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US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar Truppenabzug aus Afghanistan

"Wieso sind wir dort?"  

Trump erwägt offenbar Truppenabzug aus Afghanistan

04.01.2019, 14:11 Uhr | dpa, AFP

US-Präsident Donald Trump erwägt offenbar Truppenabzug aus Afghanistan. Ein US-Marinesoldat nimmt am Militärstützpunkt Shorab in der Provinz Helmand: Die US-Regierung erwägt offenbar auch einen Truppenabzug aus Afghanistan. (Quelle: dpa/Massoud Hossaini)

Ein US-Marinesoldat nimmt am Militärstützpunkt Shorab in der Provinz Helmand: Die US-Regierung erwägt offenbar auch einen Truppenabzug aus Afghanistan. (Quelle: Massoud Hossaini/dpa)

Mit dem angekündigten Rückzug aller Truppen aus Syrien hat US-Präsident Trump viel Aufregung ausgelöst. Nun scheint ihm auch das US-Engagement in Afghanistan lästig zu werden.

Nach dem angekündigte Abzug aller Truppen aus Syrien erwägt die US-Regierung nun offenbar auch, Soldaten aus Afghanistan abzuziehen. Das bestätigte US-Vizepräsident Mike Pence dem Sender Fox News. Auf die Frage, ob die USA von einer weiteren Truppenpräsenz in Afghanistan profitieren würden, sagte Pence: "Der Präsident ist dabei, das zu bewerten, während wir sprechen."

Mehrere US-Medien hatten Ende Dezember berichtet, US-Präsident Trump plane, etwa die Hälfte der rund 14.000 in Afghanistan stationierten US-Soldaten abzuziehen. Allerdings gab es bisher keine offizielle Bestätigung dafür. Die Berichte hatten Sorge in Afghanistan sowie bei den Nato-Bündnispartnern ausgelöst. Auch die Bundeswehr ist mit bis zu 1300 Soldaten am Nato-Ausbildungseinsatz "Resolute Support" für afghanische Sicherheitskräfte beteiligt. Die USA haben zudem unabhängig davon Truppen am Hindukusch.

"Wieso sind wir dort, 6000 Meilen weg von hier?"

Trump hatte am Mittwoch am Rande einer Kabinettssitzung im Weißen Haus Länder in der Region aufgerufen, sich stärker militärisch in Afghanistan zu engagieren. "Pakistan ist dort, sie sollten kämpfen. Russland ist dort, sie sollten kämpfen", sagte er. "Wieso sind wir dort, 6000 Meilen weg von hier?", fragte der Präsident.

Schon vor Weihnachten hatte Trump seine Mitarbeiter und Verbündeten mit der Ankündigung überrascht, umgehend alle etwa 2000 US-Soldaten aus Syrien abzuziehen, da der Kampf gegen die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) gewonnen sei. Sein Verteidigungsminister James Mattis reichte daraufhin seinen Rücktritt ein, zahlreiche US-Politiker kritisierten Trumps Entscheidung. Westliche Verbündeten und die syrischen Kurden zeigten sich alarmiert.

Trump relativiert Syrien-Abzug

Am Montag versicherte Trump jedoch nach einem Gespräch mit dem republikanischen Senator Lindsey Graham, er werde die Truppen "langsam" aus Syrien abziehen und den Kampf gegen die letzten IS-Kämpfer fortführen. Am Mittwoch sagte er nun, er wolle zwar "nicht für immer in Syrien bleiben", denn dort gebe es keinen "enormen Reichtum", sondern nur "Sand und Tod". Allerdings habe er niemals gesagt, "dass wir über Nacht rausgehen", betonte Trump.
 

 
Politiker und Experten hatten gewarnt, dass ein sofortiger Abzug aus Syrien zu einem Wiedererstarken der IS-Miliz führen könne und dem Iran und Russland in Syrien das Feld überlassen würde. Insbesondere wurde befürchtet, dass die syrischen Kurden ohne US-Unterstützung schutzlos einem Angriff der Türkei ausgeliefert wären. Deren Präsident Erdogan droht seit Wochen mit einer neuen Offensive in Nordsyrien.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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