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China droht Ländern nach Olympia-Boykott: "Werden Preis für Fehlverhalten bezahlen"

Boykott der Olympischen Spiele  

China droht: Länder "werden Preis für Fehlverhalten zahlen"

09.12.2021, 14:28 Uhr | dpa, AFP

China droht Ländern nach Olympia-Boykott: "Werden Preis für Fehlverhalten bezahlen". Wang Wenbin: "Sport hat nichts mit Politik zu tun", sagte der chinesische Außenamtssprecher. (Quelle: imago images/Kyodo News)

Wang Wenbin: "Sport hat nichts mit Politik zu tun", sagte der chinesische Außenamtssprecher. (Quelle: Kyodo News/imago images)

Nachdem weitere Länder ihren Olympia-Boykott verkündet haben, reagiert China mit scharfer Kritik. Jetzt hat sich auch die neue deutsche Außenministerin zu dem Thema geäußert. 

China hat die Ausweitung des diplomatischen Boykotts der Olympischen Winterspiele in Peking durch weitere Länder scharf kritisiert. Nachdem sich Australien, Kanada und Großbritannien den USA angeschlossen haben und keine Regierungsvertreter entsenden wollen, sagte Außenamtssprecher Wang Wenbin am Donnerstag in Peking, die vier Länder "werden einen Preis für ihr Fehlverhalten zahlen". Dass sie die olympische Plattform für politische Manipulationen benutzten, sei "unpopulär". Auch isolierten sie sich damit selbst.

Am Vortag hatten erst Australien und dann auch Großbritannien sowie Kanada erklärt, wie die USA keine offiziellen Vertreter zu Feiern am Rande der Spiele nach Peking entsenden zu wollen. Ihre Sportler werden aber an den Spielen vom 4. bis 20. Februar 2022 teilnehmen. Auch Neuseeland wird keine Diplomaten nach China schicken.

Baerbock berät über möglichen Olympia-Boykott

Die neue Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) will indes über einen möglichen diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele in China gemeinsam mit der Bundesregierung und den europäischen Partnern entscheiden.

"Wenn eine Frau solche Vorwürfe erhebt, dann muss das auch im internationalen Kontext Gehör finden", sagte Baerbock am Donnerstag in Paris. Sie spielte damit auf die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai an, die nach Vergewaltigungsvorwürfen gegen einen Parteifunktionär unter Druck gesetzt worden war. Darauf müsse eine gemeinsame Antwort gefunden werden, so Baerbock, die zu ihrem ersten Auslandsbesuch nach Frankreich gereist war.

Frankreich will sich Boykott nicht anschließen

Frankreich schließt sich dem diplomatischen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking nicht an. Das sagte Bildungs- und Sportminister Jean-Michel Blanquer am Donnerstag im Interview des Senders BFMTV. "Der Sport ist eine Welt für sich und muss, so weit es geht, vor politischen Einflüssen geschützt werden", sagte Blanquer. Ansonsten würde dies am Ende sämtliche Wettkämpfe unmöglich machen. Wie Blanquer erklärte, werde er nicht selber nach Peking fahren, sondern die beigeordnete Sportministerin Roxana Maracineanu.

Frankreich habe eine klare Position und habe die Verfolgung von Minderheiten wie den Uiguren und Menschenrechtsverletzungen verurteilt. Außerdem habe er seine Besorgnis über das Schicksal der Tennisspielerin Peng Shuai zum Ausdruck gebracht, sagte der Minister.

China steht wegen Menschenrechtsverletzungen im Umgang mit Uiguren und Tibetern, wegen der Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong oder den Drohungen gegen Taiwan in der Kritik.

"Ich möchte hervorheben, dass China keines der betreffenden Länder eingeladen hat", sagte der chinesische Außenamtssprecher ferner. Egal ob die Offiziellen kommen oder nicht, werde es erfolgreiche Spiele in Peking zu sehen geben. "Sport hat nichts mit Politik zu tun." Die große Mehrheit der internationalen Gemeinschaft unterstütze die Winterspiele in Peking, sagte Wang Wenbin.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP

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