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Speiseröhrenentzündung: Woher sie kommt, was hilft und wann sie gefährlich wird


Warum eine Entzündung der Speiseröhre gefährlich sein kann

Von Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 03.10.2022Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Je öfter die Magensäure in die Speiseröhre gelangt, desto höher ist das Risiko, dass die Schleimhäute langfristig geschädigt werden.
Je öfter die Magensäure in die Speiseröhre gelangt, desto höher ist das Risiko, dass die Schleimhäute langfristig geschädigt werden. (Quelle: Tharakorn/Getty Images)
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Ist die Speiseröhre entzündet, sprechen Mediziner von Ösophagitis. Ursache ist meist die Refluxkrankheit, bei der sich Magensäure nach oben drückt und die Schleimhaut der Speiseröhre reizt.

Sodbrennen oder Aufstoßen kann nach einer üppigen Mahlzeit vorkommen. Doch kommt es immer häufiger dazu, könnte eine Refluxkrankheit oder auch andere Erkrankungen in der Speiseröhre Entzündungsprozesse in Gang setzen. Was hilft und welche Risiken eine unbehandelte Speiseröhrenentzündung birgt.

Wann entzündet sich die Speiseröhre?

Der häufigste Auslöser für eine entzündete Speiseröhre ist die gastroösophageale Refluxkrankheit, kurz GERD (engl. gastroesophageal reflux disease). GERD-Betroffene leiden unter wiederkehrendem Sodbrennen, Brustschmerzen, saurem Aufstoßen und dem Aufsteigen von saurem Mageninhalt bis in die Mundhöhle (Regurgation).

Begleitend können Husten und Heiserkeit auftreten. Das Risiko für eine Speiseröhrenentzündung ist bei der Refluxkrankheit erhöht, da das Aufsteigen von Magensäure in die Speiseröhre die Schleimhaut angreift und Entzündungsprozesse fördert.

"Schätzungen zufolge sind zehn Millionen Deutsche von der Refluxkrankheit betroffen. Sie ist eine Volkskrankheit", sagt Prof. Dr. med. habil. Ahmed Madisch, Gastroenterologe am Centrum Gastroenterologie Bethanien des Agaplesion Krankenhauses Bethanien in Frankfurt am Main und Vorstand der Gastro-Liga e.V.

"Das Problem ist nicht ein Zuviel an Magensäure. Die Säure ist am falschen Platz – in der Speiseröhre. Als Ursache für den Säurerückfluss sind verschiedene Störungen im Schließmuskelapparat zwischen Magen und Speiseröhre zu finden."


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Eher unbekanntes Krankheitsbild: die eosinophile Ösophagitis

Die zweithäufigste Ursache für eine entzündete Speiseröhre ist dem Gastroenterologen zufolge eine eosinophile Ösophagitis. Hierbei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Speiseröhre, deren Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Allergien in der Luft oder in der Nahrung sind Auslöser der Entzündungsreaktion.

Kennzeichnend ist, dass sich in der Schleimhaut der Speiseröhre eosinophile Granulozyten, eine bestimmte Art weißer Blutkörperchen, ansiedeln und die Speiseröhre angreifen. Die eosinophile Ösophagitis gehört daher zu einer chronischen immunvermittelten allergischen Erkrankung.

"Hauptsymptome der Speiseröhrenentzündung sind Schluckbeschwerden, Schmerzen beim Schlucken, ein Kloßgefühl im Hals sowie Würgen, wenn der Bissen im Hals steckenbleibt. Die Entzündungsreaktionen führen zu Vernarbungen, Verkrampfungen und Bewegungsstörungen der Speiseröhre", sagt Madisch. "Oftmals sind junge Menschen betroffen. Viele Betroffene haben begleitende Allergien. Die Therapie der Wahl ist ein lokal auf die Schleimhaut wirkendes Kortison, das als Brausetablette im Mund aufgelöst und anschließend geschluckt wird."

Speiseröhrenentzündung durch Viren und Pilze

Eine weitere mögliche, aber seltenere Ursache für eine Speiseröhrenentzündung ist ein Befall der Schleimhaut mit bestimmten Viren, Bakterien oder Pilzen. Dies ist dem Experten zufolge vor allem bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem anzutreffen. Nicht nur bestimmte Erkrankungen können die Immunabwehr schwächen.

Manche Krankheiten erfordern eine Behandlung mit Immunsuppressiva. Das sind Medikamente, welche das Immunsystem unterdrücken. Auch organtransplantierte Menschen müssen Immunsuppressiva einnehmen, damit das transplantierte Organ nicht abgestoßen wird.

Welche Risiken birgt eine Speisröhrenentzündung?

Steigt die Magensäure immer wieder die Speiseröhre nach oben, was Betroffene vor allem als Sodbrennen, also Brennen hinter dem Brustbein wahrnehmen, kann es längerfristig zu bleibenden Schleimhautschädigungen kommen. Diese sichtbaren Veränderungen der Speiseröhre werden als Barrettösophagus, Zylinderepithelmetaplasie oder Barrett-Epithel bezeichnet. Bei etwa zehn Prozent der Menschen mit anhaltendem Säurerückfluss entstehen solche Veränderungen der Speiseröhrenschleimhaut.

Die Schädigungen des Gewebes können nicht nur Vernarbungen zur Folge haben, die unter anderem mit Verengungen, Schluckbeschwerden und Schmerzen verbunden sein können. "Auch wenn das Risiko gering ist: Jedes Jahr entwickeln etwa 0,5 Prozent der Betroffenen mit Barrettösophagus eine bösartige Entartung der Schleimhaut", sagt Madisch. Patienten mit einem Barrettösophagus bedürfen daher einer regelmäßigen Kontrollmagenspiegelung.

(Quelle: Agaplesion Krankenhaus Bethanien)

Prof. Dr. med. habil. Ahmed Madisch ist Gastroenterologe am Centrum Gastroenterologie Bethanien des Agaplesion Krankenhauses Bethanien in Frankfurt am Main und Vorstand der Gastro-Liga e.V. Der Darmexperte behandelt seit vielen Jahren Patientinnen und Patienten mit funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen wie Reizmagen und Reizdarm.

Wann mit Sodbrennen zum Arzt?

Sodbrennen nach einem sehr üppigen, fettreichen oder zuckerreichen Mahl kennt fast jeder. Schweres Essen regt nicht nur die Magensäureproduktion an. Ein gefüllter Magen kann auch den Druck auf Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre erhöhen, was den Rückfluss von Magensäure und Speisebrei begünstigt. Wer hin und wieder Sodbrennen hat, braucht sich keine Sorgen zu machen. Aufmerksam werden sollte man allerdings, wenn das Brennen hinter dem Brustbein regelmäßig auftritt.

"Um chronischen Reflux handelt es sich, wenn das Sodbrennen zwei- bis dreimal pro Woche auftritt. Dann sollte man die Ursache klären und entsprechend behandeln lassen", rät Madisch. "Die Gabe von Säureblockern gehört bei der Refluxkrankheit zur Standardtherapie.

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Das Mittel verhindert zwar nicht den Reflux, aber es reduziert den Säuregehalt. Entzündungen der Schleimhäute können durch die medikamentöse Behandlung abklingen und das Risiko für Entzündungen und Schleimhautschäden sinkt."

Speiseröhrenentzündung behandeln: Ernährung anpassen

Ergänzend zur medikamentösen Therapie hilft es Betroffenen, wenn sie Säure produzierende und üppige Speisen reduzieren. Fast jeder Betroffene weiß, welche Nahrungs- und Genussmittel Sodbrennen verstärken.

Das können fettige und zuckerreiche Speisen sein sowie scharfe Gewürze, Alkohol, Kaffee und kohlensäurehaltige Getränke. Auch ein Rauchstopp hilft bei der Linderung der Beschwerden.

"Es ist ratsam, mehrere kleine Mahlzeiten statt wenige große zu sich nehmen. Auch hilft in vielen Fällen eine Gewichtsreduktion. Wer zudem mit leicht erhöhtem Oberkörper schläft, wirkt einem Aufsteigen der Magensäure ebenfalls entgegen", so der Gastroenterologe. "Auch Heilerde kann bei Sodbrennen einen Versuch wert sein."

Wann eine Operation bei entzündeter Speiseröhre helfen kann

Ein operativer Eingriff ist nur selten notwendig. Er wird zum Beispiel dann durchgeführt, wenn der mechanische Defekt, also der gestörte Schließmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre, auf einen Zwerchfellbruch zurückzuführen ist.

Im Rahmen einer minimalinvasiven Operation versuchen die Ärzte mit bestimmten Nahttechniken, den Verschlussmechanismus wieder herzustellen. "Reflux ist in rund 80 Prozent der Fälle nicht heilbar und benötigt eine dauerhafte medikamentöse Behandlung, um die Symptome zu lindern sowie eine angepasste Ernährungs- und Lebensweise", so Madisch.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • awmf.org: "Diagnostik und Therapie der Plattenepithelkarzinome und Adenokarzinome des Ösophagus". S3-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Kurzversion 3.0. AWMF-Registernummer: 021/023OL. (Stand: Juni 2022)
  • awmf.org: "Gastroösophageale Refluxkrankheit". S2k-Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). AWMF-Registernummer 021-013. (Stand: Mai 2014)
  • gastro-liga.de: "Sodbrennen". Patientenratgeber der Gastro Liga e. V. (Stand: Aufgerufen am 29. August 2022)
  • speiseröhrenerkrankungen.de: "Erforschung der Ursachen des Barrett-Ösophagus". Online-Information der SHG-S Selbsthilfegruppe Speiseröhrenerkrankungen der Uniklinik Köln. (Stand: Aufgerufen am 29. August 2022)
  • internisten-im-netz.de: "Ursachen einer Speiseröhrenentzündung". Online-Information des Berufsverbands Deutscher Internistinnen und Internisten (BDI).
  • rki.de: "Gastritis, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre. Heft 55. Gesundheitsberichterstattung des Bundes". Online-Information des Robert Koch-Instituts (RKI) und des Statistischen Bundesamts. (Stand: 2013)
  • mri.tum.de: "Essen und Trinken bei Sodbrennen". Patienteninformation des Klinikums rechts der Isar (MRI ) und der Technischen Universität München (TUM). (Stand: Aufgerufen am 29. August 2022)
  • gesundheitsinformation.de: "Wie wird Reflux behandelt?". Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 17. November 2021)
  • gesundheitsinformation.de: "Sodbrennen und Refluxkrankheit". Online-Information des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 17. November 2021)
  • dasgastroenterologieportal.de: "Speiseröhrenentzündung". Online-Information des Gastroenterologieportals. (Stand: Aufgerufen am 29. August 2022)
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