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Waffenruhe vereinbart: Lage zwischen Israel und Islamischem Dschihad beruhigt sich

Islamischer Dschihad  

Lage zwischen Israel und Islamischem Dschihad beruhigt sich

15.11.2019, 16:22 Uhr | dpa

Waffenruhe vereinbart: Lage zwischen Israel und Islamischem Dschihad beruhigt sich. Benjamin Netanjahu (vorne,r), Premierminister von Israel, inspiziert das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome.

Benjamin Netanjahu (vorne,r), Premierminister von Israel, inspiziert das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome. Foto: Amos Ben-Gershom/GPO/dpa. (Quelle: dpa)

Tel Aviv (dpa) - Nach einer neuen Eskalation der Gewalt im Nahen Osten hat sich die Lage am Freitag zunächst beruhigt. Noch in der Nacht hatten israelische Kampfflugzeuge Ziele der palästinensischen Extremistenorganisation Islamischer Dschihad angegriffen, wie die Armee auf Twitter mitteilte.

Vorausgegangen war neuerlicher Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen. Doch ab Freitagmorgen hielten sich beide Seiten zurück. Das zuständige Komitee sagte die wöchentlichen Proteste an der Gaza-Grenze zu Israel wegen der Gewalt in dieser Woche ab.

Israel und der Islamische Dschihad hatten sich unter Vermittlung Ägyptens und der Vereinten Nationen am Donnerstag auf eine Waffenruhe geeinigt. Trotzdem feuerten militante Palästinenser bis zum Donnerstagabend nach Armeeangaben noch vereinzelt Raketen nach Israel ab. Im israelischen Grenzgebiet blieben nach Radioberichten die Schulen am Freitag erneut geschlossen.

Der Islamische Dschihad wird von EU und USA als Terrororganisation eingestuft und hat in der Vergangenheit häufig Anschläge in Israel verübt. Die Organisation wird von Israels Erzfeind Iran finanziert und hat sich die Zerstörung des jüdischen Staates auf die Fahnen geschrieben.

Am Donnerstagabend waren an mehreren Orten im Gazastreifen tausende Menschen auf die Straße gegangen und hatten gegen die Waffenruhe protestiert. In Sprechchören forderten sie die Zerstörung Tel Avivs, wie Videos im Internet zeigten.

Die Zahl der in dieser Woche durch israelische Luftangriffe getöteten Palästinenser im Gazastreifen stieg am Freitag auf 35. Ein Mitglied des bewaffneten Arms der islamistischen Hamas, der Kassam-Brigaden, erlag seinen Verletzungen vom Mittwoch, wie die Kassam-Brigaden mitteilten. Die meisten der Toten waren nach palästinensischen Quellen militante Palästinenser gewesen.

Die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete allerdings unter Berufung auf die Armee, das Militär habe einen Fehler eingestanden beim Luftangriff auf ein Haus im Gazastreifen. Bei dem Angriff war in der Nacht zum Donnerstag nach ersten Angaben von Augenzeugen und örtlichen Medien ein Kommandeur des Islamischen Dschihad mit seiner Familie getötet worden. Mit Rasmi Abu Malhous seien in Dir al-Balah acht Menschen getötet worden, darunter fünf Minderjährige, bestätigte das Gesundheitsministerium in Gaza.

Das palästinensische Menschenrechtszentrum Al Misan in Gaza teilte am Freitag jedoch mit, alle bei dem Luftangriff getöteten Menschen seien Zivilisten gewesen. Es hätten sich keine militanten Palästinenser, etwa des Islamischen Dschihad, in dem Privathaus befunden. Rasmi Abu Malhous sei ein einfacher Beduine gewesen, sein Bruder ein pensionierter Mitarbeiter der Palästinensischen Autonomiebehörde im Gazastreifen. Dies hätten eine Untersuchung und die Befragung von Nachbarn ergeben.

Laut "Haaretz" war die Armee nach eigenen Angaben davon ausgegangen, das Gebäude sei leer. Eine Armeesprecherin sagte lediglich, das Militär habe "eine militärische Einrichtung des Islamischen Dschihad" in Dir al-Balah angegriffen. "Den Informationen zufolge, die der Armee zum Zeitpunkt des Angriffs vorlagen, wurde nicht erwartet, dass Zivilisten zu Schaden kommen würden." Die Armee untersuche den Vorfall.

Die militanten Palästinenser hatten mit dem Raketenbeschuss Israels auf die gezielte Tötung ihres Militärchefs Baha Abu Al Ata durch die israelische Luftwaffe reagiert. Auch seine Frau kam bei dem Angriff in der Nacht zum Dienstag ums Leben. Israel griff anschließend Dutzende Ziele des Islamischen Dschihad im Gazastreifen an.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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