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Alle 195 Länder stimmen für weltweites Klimaschutzabkommen


Einigung in Paris
Alle 195 Länder stimmen für weltweites Klimaschutzabkommen

Von dpa, ap, afp, reuters
Aktualisiert am 12.12.2015Lesedauer: 3 Min.
Jubel nach der Einigung auf den Klimapakt (von links): UN-Klima-Chefin Christiana Figueres, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Konferenz-Präsident Laurent Fabius und Frankreichs Präsident François Hollande.Vergrößern des BildesJubel nach der Einigung auf den Klimapakt (von links): UN-Klima-Chefin Christiana Figueres, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Konferenz-Präsident Laurent Fabius und Frankreichs Präsident François Hollande. (Quelle: ap-bilder)
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Der Weltklimavertrag steht: Die UN-Klimakonferenz in Le Bourget bei Paris hat eine Vereinbarung zum Kampf gegen den Klimawandel beschlossen. Damit verpflichten sich erstmals nahezu alle Länder zum Klimaschutz. "Die Pariser Vereinbarung für das Klima ist angenommen", sagte Konferenzleiter Laurent Fabius unter dem Jubel der Delegierten.

Der Vertrag gibt das Ziel vor, die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen. Die 195 Länder wollen sogar versuchen, bei 1,5 Grad zu landen.

Langfristig sollen nicht mehr Treibhausgase wie CO2 ausgestoßen werden, als gleichzeitig zum Beispiel von Wäldern wieder aufgenommen werden können. In der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts soll der Netto-Ausstoß auf Null sinken. Für viele Forscher bedeutet dies, dass die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas im Fall des Zwei-Grad-Ziels bis 2070 aufhören muss.

Allerdings werden die nationalen Klimaziele weiterhin von den einzelnen Ländern festgelegt - bislang reichen die vorliegenden Pläne nicht aus, um den Klimawandel auf ein erträgliches Maß zu begrenzen. Außerdem sieht der als historisch geltende Pakt keine Sanktionen vor, wenn ein Land seine Emissionen nicht begrenzen will oder kann.

Umweltministerin Hendricks lobt Abkommen

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte am Abend: "Zum ersten Mal machen sich alle Länder dieser Welt gemeinsam auf den Weg, den Planeten zu retten." Auch US-Außenminister John Kerry zeigte sich nach der Annahme des Weltklimavertrags enthusiastisch: "Uns allen wird es besser gehen durch dieses Abkommen, das wir hier heute geschlossen haben."

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sagte: "Was einst undenkbar schien, ist jetzt nicht mehr aufzuhalten(...) Die Geschichte wird sich dieses Tages erinnern(...) Das Pariser Abkommen gegen den Klimawandel ist ein monumentaler Erfolg für den Planeten und seine Menschen(...) Die Welt beginnt morgen." Frankreichs Präsident François Hollande erklärte: "Heute wurde die schönste und friedlichste Revolution erreicht - eine Revolution für Klimawandel."

"Abkommen ist nicht das letzte Wort"

Umweltschützer und Entwicklungshelfer warnten die 195 UN-Vertragsstaaten nach der Einigung vor zu viel Euphorie. Die in Paris vorgelegten Maßnahmen reichen nach Einschätzung von Greenpeace längst nicht aus, um die Erderwärmung wie angestrebt deutlich unter 2 Grad zu halten, und schon gar nicht, um sie auf 1,5 Grad zu begrenzen. "Es ist klar, dass dieses Abkommen nicht das letzte Wort ist", sagte Greenpeace-Experte Martin Kaiser.

Deshalb müsse Bundeskanzlerin Angela Merkel die EU dazu bringen, rasch ihre Klimaziele nachzubessern. Vor allem aber müsse Merkel mit einem deutschen Kohleausstieg zeigen, "dass die Hoffnung aus Paris berechtigt ist".

Die Präsidentin von Brot für die Welt, Cornelia Füllkrug-Weitzel, beklagte viele Schlupflöcher in dem Abkommen. Die Herausforderung bestehe nun darin, sofort mit einer ambitionierten Umsetzung zu beginnen. Löblich sei, dass für die Entwicklungsländer ein Finanzpaket geschnürt wurde, um sie bei der Anpassung und bei der Bewältigung von klimabedingten Schäden und Verlusten zu unterstützen. "Leider zeigten mehrere große Schwellenländer und Ölstaaten keine Bereitschaft, sich an diesem Paket zu beteiligen", klagte sie.

Pakt soll Kyoto-Protokoll ersetzen

Der Klimapakt beteiligt erstmals fast alle Länder der Welt am Kampf gegen die Erderwärmung und den Klimawandel. Das Abkommen soll 2020 an die Stelle des Kyoto-Protokolls von 1997 treten, in dem sich nur Industriestaaten zum Klimaschutz verpflichtet hatten. Bis zuletzt war vor allem die Frage umstritten, wie die Klimapflichten zwischen Industriestaaten und ärmeren Ländern verteilt werden.

Es geht dabei um Investitionen in Milliardenhöhe und Finanzhilfen an die ärmsten Staaten, nicht nur für den Klimaschutz, sondern auch zur Bewältigung der bereits spürbaren Folgen der Erwärmung. Das sind unter anderem Dürren, Ernteausfälle, Überschwemmungen und Sturmschäden.

Ungeplante Verlängerung

Zuletzt hatten die Unterhändler mehrere Tage und Nächte verhandelt und die Konferenz aufgrund der unterschiedlichen Positionen sogar um einen Tag verlängert. Schon am Freitagabend hatten Unterhändler große Fortschritte bei der Arbeit an dem Abkommen gemeldet, so etwa der ägyptische Umweltminister Chaled Fahmi und der Regierungschef des pazifischen Inselstaates Tuvalu, Enele Sopoaga.

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