Krankheitsverlauf und Prognose – in zwei Hauptgruppen eingeteilt: niedrigmaligne und hochmaligne Lymphome. Hochmaligne (aggressive) Non-Hodgkin-Lymphome schreiten rasch fort und streuen bereits in frühen Krankheitsstadien Lymphomzellen im Körper aus. Niedrigmaligne Lymphome wachsen dagegen relativ langsam. Unbehandelt verlaufen Non-Hodgkin-Lymphome (vor allem die hochmalignen Formen) meist tödlich. Die chronische lymphatische Leukämie (CLL), die zu den niedrigmalignen Lymphomen zählt und meist bei älteren Menschen auftritt, schreitet in der Regel auch ohne Behandlung so langsam fort, dass viele Patienten nicht an ihrer Erkrankung, sondern mit ihrer Erkrankung sterben. (Quelle: Deutsche Krebsgesellschaft)

Was sind typische Symptome?

Klassisch bei diesem Lymphdrüsenkrebstypus sind schmerzlose Lymphknotenvergrößerungen. Das kommt durch die Vermehrung von Lymphozyten oder durch die Ansammlung von lymphknotenfremden Zellen. Eine Eigenschaft der Lymphome ist, dass sie keine spezifischen und manchmal nur sehr leichte Beschwerden verursachen. Mögliche Symptome können sein: Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit oder Sodbrennen sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit. Seltener kommt es zu Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsabnahme.

Welche sind die Ursachen?

Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen in Deutschland wird auf zehn bis 15 pro 100.000 Personen geschätzt. Wenn jemand an Lymphdrüsenkrebs erkrankt, kann das verschiedene Ursachen haben. Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, an einem Non-Hodgkin-Lymphom zu erkranken. Eine mögliche Ursache sind daher Mutationen des Genmaterials, die bei älteren Menschen zunehmen. Durch die Mutation kann es zur Aktivierung von Genen kommen, die ungebremstes Zellwachstum fördern. Weitere Auslöser für die Krankheit, neben dem Alter selbst, sind noch unerforscht.

Wie wird die Krankheit behandelt?

Es gibt sogar Fälle, in denen auf eine Therapie verzichtet wird. Und zwar dann, wenn die Krankheit nur sehr langsam voranschreitet und der Patient geringe Beschwerden hat. Jedoch wird der Erkrankte engmaschig kontrolliert. Bei aggressiv verlaufenden Lymphomen muss die Therapie dagegen grundsätzlich sofort beginnen.

Zur Behandlung ist sowohl die Strahlentherapie verbreitet, ebenfalls aber auch eine Chemotherapie. Manchmal werden beide Verfahren kombiniert. Inzwischen kommt auch eine Antikörpertherapie zum Einsatz. Dabei erkennen spezielle Antikörper die typische Oberflächenstruktur von Krebszellen und können sie ausschalten. Teilweise wird diese Therapie auch in Kombination mit einer Chemotherapie durchgeführt.

Weitere Behandlungsmethoden sind derzeit Gegenstand klinischer Studien. Nähere Informationen hierzu finden Sie auf der Internetseite des Kompetenznetz Lymphome.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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