• Home
  • Politik
  • Ausland
  • USA
  • Donald Trump und der Fall Jamal Khashoggi: Freifahrtschein aus dem Wei├čen Haus


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild f├╝r ein VideoHier drohen kr├Ąftige GewitterSymbolbild f├╝r einen TextRussland zahlt f├Ąllige Zinsschulden nichtSymbolbild f├╝r einen TextZugungl├╝ck in Tschechien: Lokf├╝hrer totSymbolbild f├╝r einen TextK├Âln verl├Ąngert Vertrag mit Baumgart Symbolbild f├╝r einen TextMan├ę verdient so viel wie Torh├╝ter Neuer Symbolbild f├╝r einen TextTwitter spottet ├╝ber G7-EmpfangSymbolbild f├╝r einen TextMann in Asylbewerberunterkunft get├ÂtetSymbolbild f├╝r einen TextNationalspieler tritt gegen Ex-Trainer nach Symbolbild f├╝r einen TextJanina Uhse teilt neues Foto als MutterSymbolbild f├╝r einen Text50-Mio-Transfer in England vor AbschlussSymbolbild f├╝r einen TextErzbistum Berlin will weniger heizenSymbolbild f├╝r einen Watson TeaserPocher zeigt sich weinend im NetzSymbolbild f├╝r einen TextJetzt testen: Was f├╝r ein Herrscher sind Sie?

Freifahrtschein aus dem Wei├čen Haus

Von Fabian Reinbold, Washington

Aktualisiert am 18.10.2018Lesedauer: 4 Min.
Donald Trump beim Staatsbesuch in Riad (im Mai 2017): "Sie sind ein sehr wichtiger Verb├╝ndeter"
Donald Trump beim Staatsbesuch in Riad (im Mai 2017): "Sie sind ein sehr wichtiger Verb├╝ndeter.". (Quelle: Jonathan Ernst/Reuters-bilder)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Die Indizien im Fall Jamal Khashoggi belasten die Herrscher in Riad immer st├Ąrker. Doch Donald Trump will Saudi-Arabien gew├Ąhren lassen ÔÇô weil er es f├╝r eine bestimmte Rolle in seinen Nahost-Pl├Ąnen braucht.

Donald Trump hat seinen alten Kniff herausgeholt, wie immer, wenn in der Weltpolitik seine Interessen mit unangenehmen Tatsachen ├╝ber Kreuz liegen. Schon als es um Wladimir Putin und dessen Einflusskampagne im Wahlkampf zugunsten Trumps ging, sagte der US-Pr├Ąsident bequem, Putin habe das "glaubhaft bestritten".

So ist es nun auch in der Krise um das Verschwinden des saudischen Regimekritikers Jamal Khashoggi. W├Ąhrend sich die Indizien mehren, dass Khashoggi in Istanbul von Leuten des Kronprinzen Mohammed bin Salman gefoltert und umgebracht wurde, sagt Trump nach einem Telefonat mit ihm ganz bequem: Der Kronprinz habe "es komplett dementiert".

In Washington ist die Entr├╝stung ├╝ber das Regime in Riad nach den Enth├╝llungen der vergangenen Tage gewachsen: Trumps Parteifreunde im Kongress rufen nach harten Sanktionen gegen Saudi-Arabien. Unternehmen und Denkfabriken ziehen sich von gemeinsamen Projekten mit Riad zur├╝ck. Auf den US-Pr├Ąsidenten steigt der Druck. Doch zugleich deutet alles darauf hin, dass Trump seine Freunde in Riad davonkommen l├Ąsst.

Gute Chancen, davonzukommen

Trumps anf├Ąngliche Drohungen mit "schweren Konsequenzen" sind l├Ąngst anderen S├Ątzen gewichen. Am Mittwoch sagte er im Wei├čen Haus ├╝ber die Saudis dies: "Sie sind ein sehr wichtiger Verb├╝ndeter." Bei Khashoggi, der nur wenige Kilometer vom Wei├čen Haus entfernt im Speckg├╝rtel Washingtons wohnte, betont Trump immer wieder, dass dieser ein saudi-arabischer Staatsb├╝rger gewesen sei.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Sorge um "Superh├Ąndler" Paco Steinbeck ÔÇô "Noch sehr schwach"
Paco Steinbeck: Vergangenes Jahr war er bei "Promi Big Brother" dabei.


Was steckt dahinter?

Der Fall zeigt zum einen, wie Trump in der Au├čenpolitik wirtschaftliche Vorteile und geopolitische Erw├Ągungen betont, aber zu Menschenrechten schweigt. Wer Verbrechen gegen Oppositionelle begeht, hat gute Chancen, davonzukommen, ohne dass es Strafma├čnahmen aus Washington hagelt.

Im Falle Saudi-Arabiens kommen noch Besonderheiten hinzu.

Trumps Privatgesch├Ąfte mit Riad

Zum einen wei├č Trump, dass es sich mit dem K├Ânigreich ganz hervorragend Gesch├Ąfte machen l├Ąsst. Schon 2001 kaufte Saudi-Arabien Trump das gesamte 45. Stockwerk im "Trump World Tower" gegen├╝ber des UN-Hauptgeb├Ąudes ab, es war der bis dato gr├Â├čte Deal f├╝r das Geb├Ąude. Als Trump 2015 seine Pr├Ąsidentschaftskandidatur nicht weit entfernt im "Trump Tower" verk├╝ndete, sagte er sogleich: "Ich liebe die Saudis, viele von ihnen sind in diesem Geb├Ąude." Nach der Wahl geht es auf anderer Ebene weiter: So gaben PR-Firmen im Auftrage Riads bereits mehr als 270.000 Dollar in Trumps Washingtoner Hotel aus. Die Demokraten im Senat fordern jetzt eine Untersuchung der "finanziellen Interessenkonflikte".

Zum Zweiten bem├╝ht Trump in diesen Tagen immer wieder die gro├čen Waffendeals, die die USA mit dem K├Ânigreich geschlossen haben. Auch hier wittert der Pr├Ąsident also gro├če Gesch├Ąfte. Seine Botschaft in mehreren TV-Interviews war eindeutig: Wegen eines misslichen Falls wie Jamal Khashoggi wolle man die Gesch├Ąfte ÔÇô und das Wohlergehen amerikanischer R├╝stungsfirmen ÔÇô nicht gef├Ąhrden.

Hauptziel: Iran

Noch wichtiger ist allerdings die Rolle, die Saudi-Arabien in der Nahost-Politik der Trump-Regierung einnimmt. Schon kurz nach Amtsantritt war klar, dass Trump gemeinsam mit Riad die Isolation Irans vorantreiben wollte. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner, der Trump in Nahost-Fragen ber├Ąt, suchte von Anfang an den engen Draht zu Kronprinz Mohammad bin Salman. Dabei ging er so konspirativ vor, dass sogar der eigene Sicherheitsapparat misstrauisch wurde.

Schon Trumps allererste Auslandsreise f├╝hrte ihn im Mai 2017 ins K├Ânigreich, damit machte er der Welt den Wert der Verbindung zu Saudi-Arabien deutlich. Die USA wiederum schauten h├Âflich beiseite bei saudischen Angriffen im Jemen oder bei der versuchten Isolation des Emirats Katar.

F├╝r das Wei├če Haus sind das Nebenschaupl├Ątze, w├Ąhrend auf der gro├čen B├╝hne die Operation Iran l├Ąuft. Trump k├╝ndigte dazu etwa das internationale Atomabkommen mit Teheran auf. Wirtschaftlich will er das Regime in die Enge treiben ÔÇô und dazu braucht es Saudi-Arabien, gerade jetzt, da die Sanktionen gegen Teheran versch├Ąrft werden sollen.

Die Sache mit dem ├ľlpreis

Zum 5. November sollen die harten Strafma├čnahmen gegen all jene greifen, die mit Iran noch Handel betreiben. Wer Gesch├Ąfte mit Teheran macht, soll vom Zugang zum US-Markt ausgeschlossen werden. Haupteinnahmequelle Teherans ist ├ľl, deshalb ist f├╝r die Amerikaner besonders wichtig, den ├ľlexport abzubinden.

Hierzu brauchen sie die Saudis. Denn diese sollen sicherstellen, dass das ├ľl weiter auf die M├Ąrkte sprudelt, wenn dem Iran der Hahn abgedreht wird, ohne dass die Preise weiter steigen. Denn daheim in den USA sorgen die ÔÇô verh├Ąltnism├Ą├čig ÔÇô hohen Spritpreise schon jetzt f├╝r Unmut, kurz vor den Kongresswahlen.

Das Wei├če Haus lud Journalisten am Dienstag zu einem Hintergrundgespr├Ąch, als Thema waren "Sanktionen" angek├╝ndigt. Der Termin folgte auf die neuen Hinweise, die t├╝rkische Beh├Ârden durchsickern lie├čen und die den Verdacht erh├Ąrteten, dass Khashoggi im saudischen Konsulat in Istanbul gefoltert und ermordet worden sei.

Doch wer Strafma├čnahmen gegen Riad erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt: Es wurden tats├Ąchlich neue Sanktionen verk├╝ndet, nicht jedoch gegen Saudi-Arabien, sondern gegen eine Miliz aus dem Iran.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Neueste Artikel
  • Bastian Brauns
Von Bastian Brauns, Washington
Donald TrumpIranIstanbulSaudi-ArabienUSAWashingtonWladimir Putin
Aktuelles zu den Parteien

Politik international




t-online - Nachrichten f├╝r Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Str├Âer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverl├Ąngerung FestnetzVertragsverl├Ąngerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website