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"Die Taliban feiern ihr neues US-Waffenarsenal"

Von dpa, pdi

Aktualisiert am 22.08.2021Lesedauer: 3 Min.
Eine Taliban-Patrouille in Kabul: Zahlreiche westliche Waffen und Fahrzeuge sind in die H├Ąnde der Islamisten gefallen.
Eine Taliban-Patrouille in Kabul: Zahlreiche westliche Waffen und Fahrzeuge sind in die H├Ąnde der Islamisten gefallen. (Quelle: ap-bilder)
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Bislang waren die Taliban eine Truppe, die vor allem auf alte Kalaschnikow-Sturmgewehre, Panzerf├Ąuste und Toyota-Pickups setzte. Inzwischen sind die Islamisten bestens ger├╝stet ÔÇô vor allem dank den USA.

Die Bundesregierung hat seit Beginn des internationalen Milit├Ąreinsatzes in Afghanistan vor knapp 20 Jahren den Export von Kriegswaffen und anderen R├╝stungsg├╝tern f├╝r mehr als 400 Millionen Euro in das Land genehmigt. Der weitaus gr├Â├čte Teil wurde an die Streitkr├Ąfte der Nato-Verb├╝ndeten, an Botschaften oder an die Vereinten Nationen geliefert, darunter Panzer, gepanzerte Fahrzeuge sowie Handfeuerwaffen wie Gewehre und Maschinenpistolen.

An afghanische Sicherheitskr├Ąfte ging nur ein geringer Teil. Das geht aus den j├Ąhrlichen R├╝stungsexportberichten der Regierung und einer aktuellen Aufstellung des Bundeswirtschaftsministeriums hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Kabul: Taliban-K├Ąmpfer stehen vor dem internationalen Flughafen Hamid Karzai Wache.
Kabul: Taliban-K├Ąmpfer stehen vor dem internationalen Flughafen Hamid Karzai Wache. (Quelle: dpa-bilder)

Der ab 2003 von der Nato gef├╝hrte Einsatz internationaler Truppen in Afghanistan hatte nach der Anschlagsserie in den USA am 11. September 2001 mit mehr als 3.000 Toten begonnen. Seit Anfang 2002 bis heute wurden R├╝stungsexporte f├╝r 418,8 Millionen Euro in das zentralasiatische Land genehmigt. Die letzten Ausfuhrerlaubnisse wurden noch in diesem Jahr erteilt: Es ging um besonders gesch├╝tzte Gel├Ąndewagen f├╝r die Nato und den Internationalen W├Ąhrungsfonds (IWF) im Wert von zusammen 2,8 Millionen Euro.

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"In die H├Ąnde der Taliban gefallen"

Ob ein Teil der exportierten R├╝stungsg├╝ter heute in den H├Ąnden der Taliban ist, ist unklar. Die afghanischen Streitkr├Ąfte, die sich vielerorts kampflos den Taliban ergaben, sind vor allem von den USA ausger├╝stet worden. Und in Washington r├Ąumt man auch schon freim├╝tig ein, dass viel von dem milit├Ąrischen Ger├Ąt nun wohl von den Islamisten genutzt werde.


"Wir haben nat├╝rlich kein vollst├Ąndiges Bild davon, wohin die einzelnen R├╝stungsg├╝ter gegangen sind, aber sicherlich ist eine ganze Menge davon in die H├Ąnde der Taliban gefallen", hatte Bidens Nationaler Sicherheitsberater Jake Sullivan am Dienstag gesagt. Inzwischen machen Bilder die Runde, auf denen Taliban-K├Ąmpfer mit ihrer Beute f├╝r die Kameras posieren. Der US-Sender CNN schrieb am Sonntag: "Die Taliban feiern ihr neues amerikanisches Waffenarsenal".

Pr├Ąsidentenpalast in Kabul: Die Taliban zelebrieren ihren Sieg.
Pr├Ąsidentenpalast in Kabul: Die Taliban zelebrieren ihren Sieg. (Quelle: ap-bilder)

Alleine zwischen 2013 und 2016 statteten die USA die afghanische Armee und Polizei mit fast 600.000 Schusswaffen, 76.000 Fahrzeugen und mehr als 200 Flugzeugen aus, wie das "Wall Street Journal" am Freitag unter Berufung auf einen US-Regierungsbericht aus dem Jahr 2017 schrieb. CNN berichtete unter Berufung auf einen weiteren Bericht einer US-Beh├Ârde, zwischen 2017 und 2019 habe das US-Verteidigungsministerium 7.000 Maschinengewehre, 4.700 gepanzerte Humvee-Gel├Ąndewagen und mehr als 20.000 Granaten geliefert. Au├čerdem seien Millionen Schuss Munition nach Afghanistan geschickt worden.

Auch Waffen der Bundeswehr in H├Ąnden der Taliban?

Das ist bei Weitem nicht mit den R├╝stungslieferungen vergleichbar, die aus Deutschland an die afghanischen Streitkr├Ąfte gingen. Deutsche Kriegswaffen wurden in erster Linie an verb├╝ndete Armeen geliefert, vor allem an die Kanadier, aber auch an die niederl├Ąndischen oder ungarischen Streitkr├Ąfte in Afghanistan. Von den mehr als 400 Exportgenehmigungen seit 2002 sind nach Angaben aus Regierungskreisen nur etwa ein Zehntel f├╝r afghanische Empf├Ąnger erteilt worden. Dabei habe es sich vor allem um besonders gesch├╝tzte Fahrzeuge, Minenr├Ąumger├Ąte, verst├Ąrkte Container und Schutzausr├╝stung wie Splitterschutzwesten oder Helme sowie Kommunikationsger├Ąte gehandelt.

Merkw├╝rdige Bilder in den Stra├čen von Kabul: Islamisten tragen westliche Schutzausr├╝stung.
Merkw├╝rdige Bilder in den Stra├čen von Kabul: Islamisten tragen westliche Schutzausr├╝stung. (Quelle: dpa-bilder)

Nicht in den Exportzahlen enthalten sind m├Âgliche Abgaben der Bundeswehr an die afghanischen Streitkr├Ąfte im Zuge ihrer Ausbildungs- und Unterst├╝tzungsmission. Das Verteidigungsministerium konnte dazu am Wochenende keine Angaben machen und teilte nur mit, dass die Bundeswehr bei ihrem Ende Juni abgeschlossen Abzug aus Afghanistan keine Waffen oder Ausr├╝stung zur├╝ckgelassen habe. "Uns liegen auch keine Erkenntnisse vor, dass Waffen der Bundeswehr in H├Ąnden der Taliban gelangt sind", hie├č es weiter.

B├Âse Erinnerungen an die Terrormiliz IS

Die Linken-Au├čenpolitikerin Sevim Da─čdelen forderte die Bundesregierung trotzdem auf, aus dem Scheitern in Afghanistan Konsequenzen auch f├╝r die R├╝stungsexportpolitik zu ziehen. "Eine Lehre aus dem Fiasko in Afghanistan muss sein, die Waffenexporte in den Vorderen und Mittleren Osten sofort zu stoppen", sagte sie. Nur so k├Ânne verhindert werden, dass Waffen in die H├Ąnde von Islamisten gerieten.

Vielleicht werden die Taliban nicht das komplette erbeutete Kriegsger├Ąt einsetzen k├Ânnen. Um Hubschrauber und Flugzeuge zu fliegen und instand zu halten, ist langes Training erforderlich. Anders sieht das aber mit Schusswaffen, Artillerie und Fahrzeugen aus. F├╝r deren Nutzung d├╝rften die kampferprobten Taliban keine weiteren Kenntnisse ben├Âtigen.

Das weckt b├Âse Erinnerungen an einen anderen Konflikt: In einer Untersuchung der unabh├Ąngigen Organisation Conflict Armament Research (CAR) hie├č es 2017, dass viele Waffen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aus Lieferungen der USA stammten ÔÇô die anscheinend f├╝r syrische Oppositionskr├Ąfte gedacht waren.

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