Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild fĂŒr einen TextDieser Star gewinnt "Let's Dance"Symbolbild fĂŒr einen TextTrump zahlt saftige GeldstrafeSymbolbild fĂŒr einen TextBerichte: BVB will Ex-Schalke-TrainerSymbolbild fĂŒr einen TextArbeiter ersticken in BrunnenschachtSymbolbild fĂŒr einen TextPanzer-Video als Propaganda entlarvtSymbolbild fĂŒr einen TextCora Schumacher ist neu verliebtSymbolbild fĂŒr einen TextWie viele Nachrichten habe ich verschickt?Symbolbild fĂŒr einen TextFrau protestiert nackt in CannesSymbolbild fĂŒr einen TextDiese Arzneimittel helfen bei HeuschnupfenSymbolbild fĂŒr einen TextGewitter: Rammstein-Konzert unterbrochenSymbolbild fĂŒr einen Watson TeaserFormel-1-Stratege mit klarer Schumacher-Ansage

Bundesregierung setzt Entwicklungshilfe fĂŒr Afghanistan aus

Von dpa
Aktualisiert am 17.08.2021Lesedauer: 3 Min.
Entwicklungsminister Gerd MĂŒller (CSU): 2014 besuchte er in Kabul die Berufsschule Afghan Technology Institute.
Entwicklungsminister Gerd MĂŒller (CSU): 2014 besuchte er in Kabul die Berufsschule Afghan Technology Institute. (Quelle: photothek/imago-images-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Hunderte Millionen Euro sollten auch in diesem Jahr nach Afghanistan fließen. Nach der Eroberung Kabuls durch die Taliban werden die Zahlungen gestoppt. Andere LĂ€nder gehen anders vor.

Nach der faktischen MachtĂŒbernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat die Bundesregierung die staatliche Entwicklungshilfe fĂŒr das Land ausgesetzt. Das sagte Entwicklungsminister Gerd MĂŒller am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur und der "Rheinischen Post". Alle deutschen und internationalen Mitarbeiter der fĂŒr die staatliche Entwicklungshilfe zustĂ€ndigen Deutschen Gesellschaft fĂŒr Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hĂ€tten sicher das Land verlassen.

"Wir arbeiten mit Hochdruck daran, OrtskrĂ€fte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und mit uns kooperierender Hilfsorganisationen, die dies wollen, sicher aus Afghanistan zu bringen", ergĂ€nzte MĂŒller.

Afghanistan war bisher die Nummer eins unter den EmpfĂ€ngerlĂ€ndern deutscher Entwicklungshilfe. FĂŒr dieses Jahr waren 250 Millionen Euro veranschlagt. Davon ist aber noch kein Euro ausgezahlt worden. Daneben flossen bisher Gelder aus anderen Ressorts an Afghanistan, zum Beispiel fĂŒr humanitĂ€re Hilfe oder Polizeiausbildung. Insgesamt hatte Deutschland fĂŒr dieses Jahr 430 Millionen Euro zugesagt.

FDP kritisiert Entscheidung als zu spÀt

"Was die Entwicklungshilfe angeht, aber genauso unsere Stabilisierungsmaßnahmen, haben wir diese Mittel jetzt erst einmal eingefroren", sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des Krisenstabes der Bundesregierung in Berlin. Man wolle sich zunĂ€chst die weitere Entwicklung in Afghanistan ansehen.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Deutschland hat sich in eine gefÀhrliche Lage manövriert
Wladimir Putin 2012 im Kanzleramt in Berlin.


Kanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte in Berlin, Deutschland habe beim Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan ausdrĂŒcklich erklĂ€rt, die Entwicklungshilfe fĂŒr das Land nicht sofort einzustellen. Aber "unter den jetzt gegebenen UmstĂ€nden (...) können wir keine Entwicklungshilfe machen". Das habe Entwicklungsminister Gerd MĂŒller (CSU) deutlich gemacht.

Die FDP kritisierte, die Aussetzung der Hilfszahlungen erfolge zu spĂ€t. Olaf in der Beek, Obmann der FDP im Entwicklungsausschuss des Bundestags, sagte: "Jetzt muss die Bundesregierung beim IWF und der Weltbank darauf drĂ€ngen, dass diese ebenfalls keine Mittel mehr an das Land auszahlen. Nur so können GeldflĂŒsse an die Taliban vermieden werden."

DĂ€nemark spendet 100 Millionen Kronen an Hilfsorganisationen

Andere LĂ€nder gehen bei der Steuerung von Geldern zur Entwicklungshilfe in dem krisenzerrĂŒtteten Land anders vor. DĂ€nemark teilte am Dienstag mit, dass es dem Internationalen Roten Kreuz und UN-Organisationen 100 Millionen dĂ€nische Kronen spendet (13,4 Millionen Euro), um die humanitĂ€re Krise in Afghanistan zu lindern. Entwicklungshilfeminister Flemming MĂžller Mortensen sagte der dĂ€nischen Nachrichtenagentur Ritzau am Dienstag: "In Afghanistan herrscht seit Langem Not, und die Hilfe geht an die Menschen, nicht an Regime oder politische FĂŒhrer."

Das Geld soll dem Plan zufolge zwischen dem HumanitĂ€ren Fonds der Vereinten Nationen und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) aufgeteilt werden. Sie erhalten jeweils 35 Millionen Kronen. Die restlichen 30 Millionen Kronen gehen an das UN-FlĂŒchtlingshilfswerk UNHCR.

"Wir beurteilen die Lage fortlaufend und in Zusammenarbeit mit unseren sehr engen Partnern, die seit vielen Jahren in Afghanistan arbeiten", sagte MÞller Mortensen. Es sei wichtig, die neuen dÀnischen Gelder Organisationen zu geben, denen man vertraue und die auch im Alltag bewiesen hÀtten, dass sie die afghanische Bevölkerung erreichten.

Bislang investierte DÀnemark rund 400 Millionen dÀnische Kronen (53,8 Millionen Euro) jÀhrlich in die Entwicklungshilfe in Afghanistan.

WelternÀhrungsprogramm bleibt prÀsent

Das WelternĂ€hrungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) will in Afghanistan prĂ€sent bleiben. "Trotz der schwierigen Lage wollen wir unsere Programme weiterfĂŒhren. Unsere Lkw sind auf der Straße", sagte der Sprecher der Organisation in Deutschland, Martin Rentsch, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir wollen bleiben, solange es fĂŒr unsere Mitarbeitenden sicher genug ist." Auf die Frage, ob es Kontakte zu den Taliban gebe, sagte er: "Wir reden mit allen Akteure in jedem Konflikt, um letztlich Menschen in Not zu erreichen und zu helfen."

Insbesondere die hohe Zahl an Menschen, die innerhalb Afghanistans auf der Flucht seien, brÀuchten Hilfe, so Rentsch. "Seit Anfang des Jahres haben wir 5,5 Millionen Menschen mit Hilfe erreicht. Einer von drei Afghanen geht hungrig zu Bett. Insgesamt 14 Millionen Menschen leiden Hunger. Zwei Millionen Kinder sind mangelernÀhrt."

Weitere Artikel

Afghanistan-Helfer in Angst
"Die Taliban wollen, dass weiter Geld ins Land fließt"
Taliban-KĂ€mpfer vor dem internationalen Flughafen Hamid Karzai in Kabul: Tausende von Menschen stĂŒrmten am Montag das Rollfeld und drĂ€ngten im verzweifelten Versuch, aus dem Land zu kommen, in die Flugzeuge.

Afghanistan im Newsblog
Bericht: Bundeswehr-Helikopter werden vorerst nicht eingesetzt
Leichte Helikopter des Kommandos SpezialkrÀfte (KSK): Mit den Helikoptern sollten Menschen zum Flughafen gebracht werden.

Evakuierungsaktionen westlicher Staaten
Ring der Taliban schneidet OrtskrÀften Weg zum Flughafen ab
Taliban an einem Kontrollpunkt in Kabul: Besonders wer den internationalen Truppen geholfen hat, soll es schwer haben, die Kontrollen zu passieren.


Es gebe in Afghanistan eine ganze Reihe an Problemen, DĂŒrre und die Corona-Pandemie verschĂ€rften die Lage, fĂŒhrte Rentsch aus. "Konflikt, Hunger und Vertreibung bringen das Land an den Rand einer humanitĂ€ren Katastrophe." Das WelternĂ€hrungsprogramm sei seit 1963 in Afghanistan prĂ€sent und wolle auch weiter der Bevölkerung dort helfen.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
  • Patrick Diekmann
  • Marc von LĂŒbke-Schwarz
Von Patrick Diekmann und Marc von LĂŒpke
AfghanistanAngela MerkelBundesregierungCDUCSUDeutsche Presse-AgenturDeutschlandDĂ€nemarkFDPHeiko MaasKabulSPDTaliban
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten fĂŒr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlÀngerung FestnetzVertragsverlÀngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website