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UN-Geberkonferenz: Worum geht es im Jemen-Krieg?

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Worum geht es im Jemen-Krieg?

03.04.2018, 17:27 Uhr | Sara Orlos, t-online.de

UN-Geberkonferenz: Worum geht es im Jemen-Krieg?. Huthi-Rebellen schießen in Sanaa in die Luft. Die Rebellen haben viele Teile Jemens erobert. (Quelle: dpa/Hani Al-Ansi)

Huthi-Rebellen schießen in Sanaa in die Luft. Die Rebellen haben viele Teile Jemens erobert. (Quelle: Hani Al-Ansi/dpa)

Lokale Milizen, internationale Allianzen und Terrororganisationen kämpfen im Jemen gegeneinander. Millionen Menschen hungern. Warum? Ein Überblick über den Jemen-Krieg.

1. Wie lange dauert der Krieg im Jemen schon?

Der Krieg in seiner jetzigen Form begann vor mehr als drei Jahren – die Ursachen reichen noch länger zurück. Nach Protesten gegen den damaligen Präsidenten Ali Abdullah Salih trat dieser Anfang 2012 zurück. Sein Nachfolger, Abed Rabbo Mansur Hadi, spaltete das Land weiter. Lokale Milizen nahmen große Teile Jemens ein. Um die neue Regierung zu stützen, begann Saudi-Arabien im März 2015 mit Luftangriffen auf Milizen. 

2. Wer kämpft gegen wen?

Die wichtigsten Akteure des Konflikts sind die schiitischen Huthi-Rebellen aus dem Norden sowie Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und seine Regierung. Die Huthi-Rebellen eroberten 2014 große Teile des Jemen. Daraufhin begann die militärische und politische Intervention der Militärallianz gegen die Aufständischen unter Führung Saudi-Arabiens.

Das Ziel der Militäroperation ist es, die international anerkannte Regierung unter Präsident Hadi im Jemen wieder zurück an die Macht zu bringen. Bis heute kontrollieren die Rebellen den Norden des Landes und die Hauptstadt Sanaa.

3. Wer ist in den Krieg involviert? 

Die Huthis werden vom schiitisch regierten Iran unterstützt, dem Erzfeind Saudi-Arabiens. An der von Saudi-Arabien angeführten Militärallianz beteiligen sich sunnitisch dominierte Staaten, unter anderem die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Ägypten und Jordanien. Nach allgemeiner Ansicht handelt es sich um einen Stellvertreterkrieg um die Vorherrschaft in der Region.

4. Spielen auch Terrorgruppen eine Rolle?

Dschihadisten der al-Quaida im Jemen (AQAP) und eines Ablegers des Islamischen Staates (IS) sind ebenfalls in den Krieg involviert. Der IS-Ableger führte eine Serie von Angriffen gegen Schiiten und Regierungsangestellte durch.

5. Wer unterstützt den Krieg?

Die Huthi-Rebellen bekommen Hilfe vom Iran. Die Koalition um Saudi-Arabien wird von den USA, Frankreich und Großbritannien unterstützt. Die USA helfen unter anderem mit militärischer Luftbetankung, Frankreich und Großbritannien in der Logistik. 

6. Was sind die Folgen des Krieges?

Die Raketenangriffe haben große Teile Jemens zerstört. Die Angriffe trafen Bildungseinrichtungen, Krankenhäuser, antike Stätten und religiöse Bauten. 

Der Krieg hat die „schlimmste humanitäre Krise der Welt“ ausgelöst, so die UN. Nach Angaben der UNO wurden über 10.000 Menschen getötet. Sieben Millionen Menschen stehen vor einer Hungersnot. Etwa 17 Millionen Menschen haben keinen sicheren Zugang zu Nahrung. Darüber hinaus ist eine Cholera-Epidemie ausgebrochen. Viele Krankenhäuser sind zerstört.

Saudi-Arabien hat im November 2017 Flug- und Seehäfen des Jemen blockiert. Grund war ein Raketenbeschuss aus dem Jemen. Die Einfuhr von Lebensmitteln, Treibstoff, Medikamenten und anderen lebenswichtigen Vorräten ist blockiert. Inzwischen wurde die Blockade teilweise aufgehoben. 

7. Wer unterstützt die Menschen im Jemen?

Bei der Geberkonferenz der UN ist der Jemen seit Jahren im Gespräch. Dieses Jahr haben sich die Staaten auf zwei Milliarden Dollar für die notleidende Bevölkerung geeinigt – eine Milliarde weniger, als die UN für nötig hält, um die Not zu bekämpfen. Auch Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben 930 Millionen Dollar versprochen.

Verwendete Quellen:
  • dpa
  • Eigene Recherche

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