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Reisen mit Baby: Was Sie beachten sollten

Tipps für die Reiseplanung  

Reisen mit Baby: Was Sie beachten sollten

31.01.2020, 16:10 Uhr | dpa, cch, t-online

Reisen mit Baby: Was Sie beachten sollten. Urlaub mit Baby: Nicht nur kurze Reisen sind mit Baby beliebt. Viele Mütter und Väter nutzen die Elternzeit für eine längere Reise. (Quelle: Getty Images/miodrag ignjatovic)

Urlaub mit Baby: Nicht nur kurze Reisen sind mit Baby beliebt. Viele Mütter und Väter nutzen die Elternzeit für eine längere Reise. (Quelle: miodrag ignjatovic/Getty Images)

Ob Kurztrip oder längere Auszeit: Viele junge Familien verreisen mit ihrem Neugeborenen. So eine Reise will gut vorbereitet sein.

Koffer packen und los geht's – was vor der Familiengründung so einfach schien, kann mit kleinen Kindern schnell zum Organisationsmarathon ausarten. Buggy, Windeln, Spielzeug oder das Kuscheltier: Nicht nur die Packliste wird komplizierter. Um entspannte Ferien zu verbringen, muss im Vorfeld an einiges gedacht werden.

Bei kaum einem anderen Familienthema gehen die Meinungen so weit auseinander wie beim Reisen mit Baby. Auch bei Ärzten. Der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Josef Kahl, hält längere Fernreisen mit Säuglingen für unverantwortlich und lehnt sie ab. "Kinder unter drei Monaten sollten nach Möglichkeit gar nicht verreisen. Es ist für sie enormer Stress."

Er rät, auch mit älteren Babys nur eingeschränkt zu reisen. Für Familienbesuche seien Flugreisen über wenige Stunden akzeptabel, schließlich sei die familiäre Bindung von Anfang an wichtig.

Sicherheit und Gesundheit sind am wichtigsten

Sarah Kotsias-Konopelska vom Vorstand der Gesellschaft für Tropenpädiatrie und Internationale Kindergesundheit (GTP) ist anderer Ansicht. Sie sagt: "Generell möchte ich jede Familie dazu ermutigen, zu verreisen." Sie empfehle aber, Sicherheit, Gesundheit und Wohlbefinden absoluten Vorrang zu geben. "Eltern sollten genau überlegen, was sie ihren Kindern zumuten können, um sie vor Gefahren zu schützen", so die Medizinerin. Wer mit einem krabbelnden Säugling verreise, der sich noch alles in den Mund stecke, werde große Mühe haben, das Baby vor Krankheiten durch Parasiten oder Durchfallerreger zu schützen.

Nicht nur kurze Reisen mit Baby sind beliebt. "Elternzeitreisen sind unglaublich am Wachsen", sagt Viola Ehrig-Bülters. Die zweifache Mutter und Tourismus-Fachfrau hat eine spezielle Reiseagentur für Familienreisen gegründet. "Noch vor einigen Jahren hat man für längere Reisen erstaunte bis vorwurfsvolle Blicke geerntet, jetzt verreisen immer mehr Eltern, vor allem in den zwei Monaten, in denen auch viele Väter Elternzeit nehmen", sagt sie. "Etwas langsamer, manchmal anstrengend, aber vor allem unglaublich spannend", so beschreibt sie das Reisen mit Kindern.

Reisen im Wohnmobil

Sehr beliebt für das Reisen mit Säugling: Wohnmobile. Das beobachtet auch der Caravaning Industrie Verband. "Wir sehen, dass mehr und mehr Mütter und Väter gemeinsam in Elternzeit gehen und mit Reisemobil, aber auch Caravan längere Reisen von vier bis acht Wochen mit dem Neugeborenen unternehmen", sagt Geschäftsführer Daniel Onggowinarso.

Kinderarzt Josef Kahl hat die Erfahrung gemacht, dass Väter bei der Auswahl der Reisedauer und -entfernung oft großzügiger sind als die Mütter. "Die Mütter spüren eher, dass manches nicht geht. Da muss man dann Kompromisse finden", so Kahl. Er sieht Reisen mit Säuglingen sehr kritisch, da Kinder die Unruhe in der Vorbereitungszeit spürten, die neue Umgebung ungewohnt sei, die Kleinen mit vielen fremden Menschen und mitunter auch anderen klimatischen Verhältnissen konfrontiert würden. Für Babys ist das aus seiner Sicht zu anstrengend. Selbst längere Autofahrten seien Stress für sie.

"Die kleinen Würmer müssen sich sehr umstellen, das fällt ja oft auch schon uns Erwachsenen schwer", sagt Kahl mit Blick auf Reiseziele in anderen Klimazonen. Außerdem müsse man überlegen, ob eine gute medizinische Versorgung gewährleistet sei. "Die Kinder können in bestimmten Regionen auch an Krankheiten erkranken, gegen die man noch nicht impfen kann", warnt der Arzt.

Reisen mit Baby: Grundimmunisierung sollte abgeschlossen sein

"Idealerweise werden Reisen so geplant, dass zumindest die Grundimmunisierung abgeschlossen ist und dass sie in den Zeitraum zwischen zwei U-Untersuchungen fallen", sagt Kotsias-Konopelska von der GTP. Es sei auch möglich, solche Vorsorgeuntersuchungen im Ausland durchführen zu lassen, am einfachsten bei deutschsprachigen Kinderärzten. Selbst Impfungen seien im Reiseland möglich. Inka Schmeling, Autorin eines Ratgebers zu Elternzeitreisen sagt, auch ihr seien die Impfungen wichtig gewesen. Außerdem sei es von Vorteil gewesen, dass ihr Sohn noch gestillt wurde.

"Regionen ohne Zugang zu sicherem Trinkwasser, mit klimatischen Extrembedingungen und mit einer Infrastruktur, die keine sichere Unterkunft und keine sichere Versorgung mit Nahrungsmitteln gewährleisten kann, sollten auf jeden Fall gemieden werden", betont Kotsias-Konopelska.

Wohin mit dem Baby reisen?

"Viele Eltern möchten auf der sicheren Seite sein und wählen Länder mit guter Infrastruktur. Vielen ist auch wichtig, die Sprache zu verstehen", weiß Agentur-Inhaberin Ehrig-Bülters. Besonders beliebt seien die USA, Kanada, Neuseeland und Australien. Sie empfehle immer auch, vorher mit dem Kinderarzt über eine Reise zu sprechen und eine gute Versicherung abzuschließen. Passieren könne überall auf der Welt etwas. Das hat sie selbst schon erlebt: Ihr neun Monate alter Sohn kam bei einer USA-Reise ins Krankenhaus. "Das war eine Ausnahmesituation", erinnert sich die Mutter. Für sie aber kein Grund, nicht wieder zu verreisen.

Ab wann dürfen Neugeborene fliegen?

In den ersten drei Monaten ihres Lebens sollten Babys am besten gar nicht fliegen – und auch in den neun Monaten danach nur, wenn es unbedingt sein muss. "Im Prinzip ist es so, dass sich Säuglinge in den ersten drei Lebensmonaten erst mit dem Leben akklimatisieren müssen", sagt Kinderarzt Kahl.

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Nach den ersten drei Monaten sind Baby-Flugreisen aus Ärztesicht vor allem für Familienbesuche erlaubt, so Kahl – unter der Voraussetzung, dass die Kinder gesund sind. "Sie dürfen also keine chronischen Krankheiten haben. Besonders bei Herzfehlern muss man da sehr vorsichtig sein." Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte kurz vor einer Flugreise mit dem Kind zum Arzt gehen.

Darauf müssen Eltern bei Flugreisen achten

Flugreisen mit kleinen Kindern müssen meist mehr vorbereitet werden als der Urlaub mit dem Auto. Ganz wichtig ist, dass das Neugeborene einen Reisepass hat. Bei Fragen helfen die Einwohnermeldeämter weiter. Außerdem sollten kleine Kinder bei Start und Landung etwas trinken – damit sie den Druckausgleich schaffen und keine Ohrenschmerzen bekommen.

Das sollten Sie einpacken: Packliste Reisen mit Baby

Nachfolgend finden Sie eine Checkliste für Dinge, die im Urlaub mit Kind hilfreich sind. Je nach Reiseart und Bedürfnissen Ihres Babys kann sie individuell erweitert werden.

  • Ausweis/Reisepass fürs Baby
  • Impfpass und Krankenversicherungskärtchen
  • Wechselkleidung im Handgepäck
  • Wickeltasche mit Reise-Wickelunterlage
  • Genug zu trinken, Proviant, Babynahrung, Milchpulver
  • Brustpumpe
  • Feuchttücher
  • Schnuller
  • Schnuffeltuch
  • Stofftier, Spielsachen, Bücher zum Vorlesen
  • Bodys
  • Strampler
  • Socken, Strumpfhosen
  • Shirts, Kleider
  • Jacke
  • Nachtwäsche, Schlafsack
  • Halstuch
  • Waschlappen
  • Haarbürste
  • Babywaschgel, -shampoo
  • Wundcreme, Pflegelotion
  • Zahnbürste und Zahnpasta
  • Lätzchen, Plastiklöffel
  • Fläschchen
  • Plastiktüten (für benutzte Windeln und anderen Müll)
  • Babyphone
  • Reisebett
  • Spieluhr
  • Kinderwagen, Tragetuch oder Kraxe
  • Sonnenschutz: Sonnenhut, Sonnencreme
  • Eventuell Kindersitz für den Mietwagen
  • Reiseapotheke mit Erste-Hilfe-Set, Thermometer, Fieberzäpfchen, Fiebersaft, Hustensaft, Desinfektionsspray, Wund- und Heilsalbe und Co.
Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • Eigene Recherchen

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