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Ex-Bürgerkriegsregion - Autobombenanschlag in Nordirland: Verdacht gegen Neue IRA

Ex-Bürgerkriegsregion  

Autobombenanschlag in Nordirland: Verdacht gegen Neue IRA

21.01.2019, 16:24 Uhr | dpa

Ex-Bürgerkriegsregion - Autobombenanschlag in Nordirland: Verdacht gegen Neue IRA. Nach der Explosion in der Innenstadt der nordirischen Stadt Londonderry geht die Polizei Hinweisen auf eine Autobombe nach.

Nach der Explosion in der Innenstadt der nordirischen Stadt Londonderry geht die Polizei Hinweisen auf eine Autobombe nach. Foto: Steven Mcauley/PA Wire. (Quelle: dpa)

Londonderry (dpa) - Nach der Explosion einer Autobombe in der nordirischen Stadt Londonderry sind fünf Männer festgenommen worden, die der militanten Gruppierung Neue IRA angehören sollen.

Am Sonntag wurden vier Männer im Alter von etwa 20 bis 42 Jahren festgesetzt. Am Montag meldete die Polizei die Festnahme eines 50-Jährigen. Im britischen Nordirland treiben diverse Gruppierungen ihr Unwesen.

Nach Ansicht des Mediators Michael Doherty kann der geplante EU-Austritt Großbritanniens solche Vorfälle anfachen. Befürchtet wird vor allem, dass die Einführung von Grenzkontrollen zwischen dem EU-Mitglied Republik Irland und dem britischen Nordirland die Gewaltspirale in der Ex-Bürgerkriegsregion wieder in Gang setzt.

"Der Brexit wird zweifellos als Ausrede für Republikaner angesehen werden, um den britischen Staat mit Gewalt von der irischen Insel zu vertreiben", sagte Doherty der Deutschen Presse-Agentur. Er vermittelt seit Jahrzehnten bei Konflikten zwischen Protestanten und Katholiken. Er steht dafür auch in Kontakt mit Paramilitärs in Londonderry und wurde für seine Arbeit bereits ausgezeichnet.

Der Sprengsatz war am Samstagabend im Zentrum der Stadt vor einem Gericht detoniert. Verletzt wurde niemand. Nur 15 Minuten vor der Explosion war eine Warnung eingegangen. Daraufhin begann die Polizei mit der Räumung umliegender Gebäude. Videoaufnahmen zeigten, wie gefährlich die Lage war: Noch wenige Minuten vor dem Anschlag ging eine Gruppe von Menschen an dem Fahrzeug vorbei.

Der stellvertretende Polizeipräsident Mark Hamilton berichtete, dass auch Hunderte Hotelgäste und sehr viele Kinder eines Jugendclubs in Sicherheit gebracht werden mussten. Das Fahrzeug, in dem die Bombe platziert wurde, war demnach kurz zuvor von einem Pizza-Lieferanten gestohlen worden. Am Montag versetzte der Raub zweier Autos durch bewaffnete, maskierte Männer die Polizei zweimal erneut in Alarmbereitschaft.

Die 85.000-Einwohner-Stadt Londonderry liegt im Nordwesten der Provinz an der Grenze zur Republik Irland. Dort wohnen vor allem Katholiken, die ihre Stadt schlicht Derry nennen.

Die britische Ministerin für Nordirland, Karen Bradley, wertete den Anschlag als einen Versuch, nach einem 20 Jahre währenden Friedensprozess "den Fortschritt in Nordirland zum Erliegen zu bringen". Die Vorsitzende der nordirischen Unionisten-Partei DUP, Arlene Foster, sprach von einem "sinnlosen Akt des Terrors".

Auch 20 Jahre nach dem Karfreitagsabkommen, das den blutigen Konflikt in Nordirland beendete, kommt es immer wieder zu Streits um die Zukunft der Region. Im Bürgerkrieg standen katholische Nationalisten, die eine Vereinigung mit Irland anstreben, protestantischen Unionisten gegenüber, die weiterhin zu Großbritannien gehören wollen. Die Irisch-Republikanische Armee (IRA) hatte im Nordirland-Konflikt gegen pro-britische Protestantengruppen, die Polizei und das britische Militär gekämpft. Noch heute kommt es vereinzelt zu Gewalt.

Hamilton beschrieb die mutmaßlichen Täter so: "Wie die meisten republikanischen Dissidentengruppen in Nordirland ist die Neue IRA klein, weitgehend unrepräsentativ und darauf ausgerichtet, Menschen wieder dorthin zurückbringen, wo sie nicht sein wollen."

Während des Nordirlandkonflikts wurden etwa 3700 Menschen getötet, fast 50.000 verletzt und 500.000 gelten als psychisch traumatisiert.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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