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Russland soll angereichertes Uran nach China liefern


Putin liefert offenbar angereichertes Uran nach China

Von t-online, wan

Aktualisiert am 11.03.2023Lesedauer: 3 Min.
Xi Jinping und Wladimir Putin: Die beiden Präsidenten sind nach dem russischen Angriff auf die Ukraine näher zusammengerückt.
Xi Jinping und Wladimir Putin: Die beiden Präsidenten sind nach dem russischen Angriff auf die Ukraine näher zusammengerückt. (Quelle: via www.imago-images.de/imago images)
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Den USA machen Berichte Sorgen, nach denen Russland angereichertes Uran nach China liefert. Es wird befürchtet, dass es um Atomwaffen geht.

Russland soll nach Erkenntnissen des US-Verteidigungsministeriums hochangereichertes Uran nach China liefern. "Verschiedene Open-Source-Verkaufsstellen berichteten, dass Rosatom hochangereichertes Uran für chinesische schnelle Brüter bereitstellt", sagte der Vorsitzende des Unterkomitees für Strategische Streitkräfte, Doug Lamborn, bei einer Anhörung. Bei der Spaltung in diesen Reaktoren entsteht Plutonium, das in Atomwaffen verwendet werden kann.

Die Abwicklung findet offenbar über die staatliche russische Firma Rosatom statt. "Es ist sehr beunruhigend zu sehen, dass Russland und China in diesem Bereich zusammenarbeiten", sagte der stellvertretende Verteidigungsminister für Raumfahrpolitik, John F. Plumb.

Zwar könnte China auch gute Gründe für die zivile Nutzung angeben. Aber das überzeugt den Verteidigungssprecher nicht. "Plutonium ist für Waffen", sagte er, "ich denke also, das Verteidigungsministerium ist besorgt". Die Berichte würden auch die Sorge um eine Vergrößerung der chinesischen Nuklearstreitkräfte vergrößern. Du brauchst für mehr Waffen mehr Plutonium", so Plumb.

Hochangereichertes Uran kann auch direkt für Atomwaffen verwendet werden, wenn es einen Grad von mehr als 90 Prozent erreicht. Der Iran soll bereits einen Reinheitsgrad von 84 Prozent erreicht haben, warnt die Internationale Atomenergiebehörde. Mehr dazu lesen Sie hier. Welcher Grad bei den Rosatom-Lieferungen vorhanden sein soll, ist nicht bekannt. Fraglich ist, ob das russische angereicherte Uran überhaupt für "Schnelle Brüter" gedacht ist. Denn in diesen wird in der Regel das natürliche Uran-238 eingesetzt, das nicht – wie in Leichtwasserreaktoren – angereichert werden muss.

Gefahr durch mehr Langstreckenraketen

China und Russland hätten nach Angaben des Pentagon-Mitarbeiters Atomwaffen, Weltraumkrieg und Langstreckenangriffe in den Mittelpunkt ihrer Strategien gestellt. Die USA sehen eine wachsende Zahl an Langstreckenraketen in China, die eine Bedrohung aus einer immer größer werdenden Distanz darstellten, sagte Plumb vor einem Komitee des Repräsentantenhauses.

Gegenüber der Bild-Zeitung sieht der China-Experte Ralph Wobel vom Ostasienzentrum der Hochschule Zwickau eine Veränderung in der russisch-chinesischen Beziehung. "Eines steht fest: China ist dadurch im Ukraine-Konflikt noch einen Schritt weniger neutral geworden, sondern verstärkt seine Kooperation mit Russland – nun auch in einem militärisch-strategischen Bereich", sagte er.

Rosatom am Betrieb vieler Reaktoren beteiligt

Russland ist unter Präsident Putin einer der weltweit größten Lieferanten von Uran geworden. "Russland dominiert durch sein staatliches Mammut-Atomunternehmen Rosatom die globale nukleare Lieferkette", schrieb die New York Times vor wenigen Tagen. Aus der russischen Atomschmiede stammten demnach 18 europäische Reaktoren, und oftmals ist Rosatom am Betrieb beteiligt. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine wurde auch Europas größtes AKW in Saporischschja unter die Aufsicht des Staatskonzerns gestellt. Das soll der Kremlchef angeblich persönlich angeordnet haben.

Das britische "Royal United Services Institute for Defence and Security Studies" stellte Ende Februar fest: "Deutliche Wertzuwächse sind bei russischen Kernenergie-bezogenen Exporten nach China zu beobachten, die offenbar das Ergebnis russischer Brennstoffexporte für den chinesischen CFR-600-Reaktor des Kernkraftwerks (NPP) Xiapu sind." Die Japan Times berichtete, dass die RUSI-Daten zeigten, dass Russland zwischen September und Dezember fast sieben Mal so viel hochangereichertes Uran für den CFR-600-Reaktor nach China exportiert habe wie alles Material, das in den letzten drei Jahrzehnten weltweit unter der Schirmherrschaft der USA und der IAEA entfernt wurde.

Noch keine EU-Sanktionen gegen Atomindustrie

Bislang ist die russische Atomindustrie von den Sanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg ausgenommen. Auch im neuesten EU-Sanktionspaket konnten sich die Mitgliedsstaaten nicht auf Maßnahmen einigen. Vor allem Ungarn blockiert offenbar: Rosatom errichtet zwei neue Reaktorblöcke für das ungarische Atomkraftwerk Paks.

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Großbritannien hat lediglich Sanktionen gegen ranghohe Manager des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom sowie zwei der größten Rüstungsunternehmen und vier Banken erlassen.

Litauens Präsident Gitanas Nauseda pocht deshalb auch nach dem zehnten EU-Sanktionspaket gegen Russland auf noch weitreichendere Maßnahmen. Besonders einsetzen wolle er sich für Strafmaßnahmen gegen den russischen Staatskonzern Rosatom und die russische Nuklearindustrie. "Wir haben immer betont, dass das, was Russland im Nuklearbereich tut – destabilisieren und eine sehr konkrete Bedrohung für nukleare Anlagen in der Ukraine darstellen –, nicht ohne Folgen bleiben kann".

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