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Neue Corona-Mutation: Acht Passagiere aus London positiv getestet

Neue Corona-Mutation  

Acht Passagiere aus London positiv getestet

21.12.2020, 13:26 Uhr | dpa

Neue Corona-Mutation: Acht Passagiere aus London positiv getestet. Einsatzkräfte auf dem Rollfeld in Hannover: Aus London ankommende Passagiere wurden auf dem Flughafengelände gestoppt. (Quelle: dpa/Moritz Frankenberg)

Einsatzkräfte auf dem Rollfeld in Hannover: Aus London ankommende Passagiere wurden auf dem Flughafengelände gestoppt. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa)

An mehreren Flughäfen in Deutschland sitzen Passagiere aus Großbritannien fest. Wegen der neuen britischen Virus-Mutation stehen sie unter Quarantäne. Nun wurden erste positive Fälle bekannt.

Wegen der neuen Variante des Coronavirus ist die Einreise von Flugpassagieren aus Großbritannien an mehreren deutschen Flughäfen am Sonntagabend zunächst gestoppt worden. Ab Mitternacht untersagte Deutschland ohnehin Flüge aus dem Vereinigten Königreich. 

In Hannover betraf das am Abend 63 Passagiere eines Flugs aus London. Ein Fluggast ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Weitere Labortests sollten nun klären, ob der Passagier sich mit der neuen, besonders ansteckenden Variante des Coronavirus infiziert habe, teilte die Region Hannover am Montag mit. Der betroffene Fluggast und die Begleitpersonen würden nun in einem Quarantäne-Transport zu ihrem Zielort gebracht. Dort müssten sie "separiert" werden.

Sieben Infizierte aus Hamburg gemeldet

Von den am Hamburger Flughafen aus Großbritannien eingereisten Passagieren sind sieben Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. "In Hamburg sind am Sonntag noch drei Flüge aus Großbritannien angekommen. In diesen drei waren insgesamt sieben Personen, die bei den Schnelltests positiv getestet wurden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei in Hamburg. Ob es sich bei dem Virus um die möglicherweise ansteckendere Variante aus Großbritannien handelt, konnte sie nicht sagen.

Die Tests waren nicht verpflichtet, hieß es weiter. Einige der Passagiere hätten auch bereits negative Corona-Tests dabei gehabt. Den Übrigen sei ein Schnelltest angeboten worden. "Dafür ist eine Art Mini-Teststrecke eingerichtet worden." Wie viele Fluggäste das Angebot genutzt haben, konnte die Sprecherin nicht mitteilen. Die Schnelltests sind zudem nicht immer genau.

Für die Gestrandeten wurden zuvor Vorbereitungen für Notübernachtungen am Flughafen getroffen. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, eine Frau wolle nach London zurückfliegen, alle anderen müssten sich einem sogenannten PCR-Test unterziehen. Bis zum Vorliegen des Testergebnis müssten sie auf dem Flughafengelände bleiben, erklärte eine Sprecherin der Region Hannover. Sie rechne damit, dass alle Ergebnisse am Montag vorliegen, das stehe aber nicht fest.

Feldbetten aufgestellt

Nach Angaben des Flughafens Hannover wurden im Terminal D Feldbetten aufgebaut, die Passagiere werden dort auch verpflegt. "Unser Ziel ist, zu verhindern, dass die neue Virusart unbemerkt nach Niedersachsen einzieht", sagte Andreas Kranz, Leiter des Fachbereichs Öffentliches Gesundheitswesen der Region Hannover.

In Stuttgart wurden am Abend gelandete Flugreisende aus London in Kleingruppen ins Corona-Testzentrum des Flughafens gebracht und dort getestet, wie ein Sprecher sagte. Anschließend hätten sie – sofern das Ergebnis negativ war – ihr Gepäck holen und nach Hause fahren dürfen, sie müssten sich dort aber in Quarantäne begeben. Um wie viele Passagiere es sich handelte, war nicht bekannt.

"Unannehmlichkeiten für Reisende"

Die Bundespolizei teilte in Stuttgart allgemein mit, dass den am Sonntag noch Gelandeten ein Corona-Test angeboten werde und sie auf die bestehenden bekannten Quarantäneregelungen der Bundesländer hingewiesen würden. "Wir wissen um die daraus entstehenden Unannehmlichkeiten für die Reisenden, gerade jetzt im Weihnachtsverkehr", hieß es. "Alle Partner arbeiten mit Hochdruck daran, eine sichere Einreise zu gewährleisten, gleichzeitig aber auch die Passagiere nicht über Gebühr zu beanspruchen."

Der Berliner Korrespondent der englischen Wochenzeitung "The Economist", Tom Nuttall, war offensichtlich ebenfalls an Bord einer Maschine aus Großbritannien in Berlin gelandet und berichtete auf Twitter Ähnliches. Die Polizei habe den Passagieren mitgeteilt, dass sie getestet würden: Wer ein negatives Ergebnis habe, werde nicht zurückgeschickt.

Wegen der neuen Beschränkungen für Reisende aus Großbritannien warten am Berliner Flughafen Schönefeld 77 Passagiere auf eine Klärung durch einen Corona-Test. Dabei handelt es sich überwiegend um polnische Staatsbürger, wie eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Berlin am Montagmorgen sagte. Betroffen waren demnach am Sonntag vier Flüge aus Großbritannien. Rund 120 Passagiere aus Großbritannien mussten die Nacht zum Montag im Transitbereich des Frankfurter Flughafens verbringen. 

In Südostengland ist Virus entdeckt worden

Nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler ist die kürzlich im Südosten Englands entdeckte Corona-Variante um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Das Bundesinnenministerium hatte deswegen die Bundespolizei am Sonntag angewiesen, Reisende aus Großbritannien und Südafrika ab sofort systematisch zu kontrollieren.

Dies gelte mit Blick auf die korrekte Registrierung in der Digitalen Einreiseanmeldung, hatte ein Ministeriumssprecher in Berlin mitgeteilt. Erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen seien eng mit den örtlich zuständigen Gesundheitsämtern abzustimmen. Reisende müssten sich auf längere Wartezeiten an den Grenzen einstellen.

Deutschland hat Flüge verboten

Nur wenig später untersagte Deutschland Flüge von Großbritannien nach Deutschland ab Montag, 0 Uhr, komplett. Das Bundesverkehrsministerium erließ eine entsprechende Verfügung. Ausgenommen sind reine Frachtflüge, Flüge mit medizinischem Personal oder nur mit Crews an Bord, die nach Deutschland zurückkehren wollen. Dies diene dem Schutz der Bevölkerung in Deutschland und der "Limitierung des Eintrages und der schnellen Verbreitung der neuen Virusvarianten", hieß es.

Das Verbot gilt zunächst bis 31. Dezember. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte für diesen Montag eine zusätzliche Verordnung an, die den gesamten Reiseverkehr mit Großbritannien und auch mit dem ebenfalls von der Virusvariante betroffenen Südafrika einschränkt.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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