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Gaza-Konflikt: Erdoğan nennt Netanjahu einen "Terroristen"

Gaza-Konflikt  

Erdoğan nennt Netanjahu einen "Terroristen"

01.04.2018, 20:17 Uhr | dpa, rtr, nsc

Gaza-Konflikt: Erdoğan nennt Netanjahu einen "Terroristen". Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan (Archiv): Den Israelis wirft er ein Massaker an den Palästinensern vor. (Quelle: dpa/-)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan (Archiv): Den Israelis wirft er ein Massaker an den Palästinensern vor. (Quelle: -/dpa)

Der Konflikt zwischen türkischer und israelischer Regierung droht zu eskalieren. Türkeis Präsident Recep Tayyip Erdoğan warf seinem israelischen Kollegen vor, ein Massaker an den Palästinensern zu verüben.

Der Streit zwischen dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan und Israels Premier Benjamin Netanjahu droht zu eskalieren. Angesichts der Unruhen in Gaza sagte Erdoğan: "Netanjahu, Du bist ein Besatzer. Und gerade befindest Du Dich als Besatzer auf diesem Land. Gleichzeitig bist Du ein Terrorist." Israelische Soldaten hatten bei Protesten am Freitag 17 Palästinenser getötet und mehr als 1.400 verletzt. Mehr Palästinenser an einem Tag waren zuletzt während des Gaza-Kriegs im Jahr 2014 gestorben.

Am Samstag hatte Erdoğan den Israelis bereits vorgeworfen, ein "Massaker" an den Palästinensern verübt zu haben. Netanjahu antwortete daraufhin: "Die moralischste Armee der Welt wird sich keine Moralpredigten anhören von jemandem, der selbst seit Jahren eine Zivilbevölkerung ohne Unterscheidung bombardiert." Nun legte der türkische Präsident nach. Sein Land gehe nicht gegen die eigene Zivilbevölkerung vor, sagte er und richtete sich dann an den israelischen Regierungschef: "Ey Netanjahu. Du bist sehr schwach, Du bist sehr seltsam."

Palästinenser wollen bis Mitte Mai demonstrieren

Seit langem wirft die israelische Regierung der Türkei vor, die radikalislamische Hamas zu unterstützen, die den Gaza-Streifen beherrscht. Dort kam es im Laufe des Sonntags erneut zu Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Demonstranten und israelischen Soldaten. Dabei sei mindestens ein Palästinenser lebensgefährlich verletzt worden, berichteten mehrere Medien.

Die Palästinenser wollen bis zum 15. Mai demonstrieren. Grund dafür sind Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Diesen Tag bezeichnen die Palästinenser als Nakba-Tag, Tag der Katastrophe. Denn während des Nahost-Kriegs 1947 waren etwa 700.000 Palästinenser vertrieben worden.

Israel lehnt unabhängige Untersuchung ab

Der israelische Verteidigungsminister Avigdor Lieberman verteidigte unterdessen den Einsatz seiner Armee. Die getöteten Palästinenser seien "bekannte Terroraktivisten" gewesen. Sollten die Palästinenser weiter protestieren, "werden wir uns verteidigen". Die Armee folge dabei dem "Prinzip der eisernen Mauer".

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hatte eine "unabhängige und transparente Ermittlungen" der Vorfälle am Freitag gefordert. Das lehnt die israelische Regierung ab. Verteidigungsminister Avigdor Liebermann sagte, Israel werde mit keiner Untersuchung kooperieren. "Ich schlage diesem ganzen Marsch der Heuchler in Israel und im Ausland vor, den Tod von einer halben Million Menschen in Syrien zu untersuchen, Hunderttausende Tote im Jemen, in Libyen, im Sudan."

Verwendete Quellen:
  • dpa, Reuters

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