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Das ist eine Katastrophe fĂŒr Putin

  • Patrick Diekmann
Von Patrick Diekmann

15.04.2022Lesedauer: 5 Min.
Ukraine-Krieg: Russland greift mehrere StÀdte an und setzt vor allem auf die Zerstörung von Eisenbahnstrecken und Bahnhöfen. (Quelle: t-online)
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Sie war der Stolz der russischen Schwarzmeerflotte, nun ist die "Moskwa" gesunken. WĂ€hrend die Ukraine feiert, versucht der Kreml den schweren Verlust herunterzuspielen. Doch in Russland herrscht große Wut.

Das Wichtigste im Überblick


  • Die gesunkene "Moskwa": Das steht fest
  • DarĂŒber gibt es unterschiedliche oder keine Angaben
  • WĂŒtende Reaktionen aus Russland
  • Die Ukraine feiert
  • Folgen des Untergangs der "Moskwa"

Keine Frage. Der Verlust der "Moskwa" ist ein schwerer Verlust fĂŒr Russland im Ukraine-Krieg – besonders psychologisch. Das russische Flaggschiff im Schwarzen Meer ist am Donnerstag gesunken und wĂ€hrend die Ukraine einen großen Kriegserfolg feiert, versucht der Kreml die Katastrophe fĂŒr die eigene Propaganda möglichst klein zuhalten. Doch das lĂ€uft bislang völlig schief.


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Die Darstellung des russischen Verteidigungsministeriums, die "Moskwa" sei bei einem Sturm gesunken, ist selbst fĂŒr viele russische Medien zu unglaubwĂŒrdig. Stattdessen sehen russische TV-Kommentatoren darin einen endgĂŒltigen "Kriegsgrund" und ihre Wut richtet sich gegen die Ukraine und gegen die Nato. Durch den Verlust der "Moskwa" dĂŒrfte fĂŒr viele Russinnen und Russen endgĂŒltig klar sein: Russland befindet sich in einem Krieg.

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Istanbul: Der russische Lenkwaffenkreuzer "Moskwa" fÀhrt durch den Bosporus ins Mittelmeer.
Istanbul: Der russische Lenkwaffenkreuzer "Moskwa" fÀhrt durch den Bosporus ins Mittelmeer. (Quelle: dpa-bilder)

Das erhöht auch den Druck auf Wladimir Putin. FĂŒr den russischen PrĂ€sidenten ist der Verlust des Schiffes ein Desaster mit strategischen Folgen fĂŒr den Krieg. Und die Reaktion Russlands folgte prompt: Die Armee beschoss Kiew mit Raketen und russische Langstreckenbomber starteten erstmals zu EinsĂ€tzen in der Ukraine. Das russische Streben nach Rache könnte den Krieg nun noch blutiger werden lassen. Putin braucht dringend Erfolge.

Ukrainischer Angriff auf die "Moskwa" ist wahrscheinlich

Dabei streitet Russland immer noch ab, dass ein ukrainischer Beschuss die Ursache fĂŒr das Sinken der "Moskwa" war. Die Informationslage ist tatsĂ€chlich spĂ€rlich, Bilder oder Videos von den VorgĂ€ngen am Donnerstag wurden nicht öffentlich. Dennoch ist wahrscheinlich, dass das russische Flaggschiff von ukrainischen Raketen vom Festland beschossen wurde, in Brand geriet und bei dem Abschleppversuch durch die russische Marine gesunken ist.

Die gesunkene "Moskwa": Das steht fest

FĂŒr die weitere KriegsfĂŒhrung der Russen bedeutet der Untergang durchaus Probleme. Denn der russischen Flotte geht nicht nur jede Menge Feuerkraft verloren. Ihre Kriegsschiffe, die bislang ungehindert in ukrainischen GewĂ€ssern navigierten und von dort Landziele unter Beschuss nahmen, mĂŒssen sich darauf einstellen, zunehmend zum Ziel von KĂŒstenbatterien zu werden.

Auf diesem Archivbild liegt die "Moskwa" im Hafen von Sewastopol: Nun wurde der Lenkwaffenkreuzer im Ukraine-Krieg schwer beschÀdigt.
Auf diesem Archivbild liegt die "Moskwa" im Hafen von Sewastopol: Nun wurde der Lenkwaffenkreuzer im Ukraine-Krieg schwer beschÀdigt. (Quelle: Uncredited/Maxar Technologies/AP/dpa/dpa-bilder)

Zudem nutzte Putin das imposante Schiff immer wieder fĂŒr Treffen mit wichtigen StaatsgĂ€sten. Im Jahr 2014 etwa empfing er auf der "Moskwa" – damals lag der Kreuzer im Hafen der sĂŒdrussischen Stadt Sotschi – den Ă€gyptischen PrĂ€sidenten Abdel Fattah al-Sisi. FĂŒr Russland ist es ein schwerer militĂ€rischer und psychologischer Verlust.

DarĂŒber gibt es unterschiedliche oder keine Angaben

  • Ursache der BeschĂ€digungen: Uneinigkeit herrscht, ob das Flaggschiff der russischen Schwarzmeerflotte von ukrainischen Raketen des Typs "Neptun" getroffen wurde oder – wie die russische Seite angibt – durch die Detonation von Munition beschĂ€digt wurde.
  • Wetter: Die "Moskwa" sei am Donnerstag wĂ€hrend eines Sturms untergegangen, als sie an ihr Ziel geschleppt werden sollte, teilte das russische Verteidigungsministerium mit. Ein Abschleppen sei notwendig geworden, da das Schiff seine StabilitĂ€t aufgrund von SchĂ€den am Rumpf verloren habe, hieß es weiter. "Bei stĂŒrmischer See sank das Schiff." An dieser Darstellung haben zumindest einige internationale MilitĂ€rexperten ihre Zweifel: Der Wind in der Region um Sewastopol, wohin das Schiff mutmaßlich gebracht werden sollte, sei am Donnerstag gar nicht besonders stark gewesen, berichtete etwa der US-Sender CNN unter Berufung auf einen frĂŒheren General. Sewastopol auf der 2014 annektierten Halbinsel Krim ist der Hauptstandort der russischen Schwarzmeerflotte.
  • Todesopfer: Bis Freitag gab das russische Verteidigungsministerium nicht bekannt, ob der Untergang der "Moskwa" Todesopfer forderte. Aus Moskau hieß es zwar, die Besatzung sei nach einem Brand auf andere Schiffe der Schwarzmeerflotte in der Gegend gebracht worden. Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, John Kirby, hingegen sagte dem TV-Sender CNN, es sei "wahrscheinlich", dass es bei dem Vorfall Tote und Verletzte gegeben habe. An Bord seien bis zu 500 Soldaten gewesen.

WĂŒtende Reaktionen aus Russland

Im tĂ€glichen Briefing des russischen Verteidigungsministeriums war von der gesunkenen "Moskwa" schon am Freitagmorgen keine Rede mehr. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte spĂ€ter am Tag lediglich, dass PrĂ€sident Putin derzeit keinen Besuch in Sewastopol plane. Und die Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" berichtete gar nicht ĂŒber das Schiff.

Doch Moskaus ZurĂŒckhaltung kann nicht darĂŒber hinwegtĂ€uschen, dass Russlands Marine einen schweren Verlust erlitten hat. Die 1979 zu Wasser gelassene und 1983 in Dienst gestellte "Moskwa" war der große Stolz der russischen Schwarzmeerflotte, mehr als 180 Meter lang und mit einer Besatzung von mehr als 500 Mann. Zudem war der Kreuzer erst vor wenigen Jahren runderneuert worden. Er verfĂŒgte ĂŒber eine gewaltige Feuerkraft und eigentlich auch modernste Luft- und Raketenabwehrsysteme.

Auch die Wut im russischen Staatsfernsehen ist groß. Die Botschaft ist eindeutig: Russland befinde sich nun im Krieg. NatĂŒrlich ist das schon seit ĂŒber sieben Wochen der Fall. Allerdings wurde der Ukraine-Krieg von der russischen Propaganda stets als "Spezialoperation verkauft. "Die Spezialoperation ist heute zu Ende gegangen", sagte der Regisseur Nikita Michalkow in der Propaganda-Sendung "60 Minuten". Andere TV-Kommentatoren erklĂ€rten, dass der Untergang der "Moskwa" nun der Grund sei, gegen die Ukraine "Krieg zu fĂŒhren".

Die Ukraine feiert

WĂ€hrend Russland auf Rache sinnt, feiern die Verteidiger in der Ukraine einen ihrer grĂ¶ĂŸten Erfolge in diesem Krieg. Bei der "Moskwa" handelt es sich um jenen Kreuzer, der in den ersten Kriegstagen nahe der Schlangeninsel von dem ukrainischen Marineinfanteristen Roman Hrybow aufgefordert worden sein soll: "Russisches Kriegsschiff, verpiss dich!" Inzwischen ist dieser Spruch zu einem geflĂŒgelten Wort in der Ukraine geworden.

Erst am Dienstag – einen Tag vor dem Brand auf der "Moskwa" – hatte die ukrainische Post Schlangeninsel-Briefmarken, -Karten sowie einen Sonderstempel herausgegeben.

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Überhaupt kommt aus Kiew nach dem Untergang große HĂ€me. "Wo ist Moskau? Gesunken", schrieb der ukrainische PrĂ€sidentenberater Olexij Arestowytsch bereits am Donnerstag. Und Verteidigungsminister Olexij Resnikow twitterte schadenfroh, die Ukraine habe eine neue Attraktion fĂŒr Taucher im Schwarzen Meer zu bieten. Auch er selbst wolle zu dem Schiffswrack hinunterschwimmen – "nach unserem Sieg im Krieg".

Folgen des Untergangs der "Moskwa"

Der Untergang der "Moskwa" wird Folgen fĂŒr den Kriegsverlauf in der Ukraine haben. Schon jetzt lĂ€sst sich erkennen, dass russische Kriegsschiffe grĂ¶ĂŸeren Abstand zum ukrainischen Festland einhalten. Das wiederum spricht dafĂŒr, dass tatsĂ€chlich ein ukrainischer Raketenangriff fĂŒr die BeschĂ€digung des Schiffes verantwortlich war. Ein weiteres Indiz dafĂŒr ist, dass Russland nach eigenen Angaben in der Nacht zu Donnerstag eine Raketenfabrik bei Kiew angegriffen hat.

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Strategisch macht es der Verlust fĂŒr Russland schwieriger, die ukrainische KĂŒste zum Schwarzen Meer zu kontrollieren, da die "Moskwa" ein zentrales Bindeglied fĂŒr diese Operation war. Zudem zeigt sich die Gefahr, die fĂŒr russische Kriegsschiffe durch ukrainische Abwehrwaffen besteht und das macht zumindest einen Angriff auf Odessa vom Seeweg unwahrscheinlicher.

Besonders schwer wiegt jedoch der symbolische Verlust fĂŒr Russland. Die wĂŒtenden Gegenangriffe zeigen schon jetzt, dass die russische Kriegsmoral getroffen wurde. Die russische Armee beschießt aus Rache Kiew mit Raketen, was strategisch kaum einen Sinn ergibt, da man den Krieg auf den Osten konzentrieren möchte. Außerdem schickt die Armee Langstreckenbomber nach Mariupol. Deren Einsatz wollte Russland vermeiden, weil diese Flugzeuge existenziell fĂŒr die russische Staatsverteidigung sind und Verluste extrem teuer wĂ€ren.

Die Reaktionen aus Russland zeigen vor allem eines: Der Verlust der "Moskwa" wiegt fĂŒr Putin so schwer, dass er nun dringend Erfolge im Ukraine-Krieg benötigt. Bisher blieben diese aus.

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  • Lars Wienand
Von Lars Wienand
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