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Fast jedes zweite Land der Welt gilt als Hochrisikogebiet

Von dpa
Aktualisiert am 09.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Reisende stehen am Flughafen BER vor einer Info-Tafel.
Reisende stehen am Flughafen BER vor einer Info-Tafel. (Quelle: Joerg Carstensen/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - Luxemburg sowie fast 40 weitere L├Ąnder gelten wegen hoher Corona-Infektionszahlen seit diesem Sonntag ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete. Die neuen Einstufungen hatte das Robert Koch-Institut am Freitag mitgeteilt.

Wer aus einem solchen Gebiet einreist und nicht vollst├Ąndig geimpft oder genesen ist, muss f├╝r zehn Tage in Quarant├Ąne und kann sich fr├╝hestens f├╝nf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Auch Schweden, Australien, Argentinien, die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Winterurlaubsziel Dubai, Israel und Kenia sind nun unter anderem auf der Risikoliste. Insgesamt erh├Âhte sich die Zahl der Hochrisikogebiete auf einen Schlag auf mehr als 100 L├Ąnder. Das bedeutet, dass etwa jedes zweite Land weltweit wieder Hochrisikogebiet ist. Von den Nachbarl├Ąndern Deutschlands ist nur noch ├ľsterreich kein Hochrisikogebiet.

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist eine Reisewarnung des Ausw├Ąrtigen Amts f├╝r nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot. Als Hochrisikogebiete werden L├Ąnder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Daf├╝r sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten ├╝ber die Corona-Lage.

Hohe Fallzahlen in Luxemburg, Israel und Gro├čbritannien

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In Luxemburg lag die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche am Samstag nach Daten der Johns Hopkins Universit├Ąt und der europ├Ąischen Gesundheitsbeh├Ârde ECDC bei 1329,1. In Schweden wurde die Sieben-Tage-Inzidenz landesweit zuletzt mit 843 angegeben (Stand 2. Januar).

In Israel etwa ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen in diesen Tagen so hoch wie nie seit Beginn der Pandemie. Das Gesundheitsministerium teilte am Sonntag mit, binnen 24 Stunden seien mehr als 17.500 neue F├Ąlle registriert worden. Auch die Zahl der Schwerkranken hat sich binnen zwei Wochen mehr als verdoppelt, zuletzt lag sie bei 205. Mehr als eine Viertelmillion Israelis - bisher nur ├╝ber 60-J├Ąhrige, Immungeschw├Ąchte und medizinisches Personal - haben binnen einer Woche bereits die vierte Corona-Impfdosis bekommen.

In Gro├čbritannien ├╝berschritt die Zahl der Todesf├Ąlle bei mittels PCR-Test best├Ątigten Corona-Infizierten am Wochenende die Marke von 150.000. Es ist damit das erste Land Europas, mit Ausnahme Russlands, das so viele Tote in der Pandemie zu beklagen hat. "Das Coronavirus hat einen furchtbaren Tribut in unserem Land gefordert (...)", schrieb der britische Premierminister Boris Johnson am Samstagabend auf Twitter. Die tats├Ąchliche Zahl der Corona-Toten im Vereinigten K├Ânigreich d├╝rfte sogar noch h├Âher sein.

Das Land mit etwa 67 Millionen Einwohnern ist weiter fest im Griff der Omikron-Welle. Allein am Samstag wurden rund 146.000 Neuinfektionen registriert. W├Ąhrend die Kurve in London inzwischen aber abzuflachen scheint, steigen die Zahlen im Norden Englands weiter stark an. Sch├Ąrfere Ma├čnahmen im gr├Â├čten Landesteil England lehnt die Regierung in London bislang ab. Die Regierung von Johnson steht unterdessen wegen angeblicher Missachtung der eigenen Lockdown-Regeln weiter in der Kritik.

In Italien ist am Wochenende die Corona-Impfpflicht f├╝r Menschen im Alter von mehr als 50 Jahren in Kraft getreten. Ungeimpfte haben jedoch noch Zeit, bis ihnen Konsequenzen drohen. Ab dem 1. Februar ist eine Strafe von 100 Euro f├╝r diejenigen vorgesehen, die bis dahin noch ungeimpft sind oder ihre zweite Dosis beziehungsweise den Booster nicht erhalten haben, obwohl sie es k├Ânnten.

Vor dem Schulbeginn nach den Winterferien am Montag regt sich in einigen Regionen Italiens Unmut gegen den Plan der Regierung, trotz der aktuellen Corona-Lage am Pr├Ąsenzunterricht festzuhalten. Der Pr├Ąsident der s├╝ditalienischen Region Kampanien griff bereits vor und untersagte per Dekret den Pr├Ąsenzunterricht bis zum 29. Januar. Sizilien verschob den Schulbeginn auf Donnerstag. Italien erlebt derzeit einen rasanten Anstieg der Corona-Fallzahlen. Gesundheitsexperten zufolge steigen die Fallzahlen auch bei Minderj├Ąhrigen und jungen Erwachsenen deutlich an.

Omikron n├Ąhert sich Olympia

In China hat Pekings Nachbarstadt Tianjin nach dem Auftreten der ersten lokalen Omikron-F├Ąlle in dem Land Massentests f├╝r die gesamte Bev├Âlkerung angeordnet. Wie die Beh├Ârden der 15-Millionen-Metropole am Sonntag mitteilten, wurden in der Stadt seit Freitag 20 Corona-Infektionen identifiziert. Eine Sequenzierung ergab demnach, dass es sich bei den ersten beiden F├Ąllen um Infektionen mit der Omikron-Variante handelte. Die meisten der ├╝brigen 18 Infektionen st├╝nden in Verbindung mit ihnen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Tianjin ist eine Nachbarstadt von Peking, wo am 4. Februar die Olympischen Winterspiele beginnen sollen. Teilnehmer der Spiele sollen sich in Peking nur in einer abgeschotteten "Blase" bewegen d├╝rfen, um ein Einschleppen des Virus zu verhindern.

China, das eine strikte Null-Covid-Politik verfolgt, hat das Virus seit mehr als einem Jahr weitgehend im Griff. Immer wieder gibt es jedoch lokal begrenzte Ausbr├╝che. Beobachter glauben, dass es f├╝r China bei einer Verbreitung der Omikron-Variante deutlich schwieriger werden d├╝rfte, die Infektionszahlen so gering wie bisher zu halten. Landesweit meldete China am Sonntag 92 neue lokale Corona-F├Ąlle.

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