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Heftige Ausschreitungen im Iran – 19 Tote


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Heftige Ausschreitungen im Iran – Mindestens 19 Tote

Von dpa, afp, joh

Aktualisiert am 01.10.2022Lesedauer: 3 Min.
Ausschreitungen im Iran: Auch am Samstag werden wieder Demonstranten auf den Straßen erwartet.
Ausschreitungen im Iran: Auch am Samstag werden wieder Demonstranten auf den Straßen erwartet.
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Ob es einen Zusammenhang mit den Protesten nach Mahsa Aminis Tod gibt, ist noch unklar: Im Südosten des Irans hat es Ausschreitungen gegeben.

Bei gewalttätigen Ausschreitungen im Südosten des Iran sind mindestens 19 Menschen gestorben. Medienangaben zufolge wurden 20 weitere schwer verletzt. Unter den Toten war demnach auch der lokale Geheimdienstchef der Revolutionsgarden (IRGC).

Nach Angaben der IRGC von Samstag griffen "Terror- und Separatistengruppen" während des Freitagsgebets in Sahedan eine Polizeiwache an. Die IRGC haben eigenen Angaben zufolge mehrere Menschen verhaftet, die sie als Terroristen beschrieben.

Es war zunächst nicht klar, ob die Zusammenstöße in Zusammenhang mit den seit zwei Wochen andauernden Protesten stehen, die durch den Tod der jungen Kurdin Mahsa Amini nach ihrer Festnahme durch die Sittenpolizei entfacht worden waren. In der an Pakistan und Afghanistan grenzenden Provinz kommt es häufiger zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Gruppen. Oft handelt es sich um Schmuggler oder separatistische oder extremistische Gruppen.

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Der Fernsehsender Iran International mit Sitz in London zeigte Filmaufnahmen vom Freitag aus Sahedan, der Provinzhauptstadt von Sistan-Baluchestan, die offensichtlich Polizisten dabei zeigen, wie sie mit ihren Schusswaffen auf Männer feuern, die eine Polizeiwache angreifen. Zu sehen waren auch Männer mit blutenden Wunden, die auf Tragen lagen. Die Nachrichtenagentur AFP war allerdings zunächst nicht in der Lage, die Echtheit dieser Bilder zu verifizieren.

Drei Polizeistationen angegriffen?

Iranische Staatsmedien berichteten, Angreifer in Sahedan hätten zuerst mit scharfer Munition geschossen, die Polizei das Feuer erwidert. Nach Angaben des regionalen Polizeichefs Achmed Taheri wurden drei Polizeistationen angegriffen.

Das iranische Geheimdienstministerium teilte unterdessen mit, dass im Zusammenhang mit den Protesten seit dem Tod Aminis auch neun Ausländer festgenommen worden seien. Den Angaben zufolge ist darunter mindestens ein Deutscher. Die Ausländer seien "vor Ort" festgenommen worden oder "in die Unruhen verwickelt".

Die neun festgenommenen Ausländer kommen diesen Angaben zufolge aus Deutschland, Polen, Italien, Frankreich, den Niederlanden, Schweden und weiteren Ländern. Nähere Angaben zu den Gründen und Umständen ihrer Festnahme wurden nicht gemacht. Außerdem seien 256 Mitglieder von verbotenen Oppositionsgruppen festgenommen worden, teilte das Ministerium mit.

Seit Beginn der Proteste beschuldigen die iranischen Behörden Kräfte im Ausland, vor allem in den USA, hinter den Demonstrationen zu stecken oder diese anzuheizen. Die Sicherheitskräfte gehen mit großer Härte gegen die Proteste vor.

Insgesamt 83 Tote durch Proteste

Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHR) wurden infolge der harten Gangart der Sicherheitskräfte mindestens 83 Menschen bei den Protesten getötet. Die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Fars meldete rund 60 Tote. In diesen Zahlen sind die 19 Toten in Sistan-Baluchestan nicht enthalten.

Während der Proteste nehmen Frauen immer wieder die vorgeschriebenen Kopftücher ab, manchmal verbrennen sie die Tücher auch. Die 22-jährige Amini war vor zweieinhalb Wochen von der Sittenpolizei in der Hauptstadt Teheran offenbar deshalb festgenommen worden, weil sie das islamische Kopftuch nicht den Regeln entsprechend getragen hatte. Nach Angaben von Aktivisten soll sie von der Polizei geschlagen worden und deshalb später im Krankenhaus gestorben sein.

Amnesty International warf den iranischen Behörden vor, mit Absicht tödliche Gewalt zur Unterdrückung der Proteste einzusetzen. So habe laut einem der Menschenrechtsorganisation zugespielten offiziellen Dokument der Befehlshaber der Streitkräfte in der Provinz Masandaran seine Untergebenen angewiesen, "gnadenlos, bis hin zur Verursachung von Todesfällen, gegen jede Art von Unruhen durch Randalierer und Anti-Revolutionäre vorzugehen".

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa
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