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Türkische Armee rückt in Afrin – Erdogan verkündet "vollständige Kontrolle"

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Schneller Einmarsch  

Türkische Armee erobert syrische Kurden-Stadt Afrin

Von Patrick Diekmann

18.03.2018, 16:51 Uhr
Türkische Armee rückt in Afrin – Erdogan verkündet "vollständige Kontrolle". Die türkische Armee und Rebellen der Freien Syrischen Armee posieren in Afrin für Fotos. (Quelle: Reuters)

Die türkische Armee und Rebellen der Freien Syrischen Armee posieren in Afrin für Fotos. (Quelle: Reuters)

Plötzlich geht es schnell: Die türkische Armee und verbündete Rebellen rücken in Afrin ein und erobern den Stadtkern. Erdogan verkündet die "vollständige Kontrolle" des Stadtzentrums und seine Soldaten posieren mit Flaggen in der umkämpften Stadt.

Vor zwei Monaten hatte der türkische Militäreinsatz gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordwestsyrien begonnen. Nun ist das Zentrum der umkämpften Stadt Afrin nach türkischen Angaben eingenommen.

Die türkische Armee und mit ihr verbündete Rebellen haben nach Angaben von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan das Zentrum der nordwestsyrischen Stadt Afrin unter ihre Kontrolle gebracht. Das sagte Erdogan im westtürkischen Canakkale. Minenräumarbeiten seien im Gange.

Die türkische Armee teilte ebenfalls mit, das Zentrum der Stadt sei unter ihrer Kontrolle. Nun werde das Gebiet von Minen und Sprengsätzen gesäubert. Die syrischen Kurden haben dementiert, dass die Türkei und ihre Verbündeten das Zentrum Afrins eingenommen hätten. Es gebe weiter Kämpfe, sagte eine Vertreterin der Kurden, Hadia Jussef.

Ein türkischer Soldat posiert im Zentrum der Stadt Afrin: Zuvor hatten die türkische Armee und verbündete syrische Rebellen große Teile der Stadt eingenommen. (Quelle: Twitter: Son Kale Türkiye)Ein türkischer Soldat posiert im Zentrum der Stadt Afrin: Zuvor hatten die türkische Armee und verbündete syrische Rebellen große Teile der Stadt eingenommen. (Quelle: Twitter: Son Kale Türkiye)

Die unterschiedlichen Angaben konnten bisher nicht vollständig verifiziert werden, aber auf Twitter mehren sich die Anzeichen, dass die pro-türkischen Kräfte sehr schnell große Teile der Stadt erobert haben. So wird eine türkische Flagge auf dem Rathaus gehisst und mit der Türkei verbündete Rebellen posieren auf Bildern im Stadtzentrum. Auf dem türkischen Twitterkanal von "Son Kale Türkiye" wird auch ein Leopard-2-Panzer aus Deutschland gezeigt, der im Zentrum von Afrin steht. 

Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete, die türkisch unterstützten Kräfte hätten die Hälfte der Stadt unter ihre Kontrolle gebracht. Heftige Kämpfe seien weiter im Gange. "Die Kämpfe dauern an", sagte der Leiter der Organisation, Rami Abdel Rahman.

In den vergangenen Tagen waren angesichts der türkischen Offensive Zehntausende Menschen aus Afrin geflohen. Nach Angaben der Beobachtungsstelle harren jedoch noch immer tausende Zivilisten in der Stadt aus.

Schnelles Vorrücken in die Stadt

Nachdem der Vormasch der türkischen Armee in den letzten Wochen eher schleppend voranging, konnten große Teile der Stadt Afrin relativ schnell erobert werden. Erst am Sonntagmorgen waren die türkische Armee und verbündete Rebellen nach Angaben von Aktivisten in die Stadt vorgedrungen.

Der Sender CNN Türk berichtete, dass die türkischen Einheiten vom Südosten aus in die Stadt eingedrungen seinen. Die mit Ankara verbündeten Rebellen griffen laut eigenen Angaben "von Osten und Westen" an. Einwohner vor Ort sagten, die noch anwesenden Zivilisten versteckten sich während der Offensive in Kellern.

1500 getötete Kurdenkämpfer

In den vergangenen Tagen hatten die türkischen Einheiten und ihre Verbündeten die Schlinge um die Stadt Afrin immer enger gezogen. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte waren angesichts der erwarteten Offensive mehr als 200.000 Menschen aus der mehrheitlich kurdischen Stadt geflüchtet. Die in Großbritannien ansässige oppositionsnahe Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von Informanten in Syrien. Sie können von Medien kaum überprüft werden.

Die Türkei hatte den Militäreinsatz gegen die YPG am 20. Januar begonnen. Sie sieht die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK als Terrororganisation. Die PKK steht in der Türkei, Europa und den USA auf der Terrorliste. Die YPG dagegen ist wichtiger Partner der USA im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Über 1500 Kurdenkämpfer wurden laut Beobachtungsstelle seit Beginn der Offensive getötet. Der türkische Präsident Erdogan droht, nach Afrin auch Manbidsch und andere Städte in der Region anzugreifen.

Verwendete Quellen:
  • dpa, afp, Reuters, AP
  • Eigene Recherchen

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