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Fall Skripal: Russland wird nicht an Ermittlungen beteiligt

Ablehnung von Experten  

Fall Skripal: Russland wird nicht an Ermittlungen beteiligt

04.04.2018, 22:21 Uhr | dpa, AP

. Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja steht vor dem Logo der Vereinten Nationen: Russland hat eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zum Skripal-Fall gefordert. (Archivbild) (Quelle: dpa/Albin Lohr-Jones/Pacific Press via ZUMA Wire)

Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja steht vor dem Logo der Vereinten Nationen: Russland hat eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates zum Skripal-Fall gefordert. (Archivbild) (Quelle: Albin Lohr-Jones/Pacific Press via ZUMA Wire/dpa)

Russland möchte an der Untersuchung des Giftanschlags auf Sergei Skripal beteiligt werden. Doch die Organisation zum Verbot chemischer Waffen lehnt das ab. Am Donnerstag soll sich der UN-Sicherheitsrat mit dem Fall befassen.

Die Organisation zum Verbot Chemischer Waffen (OPCW) hat eine Beteiligung Russlands an den britischen Ermittlungen im Vergiftungsfall Sergei Skripal abgelehnt. Nur sechs der 41 Staaten im Exekutivrat der Organisation hätten am Mittwoch für einen entsprechenden Antrag Russlands gestimmt, teilte die britische Delegation mit. Moskau will seine Sicht der Dinge nun im UN-Sicherheitsrat darlegen.

Der ehemalige russische Doppelagent Skripal und seine Tochter waren vor einem Monat im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden worden. Skripal ist immer noch in kritischem Zustand, seiner Tochter geht es etwas besser. Großbritannien beschuldigt Russland, für die Vergiftung verantwortlich gewesen zu sein und dabei das in der Sowjetunion entwickelte Nervengift Nowitschok eingesetzt zu haben.

Moskau weist die Vorwürfe zurück und beantragte auch die Sondersitzung der OPCW, deren Experten helfen sollen, das Gift zweifelsfrei zu identifizieren. Der Leiter des zuständigen britischen Forschungslabors Porton Down, Gary Aitkenhead, hatte am Dienstag gesagt, man habe keine präzise Quelle für das Gift ermittelt.

Russland fühlt sich zu Unrecht verurteilt

Russland sah das als Eingeständnis, dass es vorschnell verurteilt worden war. Bestätigt sah es sich auch dadurch, dass die britische Regierung einen älteren Tweet löschte, in dem es hieß, das Gift sei von Porton Down als eine in Russland hergestellte Substanz identifiziert worden.

Die Regierung in London blieb aber bei ihren Vorwürfen gegen Russland. Mit seinem lächerlichen Vorschlag, an den Ermittlungen beteiligt zu werden, wolle Moskau nur die unabhängige Untersuchung der OPCW untergraben, sagte Außenminister Boris Johnson. Es gebe keine OPCW-Vorschrift, die ein Opfer zwinge, mit dem wahrscheinlichen Täter gemeinsam zu ermitteln, sagte der britische Vertreter bei der Organisation, John Foggo. Das wäre "pervers". Der Vorstoß sei nichts anderes als eine "Ablenkungstaktik und noch mehr Desinformation, um Fragen auszuweichen, die russische Behörden beantworten müssen".

Der russische OPCW-Delegierte Alexander Schulgin monierte hingegen, dass Großbritannien die Ermittlungen im Fall Skripal völlig intransparent führe. "Russland und auch andere Mitgliedstaaten des Exekutivkomitees wurden von der Untersuchung ausgegrenzt", sagte er. Er wies darauf hin, dass sich 17 Staaten bei dem Votum enthalten hätten, was darauf hindeute, dass sie die Position der Briten nicht unterstützten.

Russischer UN-Botschafter will Sitzung des UN-Sicherheitsrats

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensia beantragte daraufhin eine weitere Sondersitzung auf anderer internationaler Bühne, vor dem UN-Sicherheitsrat. Er sagte, sein Land teile die Auffassung, dass der Einsatz chemischer Waffen inakzeptabel sei und aufgeklärt werden müsse. Die Sitzung ist für Donnerstag 15 Uhr Ortszeit geplant.

Parallel dazu stellten die Russen weitere Anschuldigungen gegen den Westen in den Raum. Der russische Auslandsgeheimdienstchef Sergei Narischkin warf Großbritannien und den USA am Mittwoch vor, die Vergiftung Skripals und seiner Tochter inszeniert zu haben und sprach von einer "grotesken Provokation". Die Vereinigten Staaten versuchten, Russland zu schädigen und arbeiteten mit den gleichen Methoden wie im Kalten Krieg, sagte Narischkin.

Verwendete Quellen:
  • AP

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