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Wie geht es ihm wirklich?

Von Fabian Reinbold

Aktualisiert am 03.10.2020Lesedauer: 3 Min.
Donald Trump auf dem Weg ins Krankenhaus: Das Weiße Haus gibt sich verschlossen.
Donald Trump auf dem Weg ins Krankenhaus: Das Weiße Haus gibt sich verschlossen. (Quelle: Alex Brandon/ap-bilder)
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Donald Trump ist im Krankenhaus – am Freitag verschlechterte sich sein Zustand offenbar deutlich. Doch das Weiße Haus verschweigt, wie es um den PrĂ€sidenten steht.

Es war eine rasante Entwicklung, die die Krankengeschichte des Corona-Patienten Donald Trump am Freitag nahm. Kurz nach Mitternacht hatte der PrĂ€sident erst seine Infektion mit dem Coronavirus bekannt gegeben, woraufhin der Leibarzt ankĂŒndigte, Trump werde wegen nur leichter Symptome die Genesung im Weißen Haus bestreiten.


Fotoshow: Die Chronologie von Trumps widersprĂŒchlichen Aussagen zum Coronavirus

Das Coronavirus hat die USA fest im Griff, nirgends steigen die Fallzahlen derart rapide wie in einigen Regionen des Landes. Der US-PrÀsident wollte von der Bedrohung lange nichts wissen. Eine Chronologie seiner Aussagen.
Am 21. Januar war Donald Trump sich sicher, dass das Virus in den USA unter Kontrolle gehalten werden kann: "Wir haben es vollkommen unter Kontrolle. Es geht um eine Person, die aus China gekommen ist. Wir haben es vollkommen unter Kontrolle. Alles wird gut sein."
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18 Stunden spĂ€ter hatte Trump eine experimentelle Behandlung mit einem Antikörper-Cocktail hinter sich und war ins MilitĂ€rkrankenhaus Walter Reed vor den Toren Washingtons geflogen worden. Dort soll er mehrere Tage bleiben und laut dem Weißen Haus arbeiten.

An der ArbeitsfĂ€higkeit des PrĂ€sidenten gibt es allerdings erhebliche Zweifel. Das Weiße Haus hat nur wenige Informationen ĂŒber den Zustand Trumps veröffentlicht – und diese klingen fĂŒr viele Experten verharmlosend. Die Verlegung ins Krankenhaus bezeichnete das Weiße Haus als Vorsichtsmaßnahme.

74 Jahre alt und starkes Übergewicht

Es geht dem PrĂ€sidenten offensichtlich deutlich schlechter als seiner ebenfalls positiv getesteten Ehefrau Melania, die im Weißen Haus geblieben ist und laut dem PrĂ€sidentenarzt nur einen leichten Husten und Kopfschmerzen hat.

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Trump gehört mit 74 Jahren und seinem starken Übergewicht zu einer Risikogruppe. Der Leibarzt berichtete von MĂŒdigkeit. Von der AnkĂŒndigung des Weißen Hauses, dass Trump am Freitag arbeiten wĂŒrde, war nichts zu sehen. Eine Telefonkonferenz, die er am Mittag leiten sollte, ĂŒbernahm VizeprĂ€sident Mike Pence. Thema, ausgerechnet: Die Gefahr durch Corona fĂŒr Ă€ltere MitbĂŒrger.

Trump schickte tagsĂŒber keinen einzigen Tweet ab. Erst um 23.31 Uhr meldete er sich aus dem Krankenhaus: "Geht gut, denke ich!" Vor dem Abflug dorthin nahm er nur eine 18-sekĂŒndige Videobotschaft auf, in der er sagte: „Ich denke, dass es mir wirklich gut geht.“ Die Videobotschaft finden Sie oben im Artikel oder hier.

"Das ist ernst"

CNN berichtete unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle, Trump habe Atemprobleme und Fieber. Ein Berater seines Wahlkampfteams wurde mit den Worten zitiert: "Das ist ernst."

Auch der Tweet von Trumps Sohn Eric Klang deutlich ernster als die Verlautbarungen aus dem Weißen Haus. Er bat um die Gebete aller fĂŒr eine Genesung des Vaters.

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Die Kommunikationspolitik des Weißen Hauses steht in scharfer Kritik. Schließlich hatte man bereits die Infektion der am Mittwoch erkrankten Beraterin Hope Hicks verschwiegen – sie wurde erst durch einen Medienbericht bekannt. Und Trump selbst flog am Donnerstagnachmittag noch zu einer Spendenveranstaltung mit 200 GĂ€sten – 24 Stunden spĂ€ter war er schon im Krankenhaus. Die Gefahr ist also hoch, dass Trump dort GĂ€ste angesteckt hat.

Wo infizierte sich Trump?

Selbst seinen eigenen Mitarbeitern gegenĂŒber hat das Weiße Haus nicht offen kommuniziert.

Es gibt derweil in Washington mehr Fragen als Antworten. Warum forderten Trumps Ärzte eine noch nicht zugelassene Kur mit Antikörpern an? Seit wann ging es Trump schon schlecht und damit zusammenhĂ€ngend: Seit wann war er ansteckend? Wo infizierte sich Trump?

Interessieren Sie sich fĂŒr die US-Wahl? Washington-Korrespondent Fabian Reinbold schreibt ĂŒber den Wahlkampf, seine Arbeit im Weißen Haus und seine EindrĂŒcke aus den USA unter Donald Trump einen Newsletter. Hier können Sie die "Post aus Washington" kostenlos abonnieren, die dann einmal pro Woche direkt in Ihrem Postfach landet.

Ins Zentrum der Aufmerksamkeit rĂŒckte eine Veranstaltung am vergangenen Samstag im Rosengarten des Weißen Hauses, wo Trump seine Supreme-Court-Richterin Amy Coney Barrett vorstellte – mit reichlich Umarmungen, HĂ€ndeschĂŒtteln und wenig Abstand und Masken unter den GĂ€sten. Unter anderem zwei dort anwesende Senatoren und die Ex-Beraterin Kellyanne Conway sind mittlerweile ebenfalls Covid-positiv.

Hat Trump Biden gefÀhrdet?

Auch das TV-Duell mit Joe Biden rĂŒckt ins Zentrum: Trump und Biden standen am Dienstagabend in einer Entfernung von zweieinhalb Metern zueinander. Doch Trump sprach – oft sehr laut – ĂŒber 90 Minuten in die Richtung seines Kontrahenten. Trumps Entourage widersetzte sich der Maskenpflicht im TV-Studio.

Ein erster Corona-Test am Freitag fiel bei Biden negativ aus. Er machte am Freitag weiter Wahlkampf – zog aus RĂŒcksicht auf Trumps Lage aber die in den USA ĂŒbliche negative Wahlwerbung aus dem Verkehr. Der Demokrat wĂ€re mit seinen 77 Jahren auch stark gefĂ€hrdet, sollte er sich das Virus einfangen.

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Die Auswirkungen auf den Wahlkampf sind weiter nicht abzuschĂ€tzen – sie hĂ€ngen vor allem davon ab, wie es um die Gesundheit des PrĂ€sidenten wirklich steht.

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