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Eskaliert der Nahostkonflikt? Iran droht Israel: "Finger am Abzug"


Sorge vor Eskalation in Nahost
Iran droht Israel erneut: "Jeder hat die Hand am Abzug"

Von afp, dpa, reuters, t-online
15.10.2023Lesedauer: 3 Min.
Hamas-Kämpfer im Gazastreifen (Archivbild): Die EU stuft die Organisation als terroristisch ein.Vergrößern des BildesHamas-Terrorist im Gazastreifen (Archivbild): Die Organisation wird laut verschiedenen Berichte vom Iran finanziert. (Quelle: Majdi Fathi/imago-images-bilder)
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Die Lage im Nahen Osten droht zu eskalieren. Der iranische Außenminister trifft sich mit Hamas-Anführern – und droht Israel erneut unverhohlen.

Die USA befürchten nach Angaben des Weißen Hauses eine Eskalation des Krieges zwischen Israel und der Hamas sowie ein direktes Eingreifen des Iran. Der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Jake Sullivan, sprach im US-Sender CBS am Sonntag über eine mögliche neue Front an der Grenze zwischen Israel und dem Libanon und fügte hinzu: "Wir können nicht ausschließen, dass der Iran sich auf irgendeine Weise direkt einmischen wird."

"Wir müssen uns auf alle möglichen Eventualitäten vorbereiten", sagte Sullivan weiter. Es bestehe die Gefahr, dass der Iran, der die radikalislamische Hamas sowie die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon mit Geld und Waffen unterstützt, eingreife.

Da den USA dieses Risiko von Beginn an bewusst gewesen sei, habe US-Präsident Joe Biden schnell reagiert, zunächst einen Flugzeugträger ins östliche Mittelmeer geschickt und eine "deutliche Botschaft" an alle gesendet, die aus der Situation einen Vorteil zu ziehen versuchten. Am Samstag hatte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin die Entsendung eines zweiten Flugzeugträgers verkündet.

Israel: Kein Interesse an Krieg mit dem Libanon

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby, äußerte ebenfalls die Sorge, dass im Norden Israels eine zweite Front zwischen der israelischen Armee und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon entstehen könnte. "Wir wollen nicht, dass eine weitere terroristische Gruppe wie die Hisbollah Fronten eröffnet, um vom Kampf gegen die Hamas abzulenken", sagte Kirby im Sender Fox News. Die Hisbollah hatte sich in den vergangenen Tagen zu mehreren Raketenangriffen auf Nordisrael bekannt.

US-Außenminister Antony Blinken sagte nach Besuchen in Jordanien, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien und Ägypten, dass all jene Staaten entschlossen seien, eine Ausweitung des Konflikts zu stoppen. Dies werde überall so gesehen. Es müsse alles dafür getan werden.

Israels Verteidigungsminister Yoav Gallant betonte am Sonntag, sein Land wolle keinen Krieg an seiner Nordgrenze. "Wir haben kein Interesse an einem Krieg im Norden, wir wollen die Situation nicht eskalieren", sagte Gallant nach Angaben seines Ministeriums bei einem Truppenbesuch in Südisrael. Sollte die Hisbollah jedoch "den Weg des Krieges wählen", werde sie dafür "teuer bezahlen", warnte der Minister.

Iran: Können angesichts der Lage nicht "tatenlos zusehen"

Nach dem Großangriff der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Terrororganisation Hamas am 7. Oktober bereitet Israel derzeit eine großangelegte Bodenoffensive in dem Palästinensergebiet vor. Im Vorfeld hat Israel 1,1 Millionen Bewohner im Norden des Gazastreifens aufgefordert, sich in Richtung Süden in Sicherheit zu bringen.

Der Iran warnte Israel am Sonntag vor einem Einmarsch in den Gazastreifen. Sollte Israel seine "Angriffe auf die wehrlose Bevölkerung des Gazastreifens fortsetzen", könne niemand garantieren, dass der Konflikt sich nicht ausweite, sagte Außenminister Hossein Amir-Abdollahian nach Angaben seines Ministeriums am Sonntag bei einem Treffen mit dem Emir von Katar, Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani.

Dem Sender Al-Jazeera sagte Amir-Abdollahian, der Iran könne angesichts der Lage im Nahen Osten nicht "tatenlos zusehen". Sollte sich der Konflikt ausweiten, wären auch die USA betroffen, warnte er.

Außenminister Irans trifft sich mit Hamas-Anführern

Der iranische Außenminister hatte auf seiner Reise durch die Region neben Katar auch Stopps im Irak, Libanon und in Syrien eingelegt. In Beirut und Doha habe der iranische Außenminister hochrangige Hamas-Vertreter getroffen, erklärte das Außenministerium in Teheran am Sonntag. Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna traf Amir-Abdollahian am Samstagabend auch den in Katar ansässigen Hamas-Chef Ismail Hanija.


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Jeder hat Szenarien entworfen, und jeder hat die Hand am Abzug.


Irans Außenminister Hossein Amir-Abdollahian


Amir-Abdollahian hat auf seiner Reise verbündeten militanten Gruppen in Nahost erneut seine Unterstützung zugesagt – und gleichzeitig für eine politische Lösung geworben. "Der Widerstand allein ist in der Lage, jede Aktion durchzuführen und verfügt über die Mittel dazu", sagte Hussein Amir-Abdollahian am Samstag vor Journalisten in Beirut. Bei den Treffen mit Anführern verbündeter Gruppen seien Szenarien besprochen worden, sagte Amir-Abdollahian weiter. "Jeder hat Szenarien entworfen, und jeder hat die Hand am Abzug", warnte der Minister.

Amir-Abdollahian sprach erneut scharfe Warnungen gegen Israel aus und warnte vor weiteren Bombardierungen in Gaza. Dennoch sieht der Iran nach den Worten des Ministers Raum für Diplomatie. "Noch gibt es die Möglichkeit für diplomatische Maßnahmen, aber morgen ist es zu spät, diese Verbrechen müssen sofort gestoppt werden."

Seit der Islamischen Revolution von 1979 ist Israel Irans erklärter Erzfeind. Teheran hat seit den 1990er Jahren seine politischen und militärischen Beziehungen in der Region ausgebaut, um mit der Unterstützung schiitischer Milizen eine "Achse des Widerstands" zu schaffen.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP, dpa und Reuters
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