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Hautkrebs: Zahl der Erkrankungen deutlich gestiegen

Präventionsangebote werden kaum genutzt  

Zahl der Hautkrebserkrankungen deutlich gestiegen

05.06.2019, 09:11 Uhr | dpa

Hautkrebs: Zahl der Erkrankungen deutlich gestiegen. Hautmal auf Arm: Hautkrebs ist ein Oberbegriff für sämtliche bösartigen Veränderungen der Haut. In der Umgangssprache wird er oft gleichgesetzt mit dem malignen Melanom. (Quelle: imago images/Manfred Segerer)

Hautmal auf Arm: Hautkrebs ist ein Oberbegriff für sämtliche bösartigen Veränderungen der Haut. In der Umgangssprache wird er oft gleichgesetzt mit dem malignen Melanom. (Quelle: Manfred Segerer/imago images)

Die Zahl der Hautkrebserkrankungen in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Gleichzeitig sind die Deutschen aber Muffel bei der Früherkennung, wie die Techniker Krankenkasse mitteilt. Nur jeder fünfte Versicherte nutzte demnach die Angebote.

Dem Hautkrebsreport der Krankenkasse zufolge nahm von 2009 bis 2015 der häufig tödlich verlaufende schwarze Hautkrebs um mehr als 30 Prozent zu. Der weniger gefährliche helle Hautkrebs stieg sogar um über 50 Prozent. Insgesamt gibt es demnach rund 270.000 Neuerkrankungen pro Jahr, womit Hautkrebs die häufigste Krebserkrankung bleibt. Jede siebte Erkrankung im Jahr sei der gefährliche schwarze Hautkrebs.

Diese Gruppe ist besonders häufig betroffen

Der Herausgeber des Reports, der Hamburger Dermatologe Matthias Augustin, erklärt, meist liege "die Ursache für die Erkrankung schon Jahrzehnte zurück." 20 bis 30 Jahre brauche der Hautkrebs, sich zu entwickeln. Besonders betroffen sei die Altersgruppe der 75- bis 79-Jährigen, in der durchschnittlich 843 von 100.000 Menschen im Jahr am schwarzen Hautkrebs erkrankten.

Bei den 20- bis 24-Jährigen seien es nur 41 von 100.000. Auffällig sei in der Statistik eine Häufung von schwarzem Hautkrebs bei Frauen im Alter von 45 bis 54 Jahren. Die Ursache dafür könne eine vermehrte Nutzung von Sonnenbänken und häufiges Sonnenbaden sein.

Früherkennungsangebote werden kaum genutzt

Im beobachteten Zeitraum nutzte den Angaben zufolge nur jeder fünfte gesetzlich Versicherte Früherkennungsangebote. Besondere Muffel der Früherkennung seien die Menschen in Berlin, Thüringen und Sachsen-Anhalt, wo weniger als 17 Prozent der Versicherten pro Jahr zum Screening gehen.

Gemessen an der Bevölkerungszahl gibt es in Hessen, Niedersachsen und Thüringen die meisten Erkrankten. Dies könne an Unterschieden im sozioökonomischen Status, der Dichte niedergelassener Dermatologen und der unterschiedlichen Inanspruchnahme von Früherkennung liegen.



Die Macher der Studie und die Techniker erklärten, die Entstehung von Hautkrebs sei vor allem verhaltensbedingt. Das Risiko einer Erkrankung sinke durch die Vermeidung übermäßiger UV-Strahlung sowie effektiven Schutz der Haut durch Kleidung und Sonnencreme.


Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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