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Acht Passagiere aus London positiv getestet

Von dpa
Aktualisiert am 21.12.2020Lesedauer: 4 Min.
EinsatzkrÀfte auf dem Rollfeld in Hannover: Aus London ankommende Passagiere wurden auf dem FlughafengelÀnde gestoppt.
EinsatzkrÀfte auf dem Rollfeld in Hannover: Aus London ankommende Passagiere wurden auf dem FlughafengelÀnde gestoppt. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa-bilder)
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An mehreren FlughĂ€fen in Deutschland sitzen Passagiere aus Großbritannien fest. Wegen der neuen britischen Virus-Mutation stehen sie unter QuarantĂ€ne. Nun wurden erste positive FĂ€lle bekannt.

Wegen der neuen Variante des Coronavirus ist die Einreise von Flugpassagieren aus Großbritannien an mehreren deutschen FlughĂ€fen am Sonntagabend zunĂ€chst gestoppt worden. Ab Mitternacht untersagte Deutschland ohnehin FlĂŒge aus dem Vereinigten Königreich.

In Hannover betraf das am Abend 63 Passagiere eines Flugs aus London. Ein Fluggast ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Weitere Labortests sollten nun klĂ€ren, ob der Passagier sich mit der neuen, besonders ansteckenden Variante des Coronavirus infiziert habe, teilte die Region Hannover am Montag mit. Der betroffene Fluggast und die Begleitpersonen wĂŒrden nun in einem QuarantĂ€ne-Transport zu ihrem Zielort gebracht. Dort mĂŒssten sie "separiert" werden.

Sieben Infizierte aus Hamburg gemeldet

Von den am Hamburger Flughafen aus Großbritannien eingereisten Passagieren sind sieben Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. "In Hamburg sind am Sonntag noch drei FlĂŒge aus Großbritannien angekommen. In diesen drei waren insgesamt sieben Personen, die bei den Schnelltests positiv getestet wurden, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei in Hamburg. Ob es sich bei dem Virus um die möglicherweise ansteckendere Variante aus Großbritannien handelt, konnte sie nicht sagen.

Die Tests waren nicht verpflichtet, hieß es weiter. Einige der Passagiere hĂ€tten auch bereits negative Corona-Tests dabei gehabt. Den Übrigen sei ein Schnelltest angeboten worden. "DafĂŒr ist eine Art Mini-Teststrecke eingerichtet worden." Wie viele FluggĂ€ste das Angebot genutzt haben, konnte die Sprecherin nicht mitteilen. Die Schnelltests sind zudem nicht immer genau.

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FĂŒr die Gestrandeten wurden zuvor Vorbereitungen fĂŒr NotĂŒbernachtungen am Flughafen getroffen. Ein Sprecher der Bundespolizei sagte, eine Frau wolle nach London zurĂŒckfliegen, alle anderen mĂŒssten sich einem sogenannten PCR-Test unterziehen. Bis zum Vorliegen des Testergebnis mĂŒssten sie auf dem FlughafengelĂ€nde bleiben, erklĂ€rte eine Sprecherin der Region Hannover. Sie rechne damit, dass alle Ergebnisse am Montag vorliegen, das stehe aber nicht fest.

Feldbetten aufgestellt

Nach Angaben des Flughafens Hannover wurden im Terminal D Feldbetten aufgebaut, die Passagiere werden dort auch verpflegt. "Unser Ziel ist, zu verhindern, dass die neue Virusart unbemerkt nach Niedersachsen einzieht", sagte Andreas Kranz, Leiter des Fachbereichs Öffentliches Gesundheitswesen der Region Hannover.

In Stuttgart wurden am Abend gelandete Flugreisende aus London in Kleingruppen ins Corona-Testzentrum des Flughafens gebracht und dort getestet, wie ein Sprecher sagte. Anschließend hĂ€tten sie – sofern das Ergebnis negativ war – ihr GepĂ€ck holen und nach Hause fahren dĂŒrfen, sie mĂŒssten sich dort aber in QuarantĂ€ne begeben. Um wie viele Passagiere es sich handelte, war nicht bekannt.

"Unannehmlichkeiten fĂŒr Reisende"

Die Bundespolizei teilte in Stuttgart allgemein mit, dass den am Sonntag noch Gelandeten ein Corona-Test angeboten werde und sie auf die bestehenden bekannten QuarantĂ€neregelungen der BundeslĂ€nder hingewiesen wĂŒrden. "Wir wissen um die daraus entstehenden Unannehmlichkeiten fĂŒr die Reisenden, gerade jetzt im Weihnachtsverkehr", hieß es. "Alle Partner arbeiten mit Hochdruck daran, eine sichere Einreise zu gewĂ€hrleisten, gleichzeitig aber auch die Passagiere nicht ĂŒber GebĂŒhr zu beanspruchen."

Der Berliner Korrespondent der englischen Wochenzeitung "The Economist", Tom Nuttall, war offensichtlich ebenfalls an Bord einer Maschine aus Großbritannien in Berlin gelandet und berichtete auf Twitter Ähnliches. Die Polizei habe den Passagieren mitgeteilt, dass sie getestet wĂŒrden: Wer ein negatives Ergebnis habe, werde nicht zurĂŒckgeschickt.

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Wegen der neuen BeschrĂ€nkungen fĂŒr Reisende aus Großbritannien warten am Berliner Flughafen Schönefeld 77 Passagiere auf eine KlĂ€rung durch einen Corona-Test. Dabei handelt es sich ĂŒberwiegend um polnische StaatsbĂŒrger, wie eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion Berlin am Montagmorgen sagte. Betroffen waren demnach am Sonntag vier FlĂŒge aus Großbritannien. Rund 120 Passagiere aus Großbritannien mussten die Nacht zum Montag im Transitbereich des Frankfurter Flughafens verbringen.

In SĂŒdostengland ist Virus entdeckt worden

Nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler ist die kĂŒrzlich im SĂŒdosten Englands entdeckte Corona-Variante um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form. Das Bundesinnenministerium hatte deswegen die Bundespolizei am Sonntag angewiesen, Reisende aus Großbritannien und SĂŒdafrika ab sofort systematisch zu kontrollieren.

Dies gelte mit Blick auf die korrekte Registrierung in der Digitalen Einreiseanmeldung, hatte ein Ministeriumssprecher in Berlin mitgeteilt. Erforderliche Infektionsschutzmaßnahmen seien eng mit den örtlich zustĂ€ndigen GesundheitsĂ€mtern abzustimmen. Reisende mĂŒssten sich auf lĂ€ngere Wartezeiten an den Grenzen einstellen.

Deutschland hat FlĂŒge verboten

Nur wenig spĂ€ter untersagte Deutschland FlĂŒge von Großbritannien nach Deutschland ab Montag, 0 Uhr, komplett. Das Bundesverkehrsministerium erließ eine entsprechende VerfĂŒgung. Ausgenommen sind reine FrachtflĂŒge, FlĂŒge mit medizinischem Personal oder nur mit Crews an Bord, die nach Deutschland zurĂŒckkehren wollen. Dies diene dem Schutz der Bevölkerung in Deutschland und der "Limitierung des Eintrages und der schnellen Verbreitung der neuen Virusvarianten", hieß es.

Das Verbot gilt zunĂ€chst bis 31. Dezember. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kĂŒndigte fĂŒr diesen Montag eine zusĂ€tzliche Verordnung an, die den gesamten Reiseverkehr mit Großbritannien und auch mit dem ebenfalls von der Virusvariante betroffenen SĂŒdafrika einschrĂ€nkt.

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