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Transnistrien | Russland warnt vor Eskalation – Moldau reagiert


Russland warnt vor Eskalation in Transnistrien

Von dpa, afp, t-online
Aktualisiert am 24.02.2023Lesedauer: 2 Min.
Dorin Recean: Er ist seit Februar 2023 moldauischer Premierminister.Vergrößern des BildesDorin Recean: Er ist seit Februar 2023 moldauischer Premierminister. (Quelle: IMAGO/Rodion Proca)
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Russland beschuldigt die Ukraine, das prorussisch geführte Gebiet Transnistrien angreifen zu wollen. Jetzt reagiert die Regierung der Republik Moldau.

Russland hat seine Warnungen vor angeblichen militärischen Provokationen durch die Ukraine im abtrünnigen und prorussisch geführten Gebiet Transnistrien im Nachbarland Moldau bekräftigt. In einer Mitteilung vom Freitag warnte das russische Außenministerium auch die USA und andere Nato-Staaten: "Wir warnen die USA, die Nato-Mitgliedsstaaten und ihre ukrainischen Schützlinge vor jeglichen abenteuerlichen Initiativen."

"Russlands Armee wird angemessen antworten, sollte es eine Provokation durch das Regime in Kiew geben", drohte das russische Außenministerium in seiner an den Kalten Krieg erinnernden Erklärung. Die Ukraine habe die Vorbereitungen für eine Invasion beschleunigt.

Schon am Donnerstag hatten russische Militärs von einem möglichen Vorgehen der Ukraine gegen Transnistrien gesprochen, ohne dafür Belege vorzuweisen. Beide Male wies Moldau die Berichte zurück. "Das Verteidigungsministerium überwacht alle Ereignisse, Vorkommnisse und Veränderungen in der Region", teilte das moldauische Ministerium in Chisinau am Freitag mit.

Moldauische Präsidentin mit Vorwurf

"Aktuell gibt es keine direkte Bedrohung der militärischen Sicherheit" von Transnistrien. Moldau forderte die Bürger auf, "Ruhe zu bewahren und sich nur aus offiziellen Quellen zu informieren". Das Verteidigungsministerium fügte hinzu: "Die verbreiteten Falschinformationen haben das Ziel, Panik und Konfusion zu verbreiten."

Auch die Ukraine hat die russischen Behauptungen zu angeblichen Plänen zurückgewiesen. "Wir respektieren Moldaus Souveränität", sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Freitag in Kiew. Die Vorwürfe seien haltlos.

Das kleine Moldau hat 2,6 Millionen Einwohner mit einer russischen Minderheit und liegt zwischen Rumänien und der Ukraine. Das Land, das bis 1991 Teil der Sowjetunion war, hat in den vergangenen Jahren eine pro-westliche Wende vollzogen und damit Moskau erzürnt. 2022 wurde Moldau der Status eines EU-Beitrittskandidaten zugesprochen.

Von pro-russischen Separatisten kontrollierte Region

Die selbsternannte Republik Transnistrien ist ein seit 1990 von Moldau abtrünniger schmaler Landstreifen an der Grenze zur Ukraine, der eine eigene Regierung und Verwaltung hat. In der völkerrechtlich weiter zu Moldau gehörenden, aber von pro-russischen Separatisten kontrollierten Region sind rund 1.500 Soldaten der russischen Armee stationiert. Die Bevölkerung in Transnistrien ist teils ukrainisch, teils russisch und teils moldauisch.

Seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine besteht in Chisinau und bei seinen westlichen Partnerstaaten die Sorge, dass Russland auch Moldau als nächstes Ziel angreifen könnte. Erst vor wenigen Tagen hatte die moldauische Präsidentin Maia Sandu Russland vorgeworfen, einen konkreten Umsturzplan voranzutreiben, mit dem ihre Regierung in Chisinau mithilfe von als Demonstranten getarnten Saboteuren gewaltsam gestürzt werden solle. Sandu sagte, von diesem Plan habe sie durch den ukrainischen Geheimdienst erfahren. Moskau hatte den Vorwurf zurückgewiesen.

Verwendete Quellen
  • Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und AFP
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