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Venezuela: Russland stärkt Präsident Maduro – und provoziert damit Trump

Lawrow zu Besuch in Caracas  

Russland stärkt Maduro – und provoziert damit Trump

07.02.2020, 22:48 Uhr | dpa

Venezuela: Russland stärkt Präsident Maduro – und provoziert damit Trump. Sergej Lawrow (l.), Nicolas Maduro: Der Besuch des russischen Außenministers in Caracas dürfte dem venezolanischen Präsidenten gefallen haben. (Quelle: dpa/Marcelo Garcia/Prensa Miraflores)

Sergej Lawrow (l.), Nicolas Maduro: Der Besuch des russischen Außenministers in Caracas dürfte dem venezolanischen Präsidenten gefallen haben. (Quelle: Marcelo Garcia/Prensa Miraflores/dpa)

Die USA und Russland geraten in Venezuela in eine offenen Interessenkonflikt. Jetzt hat sich Moskau nochmals deutlich hinter den sozialistischen Präsidenten Maduro gestellt. Wie wird Washington reagieren?

Russland und Venezuela haben nach Angaben des russischen Außenministers Sergej Lawrow eine engere militär-technische Zusammenarbeit vereinbart. Angesichts der Bedrohungen des Landes von außen werde Russland dabei helfen, die Verteidigungskraft seiner Freunde verlässlich zu gewährleisten, sagte Lawrow am Freitag in Caracas bei einer Pressekonferenz mit dem sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro.

Auch im Energiesektor und Handel, in Industrie und Landwirtschaft sowie bei Infrastrukturprojekten solle die Kooperation zwischen beiden Ländern trotz der US-Sanktionen vertieft werden, sagte er der Agentur Interfax zufolge.

Lawrow kritisierte "illegale Sanktionen" gegen eines der ölreichsten Länder der Welt, Erpressungsmethoden sowie eine Verletzung internationalen Rechts. Russland steht im Machtkampf in Venezuela fest an der Seite von Präsident Nicolás Maduro. Die Vereinigten Staaten hingegen unterstützen Interimspräsident Juan Guaidó.

Besuch in einem heiklen Moment

US-Präsident Donald Trump hatte Guaidó am Dienstag auch bei seiner Rede zur Lage der Nation in Washington begrüßt und dabei Unterstützung zugesagt. Lawrow besucht Venezuela damit just in einem Moment, in dem die USA neue Sanktionen und Maßnahmen angekündigt haben, um Druck auf Maduro auszuüben.

Russlands Chefdiplomat warnte einmal mehr auch davor, sich ungefragt in die inneren Angelegenheiten Venezuelas einzumischen. US-Präsident Donald Trump hatte vor dem Kongress betont: "Sozialismus zerstört Nationen, aber erinnern Sie sich immer daran, dass Freiheit die Seele vereint." Die Versuche der USA, legitime Systeme zu stürzen, brächten Chaos, Krieg und Zerstörung in vielen Regionen der Welt, sagte der Sekretär des russischen Sicherheitsrates, Nikolai Patruschew, am Freitag.

Russland unterstützt das krisengeschüttelte Venezuela immer wieder auch mit Hilfslieferungen von Getreide und Medikamenten. Auf der Sitzung einer Kommission beider Länder im Mai sollten die praktischen Aspekte der Zusammenarbeit festgeklopft werden, sagte Lawrow.

2020 steht Wahl des Parlaments an

Zuvor hatte er die Opposition in Venezuela aufgerufen, sich auf zivile Weise an den Parlamentswahlen in diesem Jahr zu beteiligen. "Ich bin überzeugt, dass diese Wahlen die einzige Möglichkeit sind für die Radikalen, sich nicht selbst um eine Zukunft im politischen Leben Venezuelas zu bringen." Das sagte Lawrow Interfax zufolge beim Runden Tisch des Nationalen Dialogs in Caracas.

Der selbst ernannte Interimspräsident Juan Guaidó hatte sich gegen eine Beteiligung der Opposition an den Wahlen ausgesprochen. Bei den umstrittenen Präsidentschaftswahlen 2018, die etwa die Europäische Union für illegitim erklärte, hatten Oppositionsführer aus Protest gegen die Missachtung der Demokratie durch Staatschef Nicolás Maduro und sein Regime zum Boykott aufgerufen.

Das autoritär regierte Venezuela ist die letzte Station auf der Lateinamerika-Reise Lawrows, die ihn zuvor nach Kuba und Mexiko geführt hatte. Venezuela gehört zu den größten Waffenkunden Russlands. Venezuela ist unter Maduros Führung in eine dramatische Wirtschaftskrise geraten; viele Menschen sind außer Landes geflohen. Inzwischen gibt es auch harte US-Sanktionen, unter anderem gegen den staatlichen Ölkonzern PdVSA und das Umfeld Maduros.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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