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Der Bundespräsident und die Putschisten

  • Jonas Mueller-Töwe
Von Jonas Mueller-Töwe

Aktualisiert am 13.07.2020Lesedauer: 2 Min.
Karl Carstens im Jahr 1974: Gab er Sondermittel zur Unterstützung der indonesischen Putschisten frei?
Karl Carstens im Jahr 1974: Gab er Sondermittel zur Unterstützung der indonesischen Putschisten frei? (Quelle: imago-images-bilder)
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Als Staatssekretär ließ Karl Carstens deutsche Waffen verdeckt in alle Welt verschiffen. Indonesiens Militär unterstützte er mutmaßlich beim Putsch. Nach den Massakern wurde er Bundespräsident.

Der Genozid in Indonesien wirft einen Schatten auf das Wirken des späteren Bundespräsidenten Karl Carstens. Dokumente, die t-online.de vorliegen, geben Hinweise darauf, dass der CDU-Politiker während seiner Laufbahn im Auswärtigen Amt die indonesischen Militärs bei ihrer blutigen Machtergreifung unterstützt haben könnte. Folge des Putsches waren Hunderttausende Tote.

  • Lesen Sie hier die vollständige Recherche zu den Akten


Demnach war dem Bundesnachrichtendienst bekannt, dass das indonesische Militär Massaker an Zivilisten beging während eine Bitte der Generäle um Finanzmittel zur Fortsetzung der "antikommunistischen Säuberungsaktion" offen erörtert wurde. Wenig später empfing Carstens eine wichtige Kontaktperson der Militärs im Auswärtigen Amt. Schließlich soll er Sondermittel für die Unterstützung der Putschisten zur Verfügung gestellt haben.

Carstens und die Merex-Affäre

Plausibel belegt wird durch Akten nicht nur der zeitliche Zusammenhang. Nach heutigem Stand war Carstens zu seiner Zeit im Auswärtigen Amt Mitte der Sechzigerjahre in mehrere verdeckte Waffenlieferungen unter Beteiligung des Bundesnachrichtendienstes eingebunden. Die Affäre um die Waffenhandelsfirma Merex AG begleitete ihn mehrere Jahre.

Gerhard Mertins (M.), Deckname "Uranus": Für die Bundesregierung unternahm er mit seinem Unternehmen "Merex" Waffenlieferungen in politisch heikle Gebiete.
Gerhard Mertins (M.), Deckname "Uranus": Für die Bundesregierung unternahm er mit seinem Unternehmen "Merex" Waffenlieferungen in politisch heikle Gebiete. (Quelle: Dieter Bauer/imago-images-bilder)
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Während Carstens im Guillaume-Untersuchungsausschuss selbst durch die Frage lavierte, ob er von Waffengeschäften gewusst hatte – tatsächlich stand lange der Vorwurf einer Falschaussage im Raum – belegte der Historiker Peter Hammerschmidt schließlich im Jahr 2014 auf Grundlage von deklassifizierten Akten des Bundesnachrichtendienstes eindeutig seine Verwicklung in die politisch heiklen Geschäfte.

Indonesien und die Deutschland-Frage

Politisch heikel war im Jahr 1965 auch die Situation in Indonesien: Die Bundesrepublik versuchte seit Jahren, das strategisch wichtige Land davon abzuhalten, die DDR offiziell als Staat anzuerkennen. Der national-kommunistische Präsident Sukarno spielte immer wieder mit dem Schritt wohl auch, um die für Indonesien wichtige deutsche Entwicklungshilfe zu erhalten.

Als am 30. September mit der Ermordung mehrerer Militärs ein blutiger Machtkampf seinen Anfang nahm, rätselten auch internationale Geheimdienste über die Hintergründe. Bis heute ist der Verlauf der Ereignisse auch von der Forschung nicht vollkommen aufgeklärt. Frühzeitig erfuhr allerdings die deutsche Botschaft in Jakarta über einen Mittelsmann von Putschplänen der Militärs, wie t-online.de bereits 2017 berichtete. Sie galten der deutschen Regierung als "das letzte solide Bollwerk gegen den Kommunismus".

  • Lesen Sie hier die Recherche von 2017
  • Lesen Sie hier alles zu den neuen Erkenntnissen


Im Zuge der Machtübernahme der indonesischen Militärs wurden schließlich Hunderttausende Zivilisten ermordet. Schätzungen variieren zwischen 500.000 und bis zu drei Millionen Toten. Der neueste Stand der Forschung geht davon aus, dass dem Militär bei den Massakern eine zentrale Rolle zukam.

Für die Koordinierung sei ein von der CIA zur Verfügung gestelltes Funksystem entscheidend gewesen, sagte Dokumentarfilmer Joshua Oppenheimer t-online.de. Den Kontakt der Militärs zu den Amerikanern hatte nachweislich Brigadegeneral Achmed Sukendro hergestellt, er überbrachte auch die Bitte um Funkgeräte. Laut Akten wurde Sukendro am 26. November 1965 im Auswärtigen Amt empfangen, zunächst von Carstens, dann von Außenminister Gerhard Schröder. Äußert ungewöhnlich, denn Sukendro hatte keinerlei diplomatischen Status.

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