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Syrien: Russische Luftwaffe attackiert Rebellen im Süden – trotz Waffenruhe

Trotz Waffenruhe  

Russische Luftwaffe attackiert Rebellen im Süden Syriens

24.06.2018, 20:00 Uhr | AFP

Syrien: Russische Luftwaffe attackiert Rebellen im Süden – trotz Waffenruhe. Rauchwolken über Daraa: Die syrische Gemeinde wurde in den vergangenen Jahren immer wieder angegriffen (Archivbild von 2015).  (Quelle: imago images/ZUMA Press/Archivbild)

Rauchwolken über Daraa: Die syrische Gemeinde wurde in den vergangenen Jahren immer wieder angegriffen (Archivbild von 2015). (Quelle: ZUMA Press/Archivbild/imago images)

Noch immer herrscht in Syrien Bürgerkrieg. Im Süden des Landes eskalieren die Kämpfe seit einigen Tagen wieder. Dabei herrscht dort seit fast einem Jahr Waffenstillstand.

Erstmals seit Inkrafttreten der Waffenruhe vor knapp einem Jahr hat die russische Luftwaffe laut Aktivisten Gebiete im Süden Syriens bombardiert. Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte flog Russland am Samstagabend mindestens 25 Angriffe auf von Rebellen kontrollierte Dörfer im Osten der Provinz Daraa. Dabei seien fünf Zivilisten getötet worden. Die syrische Armee eroberte mehrere Dörfer von den Rebellen zurück.

Laut Beobachtungsstelle wurde durch einen der Luftangriffe ein Krankenhaus in Al-Herak beschädigt. Es wurde vorübergehend geschlossen. Weitere Angriffe trafen die Städte Al-Sura und Alma. Bei Angriffen von Rebellen auf Regierungsgebiete in der Stadt Sueida wurde am Sonntag laut der syrischen Nachrichtenagentur Sana ein Mädchen getötet.

Verhandlungen mit Rebellen

Die Luftwaffe des syrischen Machthabers Baschar al-Assad flog bereits seit Dienstag Angriffe auf von Rebellen kontrollierte Gebiete im Süden. Nach Angaben der Beobachtungsstelle starben seitdem mindestens 23 Zivilisten in den Rebellengebieten. Die Beobachtungsstelle bezieht ihre Angaben von einem Netzwerk von Aktivisten vor Ort; die Angaben sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

In den Provinzen Daraa, Kuneitra und Sueida gilt seit dem vergangenen Sommer eine Waffenruhe, die Vertreter der USA, Russlands und Jordaniens ausgehandelt hatten. Zuletzt hatte es dort aber wieder vermehrt Kämpfe gegeben. Die syrische Regierung verhandelt über ihren Verbündeten Russland seit Wochen mit den Rebellen in Daraa und Kuneitra über die Übergabe der Gebiete unter ihrer Kontrolle.

Armee seit Jahresbeginn auf dem Vormarsch

Zugleich zog sie eine große Zahl von Truppen am Rand der Rebellengebiete zusammen und drohte mit einer Offensive, sollten die Verhandlungen keinen Erfolg bringen. Unter dem Druck des Militärs haben die Aufständischen seit Jahresbeginn schon zahlreiche Gebiete aufgeben müssen. Schon vor Beginn der eigentlichen Offensive nahmen Assads Truppen vier Dörfer ein, wie die Beobachtungsstelle mitteilte. Bei Kämpfen seien 13 syrische Soldaten und 15 Rebellenkämpfer getötet worden.

Die jüngsten Angriffe durch Regierungstruppen trieben zudem erneut viele Menschen in die Flucht: In der Provinz Kuneitra errichteten zahlreiche Syrer behelfsmäßige Lager, nachdem ihre Heimatdörfer angegriffen worden waren.

Hunderttausende in Gefahr

Die Vereinten Nationen hatten gewarnt, dass bei Kämpfen im Süden des Landes weitere 750.000 Menschen gefährdet wären. In Daraa hatten im März 2011 die Proteste gegen Assad begonnen. Angesichts des brutalen Vorgehens Assads gegen die Demonstranten weiteten sich die Proteste rasch aufs ganze Land aus. Seither wurden mehr als 350.000 Menschen getötet und Millionen Syrer in die Flucht getrieben.

Ein Rebellenkommandeur sagte der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag, die USA wollten die Rebellen im Süden nicht bei einem möglichen Gegenangriff unterstützen. In einer arabischsprachigen Botschaft erklärten die USA, die Rebellen sollten eine Entscheidung, den Regierungstruppen die Stirn zu bieten, "nicht von der Vermutung oder Erwartung einer militärischen Intervention unsererseits ableiten".

Kampf gegen IS geht weiter

In Rakka, der ehemaligen Hochburg des Islamischen Staates (IS) im Nordosten Syriens, verhängten die Behörden am Sonntag eine Ausgangssperre bis Dienstagmorgen. Als Grund nannten sie geheimdienstliche Hinweise auf bevorstehende IS-Angriffe. Der IS war im Oktober nach monatelangen erbitterten Kämpfen gegen die von den USA unterstützten Syrischen Demokratischen Kräfte (SDF) aus Rakka vertrieben worden.

Nach Angaben der Beobachtungsstelle vertrieben SDF-Kämpfer am Wochenende die letzten verbliebenen IS-Kämpfer aus der Provinz Hassakeh im Nordosten Syriens. "Erstmals seit 2013 ist die Provinz vollständig vom IS befreit", sagte der Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, am Samstag.

Die irakische Armee tötete am Samstag bei einem Luftangriff im Osten Syriens 45 IS-Angehörige, darunter hochrangige Anführer der Organisation. Nach Angaben des Militärkommandos in Bagdad waren unter den Getöteten ein führender Vertreter des IS-Kriegsministeriums, der Chef der IS-Polizei sowie der Bote von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi.

Verwendete Quellen:
  • AFP

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