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Der wahre GlĂŒckspilz einer heftigen Demokraten-Debatte

Von Fabian Reinbold, Charleston

Aktualisiert am 26.02.2020Lesedauer: 3 Min.
Bernie Sanders und Joe Biden: Die zwei Demokraten wollen bei der US-Wahl 2020 gegen Donald Trump antreten.
Bernie Sanders und Joe Biden: Die zwei Demokraten wollen bei der US-Wahl 2020 gegen Donald Trump antreten. (Quelle: /Reuters-bilder)
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Die letzte Debatte vor dem "Super Tuesday" fĂ€llt wild aus. Bernie Sanders gerĂ€t als Favorit unter Druck – aber zu seinem GlĂŒck gibt es noch ein grĂ¶ĂŸeres Feindbild. Der Überblick.

Es war die vielleicht wichtigste Debatte der Vorwahlen der US-Demokraten – und sie fiel heftiger aus als ĂŒblich. Der Überblick ĂŒber die Gewinner und Verlierer des TV-Duells, das am Dienstagabend im Bundesstaat South Carolina stattfand.

Die Ausgangslage: Es war die letzte Debatte vor den Vorwahlen in South Carolina am Samstag – und, noch wichtiger, vor dem sogenannten "Super Tuesday". Am kommenden Dienstag halten 14 Bundesstaaten ihre Vorwahlen ab – Bernie Sanders hat sich nach vorn geschoben, er könnte am "Super Tuesday" schon allen Konkurrenten weit enteilt sein. Deshalb war die TV-Debatte fĂŒr seine Kontrahenten die beste Möglichkeit, ihn zu konfrontieren. Es wurden also vor allem Angriffe auf den Favoriten erwartet.

Der GlĂŒckspilz: War am Ende dann allerdings doch Sanders. Erst gegen Ende der Debatte geriet er stĂ€rker in die Kritik. Seine Konkurrenten warfen ihm vor allem vor, dass er in der Vergangenheit im Sinne der Waffenlobby NRA abgestimmt hatte. Sie warfen Fragen auf, wie er sein zentrales Wahlkampf-Versprechen, eine Revolution im Gesundheitswesen, wirklich finanzieren will. Doch Sanders erntete unter dem Strich weniger Attacken als erwartet. FĂŒr den Umstand, dass er weit vorn liegt, kam er glimpflich davon. Die Debatte förderte niemanden zutage, der nun zu seinem Hauptkonkurrenten werden könnte.

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Die Zielscheibe: War anstelle von Sanders doch in erster Linie Michael Bloomberg, obwohl der in der anstehenden Vorwahl in South Carolina nicht einmal auf dem Wahlzettel steht. Der MultimilliardĂ€r mischt das Rennen mit viel höheren Wahlkampfausgaben als die Konkurrenz auf – und musste sich erneut gegen schwere Angriffe wehren: Wieder ging es um die rassistisch gefĂ€rbten Polizeitaktiken, die er in seiner Amtszeit als New Yorker BĂŒrgermeister befördert hatte. Auch Bloombergs UnterstĂŒtzung fĂŒr Republikaner in der Vergangenheit spießte Konkurrentin Elizabeth Warren genĂŒsslich auf. Bloomberg reagierte nicht souverĂ€n. Er versuchte, die Kritik mit Witzchen und als "NebensĂ€chlichkeiten" abzutun. Das kam vor Ort nicht gut an.

Michael Bloomberg: Kann sein Geld ihm dazu verhelfen, an die Macht zu gelangen?
Michael Bloomberg: Kann sein Geld ihm dazu verhelfen, an die Macht zu gelangen? (Quelle: Jonathan Ernst/Reuters-bilder)

Das Comeback des Abends: Lieferte Joe Biden ab, der in den ersten Vorwahlen enttĂ€uschend abschnitt und nun in South Carolina gewinnen muss, um im Rennen zu bleiben. Wegen seiner Beliebtheit bei den Afroamerikanern, die hier zwei Drittel der demokratischen WĂ€hler stellen, ist das möglich. Es war seine beste TV-Debatte, weil er deutlich, pointiert und sehr streitlustig war. In frĂŒheren Diskussionsrunden nutzte er oft seine Antwortzeit nicht aus, jetzt beschwerte er sich bei den Moderatoren, dass er nicht genĂŒgend Redezeit bekommt. Er warb mit seinen Verdiensten aus der Vergangenheit und bemĂŒhte sich, vor allem seine Zusammenarbeit mit Barack Obama in den Vordergrund zu stellen.

Interessieren Sie sich fĂŒr US-Politik? Unser Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt ĂŒber seine Arbeit im Weißen Haus, die PrĂ€sidentschaftswahlen und seine EindrĂŒcke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. Hier können Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Die anderen: Elizabeth Warren hatte erneut eine gute Debatte, doch bislang nutzten ihr die Auftritte bei den WĂ€hlern nicht viel. Amy Klobuchar und Pete Buttigieg, die Überraschungserfolge in den ersten Vorwahlen hatten, konnten sich als moderate Kandidaten erneut von Sanders absetzen. Tom Steyer, der andere MilliardĂ€r im Rennen, darf in South Carolina am Samstag ebenfalls erstmals auf ein gutes Ergebnis hoffen. Er tat nichts in der Debatte, was das gefĂ€hrden wĂŒrde.

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Das Zitat des Abends: Kam von Pete Buttigieg, dem 38-jĂ€hrigen frĂŒheren BĂŒrgermeister aus Indiana. Nach einem zĂ€nkischen Start in die Debatte sagte er: "Wenn ihr denkt, dass die vergangenen vier Jahre chaotisch, spalterisch und ermĂŒdend waren, dann stellt Euch vor, wie der Großteil des Jahres 2020 mit Bernie Sanders gegen Donald Trump aussehen wĂŒrde." Dieses Szenario ist nach der Debatte in Charleston noch wahrscheinlicher geworden.

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