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Militär: Weltweite Militärausgaben steigen weiter

Militär  

Weltweite Militärausgaben steigen weiter

02.05.2018, 07:28 Uhr | dpa

Militär: Weltweite Militärausgaben steigen weiter. Aufnahme der US-Luftwaffe zeigt ein Kampfflugzeug des Typs F-22A Raptor beim Abfeuern von Geschossen.

Aufnahme der US-Luftwaffe zeigt ein Kampfflugzeug des Typs F-22A Raptor beim Abfeuern von Geschossen. Foto: Tsgt Ben Bloker/Archiv. (Quelle: dpa)

Stockholm (dpa) - Angesichts wachsender Spannungen auf der Welt wird derzeit so stark aufgerüstet wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr.

Nach Daten des Friedensforschungsinstituts Sipri stiegen die Militärausgaben im vergangenen Jahr international leicht auf 1,74 Billionen US-Dollar (rund 1,43 Billionen Euro). Das untergrabe die Suche nach friedlichen Lösungen für Konflikte auf der ganzen Welt, warnten die Forscher.

Globaler Spitzenreiter sind die USA, die bereits 2016 nach Jahren sinkender Militärausgaben wieder mehr Geld in Rüstung investiert hatten. 2017 blieben diese Ausgaben laut Sipri zwar auf hohem Niveau konstant. Für 2018 würden aber erneut deutlich höhere Investitionen angepeilt, erklärte Sipri-Spezialistin Aude Fleurant. Die USA stockten nicht nur ihr militärisches Personal auf, sondern modernisierten konventionelle und nukleare Waffen.

Insgesamt investierten die USA im vergangenen Jahr 610 Milliarden Dollar in Rüstungsgüter - mehr als die sieben nächstgrößten Investoren zusammen. China, das seine Rüstungsausgaben seit mehr als zwei Jahrzehnten kontinuierlich steigert, schraubte die Investitionen um rund 5,5 Prozent auf geschätzte 228 Milliarden US-Dollar hoch. Experten gehen davon aus, dass Chinas Rüstungsausgaben tatsächlich deutlich höher sind, als die Regierung offiziell angibt.

Russland dagegen, bisher Nummer drei im weltweiten Vergleich, steckte zurück. Erstmals seit 1998 sanken die Militärausgaben - und zwar gleich kräftig um rund ein Fünftel auf nun 66 Milliarden Dollar. Die Sipri-Forscher sehen als Grund dafür nicht etwa einen Kurswechsel, sondern Russlands Wirtschaftskrise. "Die Modernisierung des Militärs bleibt eine Priorität in Russland, doch die wirtschaftlichen Probleme, die das Land seit 2014 erlebt, schränken das Rüstungsbudget ein", erklärte Sipri-Forscher Siemon Wezeman.

Insgesamt stiegen die Militärausgaben dem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zufolge im Mittleren Osten, in Afrika südlich der Sahara, in Südamerika, Zentral-, Süd- und Ostasien sowie in West- und Mitteleuropa. Hier wirke sich weiterhin die Angst vor einem Konflikt mit Russland aus. In Nordafrika, Mittelamerika, Australien und Osteuropa dagegen nahmen die Investitionen ab.

Vor allem Länder in Asien und im Mittleren Osten hätten zur Steigerung der Militärausgaben beigetragen, analysierte Wissenschaftler Nan Tian. "Auf globalem Level verlagern sich die Rüstungsausgaben klar weg von der Euro-Atlantik-Region." Saudi-Arabien investierte nach Sipri-Schätzungen fast 70 Milliarden Dollar in sein Militär - trotz niedriger Ölpreise trieben die Konflikte in der Region die Ausgaben wieder nach oben.

Auch Deutschland gab 2017 so viel Geld für Waffen und Militär aus wie zuletzt vor fast zehn Jahren. Die Rüstungsausgaben stiegen um 3,5 Prozent auf 44,3 Milliarden US-Dollar (36,7 Milliarden Euro). Weltweit ist Deutschland nach Sipri-Daten damit das Land mit den neunthöchsten Rüstungsausgaben. Das Nato-Ziel zur Erhöhung der Verteidigungsausgaben auf zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts verfehlt Deutschland allerdings weiter deutlich.

Die Friedensforscher stützen sich in ihrer jährlichen Studie nicht nur auf offizielle Regierungsangaben zum Verteidigungsbudget, sondern berücksichtigen zahlreiche weitere Quellen. Darunter sind neben Statistiken von Zentralbanken und der Nato beispielsweise auch Antworten der Regierungen auf Umfragen etwa der Vereinten Nationen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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