Flüchtlingsfrau und zwei Tote an Bord Rettungsschiff trifft auf Mallorca ein

Ein Rettungsschiff der Hilfsorganisation Proactiva Open Arms hat Mallorca erreicht. Zwei Tote sowie eine Überlebende befanden sich an Bord.
Die Hilfsorganisation Proactiva Open Arms hat eine vor der libyschen Küste gerettete Flüchtlingsfrau und die Leichen von zwei weiteren Flüchtlingen nach Mallorca gebracht. Zwei Boote der spanischen Organisation trafen im Hafen von Palma de Mallorca ein. Die Seenotretter hatten die 40-jährige Kamerunerin und die Leichen von einer Frau und einem Kind auf einem Schlauchboot vor Libyen gefunden.
Open Arms erhebt schwere Vorwürfe gegen libysche Küstenwache
Open Arms hatte der libyschen Küstenwache anschließend vorgeworfen, die drei Flüchtlinge bei einem Rettungseinsatz zurückgelassen zu haben. Die Küstenwache bestätigte zwar, in der Nacht zu Dienstag in dem entsprechenden Seegebiet 165 Flüchtlinge von einem Schlauchboot gerettet zu haben, versicherte aber, niemanden zurückgelassen zu haben. Italien bot an, die Überlebende aufzunehmen, nicht aber die beiden Toten.
Open Arms entschied sich daher, statt nach Sizilien nach Mallorca zu fahren. Damit solle auch der "Schutz" der Überlebenden sichergestellt und gewährleistet werden, dass sie frei aussagen könne, teilte die Gruppe mit. Italiens rechtsgerichteter Innenminister Matteo Salvini verweigert seit seinem Amtsantritt Anfang Juni privaten Seenotrettern die Landung in Italien und will auch keine geretteten Flüchtlinge mehr von europäischen Grenzschutz- und Marineschiffen aufnehmen.
- AFP