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US-Wahl 2020 – TV-Duell: "Der Präsident hat immer noch keinen Plan"

Letztes Duell vor der US-Wahl  

"Der Präsident hat immer noch keinen Plan"

23.10.2020, 04:24 Uhr | dpa, AFP, job, t-online

TV-Duell in den USA: Trump und Biden machen sich schwere Vorwürfen

US-Präsident Donald Trump und sein Herausforderer Joe Biden standen sich knapp zwei Wochen vor der Wahl erneut in einem TV-Duell gegenüber. Nach der chaotischen ersten Ausgabe verlief die Diskussion dieses Mal ganz anders. (Quelle: t-online)

"Er hinkt total hinterher": So scharf kritisierten sich Donald Trump und Joe Biden im letzten TV-Duell vor der US-Wahl. (Quelle: t-online)


Es war die letzte TV-Debatte vor der wichtigsten Wahl des Jahres: Donald Trump und Joe Biden duellierten sich in Nashville. Es lief überraschend zivilisiert ab – mit deutlichen inhaltlichen Unterschieden.

Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden hat die Corona-Politik des US-Präsidenten Donald Trump bei der letzten TV-Debatte vor der US-Wahl erneut scharf attackiert. "Niemand, der für so viele Tode verantwortlich ist, sollte länger Präsident der USA sein", sagte Biden. "Der Präsident hat immer noch keinen Plan." Ausschnitte der Debatte sehen Sie oben im Video oder hier.

Präsident Trump betonte, das Coronavirus sei ein weltweites Problem. "Wir bekämpfen es, wir bekämpfen es hart", sagte Trump und versprach: "Wir haben einen Impfstoff, er ist fertig, er wird in den nächsten Wochen angekündigt." Auf Nachfrage der Moderatorin wollte er diesen Zeitplan jedoch nicht garantieren. Experten rechnen damit, dass es noch länger dauert. 

Trump rechne nicht mit einem "dunklen Winter" wie Biden. Er betonte erneut, dass die Pandemie vorbeigehen werde. Er übernehme Verantwortung, sagte Trump. Aber er betonte, es sie nicht seine Schuld, dass das Virus in die USA kam, und auch nicht Bidens. "Es ist Chinas Schuld." In den USA sind bereits mehr als 222.000 Menschen an den Folgen von Corona gestorben – die höchste Zahl weltweit.

Trump sagte: "Wir müssen das Land öffnen. Wissen Sie, ich habe es oft gesagt, das Heilmittel darf nicht schlimmer sein als das Problem selbst." Biden werde das ganze Land zumachen. Biden erwiderte, er wolle nicht das Land dicht machen, sondern der Pandemie ein Ende bereiten.

"Keinen Pfennig aus ausländischen Quellen"

Der Präsident warf Biden und dessen Familie vor, Millionen Dollar von Russland erhalten zu haben. Außerdem sprach er Geschäfte von Bidens Sohn Hunter in China und der Ukraine an. Trump unterstellt dem Ex-Vizepräsidenten korrupte Machenschaften im Zusammenhang mit den früheren Geschäften seines Sohnes. Beweise dafür liegen bislang nicht vor. "Ich denke, Sie sind den Amerikanern eine Erklärung schuldig", sagte Trump.

Biden wies die Korruptionsvorwürfe erneut entschieden zurück. "Ich habe noch nie in meinem Leben einen Penny von einer ausländischen Quelle angenommen", sagte Biden. Die Debatte hatte vergangene Woche durch Berichte der konservativen Boulevardzeitung "New York Post" über angebliche E-Mails an Fahrt gewonnen, die auf einem Laptop von Hunter Biden gefunden worden sein sollen. Die "New York Post"-Berichte stießen umgehend auf große Skepsis.

Joe Biden selbst hat jegliches Fehlverhalten bestritten. Auch eine im September veröffentlichte Untersuchung von Trumps Republikanern im Senat fand keine Hinweise auf eine unangemessene Einflussnahme durch den früheren Vizepräsidenten.

Trump: In Sachen Nordkorea eine "Schweinerei" geerbt

US-Präsident Trump behauptete bei der Diskussion über Außenpolitik, einen Krieg mit Nordkorea verhindert zu haben. Ohne seine Politik des Dialogs wären bei einem Krieg "Millionen Menschen" gestorben, sagte Trump. Von der Vorgängerregierung unter Präsident Barack Obama und Vizepräsident Biden habe er in Sachen Nordkorea eine "Schweinerei" geerbt. Jetzt hätten beide Länder "ein sehr gutes Verhältnis".

Biden warf Trump vor, Kim mit seinen Treffen "Legitimation" verliehen zu haben. Durch seine Treffen habe er Nordkorea Zeit verschafft, das eigene Waffenprogramm noch weiter zu entwickeln. Inzwischen habe Nordkorea "viel gefährlichere Raketen, die das US-Festland erreichen können", sagte Biden. Kim sei ein "Gangster", fügte er hinzu, mit dem man sich nicht ohne klare Bedingungen treffen könne.

Biden zog wegen Trumps Beziehung zu Kim Jong Un einen Hitler-Vergleich. Trump war gerade dabei, über sein "gutes Verhältnis" mit dem Autokraten und Regierungschefs anderer Länder zu reden, als Biden entgegnete: "Und wir hatten ein gutes Verhältnis zu Hitler, bevor er in Europa einfiel." Biden spielte damit darauf an, dass er Trumps Kurs gegenüber Autoritären für zu weich hält.

Bei der eineinhalbstündigen Debatte galten neue Regeln, nachdem das erste TV-Duell vor allem wegen Trumps Unterbrechungen ins Chaos abgeglitten war. Während des zweiminütigen Eingangsstatements eines Kandidaten zu Beginn eines Themenkomplexes bleibt das Mikrofon des Gegenkandidaten abgeschaltet. Die Debatte lief deutlich zivilisierter als beim letzten Mal.

Verwendete Quellen:
  • Fernsehübertragung der TV-Debatte
  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP

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