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Trump bekommt experimentellen Antikörper-Cocktail

Von dpa, MEM, dru

Aktualisiert am 03.10.2020Lesedauer: 3 Min.
US-PrÀsident Donald Trump: Er soll nun auch Symptome einer Covid-19-Erkrankung zeigen.
US-PrÀsident Donald Trump: Er soll nun auch Symptome einer Covid-19-Erkrankung zeigen. (Quelle: Carolyn Kaster/ap-bilder)
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Donald Trump hat das Coronavirus immer heruntergespielt, jetzt ist er selbst infiziert. Er und seine Frau zeigen leichte Symptome. Sein Arzt behandelt ihn mit einer bislang kaum erprobten Methode.

Am 21. Januar dieses Jahres sagte US-PrĂ€sident Donald Trump ĂŒber das Coronavirus noch: "Wir haben es vollkommen unter Kontrolle. Es geht um eine Person, die aus China gekommen ist. Alles wird gut sein." UngefĂ€hr neun Monate spĂ€ter ist Trump selbst mit dem Virus infiziert. Auch First Lady Melania hat sich angesteckt. Beide zeigen Symptome. Der US-PrĂ€sident setzte seine persönlichen Wahlkampfauftritte vorerst aus und wird von seinem Arzt nun mit einem experimentellen Antikörper-Cocktail behandelt.


Fotoshow: Die Chronologie von Trumps widersprĂŒchlichen Aussagen zum Coronavirus

Das Coronavirus hat die USA fest im Griff, nirgends steigen die Fallzahlen derart rapide wie in einigen Regionen des Landes. Der US-PrÀsident wollte von der Bedrohung lange nichts wissen. Eine Chronologie seiner Aussagen.
Am 21. Januar war Donald Trump sich sicher, dass das Virus in den USA unter Kontrolle gehalten werden kann: "Wir haben es vollkommen unter Kontrolle. Es geht um eine Person, die aus China gekommen ist. Wir haben es vollkommen unter Kontrolle. Alles wird gut sein."
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Auf Twitter schrieb der amerikanische PrĂ€sident: "Wir werden unseren QuarantĂ€ne- und Genesungsprozess unverzĂŒglich beginnen. Wir kommen zusammen da durch!" Auch sein Leibarzt bestĂ€tigte bereits, dass Trump die AmtsgeschĂ€fte weiterfĂŒhren werde. Sean Conley erklĂ€rte in einer Mitteilung: "Seien Sie versichert, dass ich erwarte, dass der PrĂ€sident wĂ€hrend der Genesung weiterhin ohne Unterbrechung seinen Pflichten nachkommen wird."

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Trump zÀhlt zur Risikogruppe

Trumps Stabschef Mark Meadows bestÀtigte am Nachmittag einen Bericht der "New York Times", wonach der US-PrÀsident leichte Erkrankungssymptome zeigt. Der PrÀsident sei aber "guter Dinge". Meadows zeigte sich "optimistisch", dass der PrÀsident sich "schnell" erholen werde.

Der Stabschef machte keine genaueren Angaben zur Art der Symptome. Die "New York Times" jedoch schrieb unter Berufung auf zwei Personen, die ĂŒber Trumps Zustand unterrichtet seien, dass es sich um erkĂ€ltungsĂ€hnliche Symptome handle. Am Donnerstagabend sei noch ĂŒber einen Behandlungsplan fĂŒr den PrĂ€sidenten diskutiert worden.

Trumps Leibarzt Sean Conley teilte am Nachmittag (Ortszeit) mit, er habe dem PrĂ€sidenten eine Dosis synthetischer Antikörper des US-Pharmakonzerns Regeneron verabreicht. Der Hersteller hatte erst im September um eine Notfallzulassung fĂŒr den experimentellen Wirkstoff-Cocktail gebeten. Conley sprach von einer "Vorsichtsmaßnahme".

Der PrĂ€sident nehme außerdem Zink, Vitamin D, das zur BekĂ€mpfung von Schlafstörungen eingesetzte Mittel Melatonin, den SĂ€urehemmer Famotidin und eine tĂ€gliche Aspirin zu sich. Trump sei insgesamt mĂŒde, aber "frohen Mutes", sagte Conley. Das Wahlkampfteam des US-PrĂ€sidenten hatte zuvor mitgeteilt, dass alle persönlichen Wahlkampfauftritte des PrĂ€sidenten bis auf Weiteres entweder verschoben oder online abgehalten werden.

PrĂ€sidentengattin Melania Trump teilte auf Twitter mit, sie weise ebenfalls leichte Symptome einer Erkrankung auf. Insgesamt gehe es ihr aber gut. Sie stelle sich auf eine rasche Genesung ein, schrieb die First Lady. Das Weiße Haus hatte zunĂ€chst lediglich mitgeteilt, dass es Trump und seiner Frau gut gehe. Von Symptomen war nicht die Rede.

Trump kĂ€mpft seit Jahren gegen Übergewicht

Eigentlich prahlt der US-PrÀsident gerne mit seinem Gesundheitszustand. Auch im Wahlkampf gegen Hillary Clinton wollte er mit seiner Gesundheit auftrumpfen. Doch mit seinen 74 Jahren gehört Trump zur Corona-Risikogruppe. Laut Robert Koch-Institut sind fast neun von zehn mit Covid-19 gestorbene Patienten (86 Prozent) 70 Jahre alt oder Àlter. Der US-PrÀsident fÀllt in diese Altersklasse.

Überdies kĂ€mpft Trump seit Jahren gegen Übergewicht, ebenfalls ein Risikofaktor bei einer Covid-19-Erkrankung. Sein frĂŒherer Leibarzt Ronny Jackson sagte in einem Interview mit der "New York Times", dass er alles versucht habe, damit Trump 15 Pfund abnehme, doch es habe nicht funktioniert.

ZusĂ€tzlich muss sich Trump seit Monaten gegen Berichte erwehren, er habe einen Schlaganfall erlitten. Experten wollen auf Videoaufnahmen Anzeichen fĂŒr eine neurologische Störung, wie beispielsweise einen Schlaganfall, erkannt haben. Zudem befeuerte im September ein unangekĂŒndigter Krankenhausaufenthalt Trumps die GerĂŒchte. Sein Leibarzt Conley schrieb daraufhin, dass Donald Trump keinen Schlaganfall und keine Störung des Herz-Kreislauf-Systems habe.

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Ein Sprecher des Weißen Hauses, Judd Deere, betonte nun: "Der PrĂ€sident nimmt die Gesundheit und Sicherheit von sich selbst und allen, die fĂŒr ihn und das amerikanische Volk arbeiten, sehr ernst." In der Öffentlichkeit trug er gleichwohl meist keinen Mund-Nasen-Schutz.

Im Mai kam heraus, dass Trump nach eigenen Angaben ein Malariamedikament nehme, um einer Covid-19-Erkrankung vorzubeugen. Da der PrÀsident nun infiziert ist, scheint das von ihm hochgelobte "Hydroxychloroquin" nicht sonderlich viel gebracht zu haben.

In den USA infizieren sich noch immer tÀglich Zehntausende Menschen mit dem Coronavirus. Mehr als 7,2 Millionen Infektionen sind seit Beginn der Pandemie nachgewiesen worden. Mehr als 207.000 Menschen starben.

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