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Mazedonien verschärft Einreisebedingungen erneut

Vor EU-Türkei-Gifel  

Mazedonien verschärft Einreisebedingungen erneut

06.03.2016, 16:33 Uhr | AP

Mazedonien verschärft Einreisebedingungen erneut. Zahlreiche Flüchtlinge müssen im Flüchtlingslager in Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien ausharren.  (Quelle: dpa/Kay Nietfeld)

Zahlreiche Flüchtlinge müssen im Flüchtlingslager in Idomeni an der Grenze zwischen Griechenland und Mazedonien ausharren. (Quelle: Kay Nietfeld/dpa)

Die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze verschärft sich weiter. Mazedonien lässt nun nur noch Menschen einreisen, die aus Städten kommen, in denen Krieg herrscht. Das berichtet die griechische Polizei. 

Damit haben die Spannungen einen Tag vor dem EU-Türkei-Gipfel zur Flüchtlingspolitik noch weiter zugenommen. Auf dem EU-Sondergipfel soll eine gemeinsame Lösung für die Flüchtlingskrise gefunden werden. Kanzlerin Angela Merkel hofft dabei auf eine enge Zusammenarbeit mit der Türkei.  

Mazedonien verweist auf Balkan und Österreich  

Die griechische Polizei teilte mit, die neuen Restriktionen Mazedoniens bedeuteten, dass beispielsweise Flüchtlinge aus der syrischen Stadt Aleppo von Griechenland aus nach Mazedonien einreisen dürften, nicht aber solche aus Damaskus oder der irakischen Hauptstadt Bagdad. 

Mazedonien begründet die Einschränkungen mit dem Verhalten seiner nördlichen Nachbarn, die ähnlich verfahren würden. Die Balkanländer und Österreich hatten vor kurzem strenge Beschränkungen eingeführt, um den Flüchtlingsstrom einzudämmen. In Griechenland kommen jedoch täglich bis zu 2000 Flüchtlinge aus der Türkei an.  

Griechische Flüchtlingslager sind überfüllt 

Im griechischen Idomeni an der Grenze zu Mazedonien warten derzeit bis zu 14.000 Menschen. Das Flüchtlingslager in Idomeni ist lediglich für 2000 Personen ausgelegt und völlig überfüllt. 

In weiteren Lagern in der Region sitzen nochmals 6000 bis 7000 Menschen fest. Viele Neuankömmlinge haben entlang der Eisenbahnlinie und auf umliegenden Feldern ihre Zelte errichtet.

Tsipras kritisiert die EU 

Der griechische Ministerpräsident Alexis Tsipras kritisierte die EU, sich nicht an Vereinbarungen zu halten, Flüchtlinge umzusiedeln. "Während Idomeni für Flüchtlinge geschlossen wurde, sind die Flüchtlingsströme von den Inseln, von den türkischen Küsten zu den Inseln, weiter vorhanden. Es muss völlig klar sein, dass ein zuverlässiger Prozess zur Umsiedlung von Flüchtlingen aus unserem Land in andere Länder eine Sache oberster Priorität ist." Genau dies solle am Montag bei dem Gipfel angestrebt werden.

Am Morgen waren viele Griechen in die Flüchtlingslager gekommen, um Lebensmittel und Kleidung zu spenden. Viele wurden angepöbelt, als sie die ersten Zelte erreichten. Männer, Frauen und Kinder balgten, um Almosen zu bekommen. Die Zahl der Flüchtlinge überfordert die griechischen Behörden. Schlangen mit Hunderten von Menschen bildeten sich, die stundenlang auf ein Sandwich warteten. 

Der griechische Regionalgouverneur Apostolos Tzitzikostas hatte am Samstag wegen der dramatischen Situation der gestrandeten Flüchtlinge seine Regierung aufgefordert, den Ausnahmezustand auszurufen. So könnten die Behörden Nahrung und andere Hilfsmittel erhalten, um die Lebensbedingungen der Flüchtlinge zu verbessern.

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