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Annalena Baerbock nach Plagiatsvorwürfen: "Niemand schreibt ein Buch allein"

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Kanzlerkandidatin Baerbock: "Niemand schreibt ein Buch allein"

03.07.2021, 14:05 Uhr | dpa, t-online, AFP

Annalena Baerbock nach Plagiatsvorwürfen: "Niemand schreibt ein Buch allein". Annalena Baerbock bei ihrer Buchpräsentation (Archivbild). Die Grüne steht in der Kritik wegen angeblich kopierter Passagen. (Quelle: Reuters/Annegret Hilse)

Annalena Baerbock bei ihrer Buchpräsentation (Archivbild). Die Grüne steht in der Kritik wegen angeblich kopierter Passagen. (Quelle: Annegret Hilse/Reuters)

Die Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock habe eingeräumt, dass an ihrem Buch auch ein weiterer Autor mitgearbeitet habe. Dieser hätte Interviews transkribiert und damit die Grundlage geliefert.

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat nach den Plagiatsvorwürfen gegen sie mehr Fairness im Bundestagswahlkampf gefordert. Es gebe "Beharrungskräfte, die Veränderung verhindern und sachliche Debatten über die besten Ideen für unser Land überdecken wollen", sagte Baerbock den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstagsausgaben) und der französischen Zeitung "Ouest-France". "Ich finde es wichtig, dass demokratische Parteien in Respekt und Anstand miteinander diskutieren – vor allem über die großen Zukunttsfragen."

Baerbock wies die Plagiatsvorwürfe im Zusammenhang mit ihrem neuen Buch "Jetzt. Wie wir unser Land erneuern wollen" zurück. "Es ist gerade keine Doktorarbeit", betonte die Co-Chefin der Grünen.

Einige "wollen diese "Erneuerung nicht"

Sie führte aus, in dem Buch stünden die "großen politischen Fragen" im Mittelpunkt: "die Klimakrise, die Zukunft von Kindern und Familien, der Zusammenhalt in der Gesellschaft". In all diesen Feldern müsse Deutschland sich erneuern. "Diese letzten Wochen haben gezeigt, dass es Kräfte in unserem Land gibt, die diese Erneuerung nicht wollen", sagte Baerbock.

Auf die Frage, ob sie ihr Buch selbst geschrieben habe, sagte sie den Funke Medien: "Ja, aber wie es so schön heißt: Niemand schreibt ein Buch allein. Es sind nicht nur viele Ideen eingeflossen, ich habe dankenswerterweise auch Unterstützung bekommen. Grundlage waren Transkripte von langen Interviews, die mit mir geführt wurden."

Baerbock sieht sich als Opfer von "Fake-News" über ihre Person, wie sie in dem Funke-Interview sagte. "Zum Beispiel wurde in Frage gestellt, ob ich in London überhaupt einen Studienabschluss gemacht habe."

Der österreichische Medienwissenschaftler Stefan Weber konnte bislang an mehreren Stellen Ähnlichkeiten zwischen Formulierungen in Baerbocks Buch und anderen Veröffentlichungen nachweisen.

Unterdessen wurde bekannt, dass Gutachter Weber in einem spektakulären Fall auch schon für die Grünen gearbeitet hat. Im erbittert geführten Streit um die europäische Zulassung für Glyphosat hatte er mit einem Aktivisten der Organisation Global2000 ein Gutachten des Instituts für Risikobewertung zur Gefährlichkeit untersucht. Die Grünen hatten seinen Befund massiv verbreitet. Weber war zum Schluss gekommen, dass im BfR-Bericht wesentliche Angaben wörtlich übernommen waren von Herstellern des umstrittenen Unkrautgifts. Wie die FAZ berichtete, trugen die Europäischen Grünen ein Drittel der Kosten.


Zu den Umfragen, die die Grünen derzeit bei um die 20 Prozent hinter der Union sehen, sagte Baerbock, ihre Partei stehe "weiterhin an starker zweiter Stelle". Der Wahlkampf sei historisch, weil erstmals seit Konrad Adenauer keine amtierende Bundeskanzlerin antrete und erstmals eine grüne Kanzlerkandidatin. "Alles ist neu. Das sieht man auch in den Umfragen, da geht es mal auf und ab."

Mit "heftigem Wahlkampf" gerechnet

Es sei im Wahlkampf normal, dass Parteien im Wettstreit stünden und auch Medien kritisch berichteten. "Das ist absolut in Ordnung. Doch es gibt ganz offensichtlich auch Beharrungskräfte, die Veränderung verhindern und sachliche Debatten über die besten Ideen für unser Land überdecken wollen", sagte Baerbock. "Ich finde es wichtig, dass demokratische Parteien in Respekt und Anstand miteinander diskutieren - vor allem über die großen Zukunftsfragen."

Der Frage, ob sie selbst angesichts der Scherereien daran gedacht habe, die Kanzlerkandidatur ihrem Co-Parteichef Robert Habeck zu überlassen, beantwortete Baerbock nicht. Sie verwies stattdessen darauf, dass die Grünen erwartet hätten, "dass es ein wirklich heftiger Wahlkampf werden wird".

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