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Bundestagswahl 2021: "Herbe Niederlage" – die Stimmen im Überblick


"Vor drei Monaten hatten uns noch viele abgeschrieben"

  • Marc von Lüpke-Schwarz
  • Johannes Bebermeier
Von M. von Lüpke, J. Bebermeier, P. Diekmann, C. Kohrs, A. Leister, F. Schmidt

Aktualisiert am 26.09.2021Lesedauer: 2 Min.
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Jubel im Willy-Brandt-Haus: SPD kämpft mit der Union um den Spitzenplatz bei der Bundestagswahl. (Quelle: Reuters)
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Die Union hat ein Desaster erlebt, die SPD begeht ihre Wiederauferstehung. Während die Sozialdemokraten feiern, herrscht bei der Linkspartei und AfD Ernüchterung. Bei den Grünen ist man sich noch unsicher. Die Stimmen.

Niemals zuvor hat die Union derart schlecht abgeschnitten wie bei dieser Bundestagswahl. Laut letzter Hochrechnung der ARD erreichen CDU und CSU nicht einmal 25 Prozent der Wählerstimmen. "Personelle Konsequenzen" mahnte bereits mit Gitta Connemann die Vizechefin der Unionsfraktion gegenüber t-online an.

Die SPD ist hingegen wieder obenauf, hat die Union laut letztem Stand knapp hinter sich gelassen. Ihr Fraktionsvize im Bundestag, Dirk Wiese, äußert sich entsprechend. "Die SPD ist wieder da. Ein klares Votum wie Regierungsauftrag für Olaf Scholz. Vor drei Monaten hatten uns noch viele abgeschrieben", sagte er t-online.

Wechselhafte Stimmung bei den Grünen

Bei den Grünen, die vor Monaten noch in Wahlumfragen traumhafte Werte erreicht hatten, herrscht hingegen vorsichtige Zufriedenheit. "Trotz der Zuwächse kann ich mich jetzt nicht so gigantisch freuen", sagte Michael Kellner, Politischer Bundesgeschäftsführer der Grünen, zu t-online. Ähnlich klingt es bei Britta Haßelmann, Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der Partei im Bundestag: "Es sieht so aus, als hätten wir ein gutes Ergebnis erzielt, auch wenn wir uns wirklich mehr erhofft hätten." Aber dennoch: "Die deutlichen Zuwächse an Wählerstimmen sind ein klares Mandat, dass Grüne in einer Regierung eine starke Verantwortung für die Gestaltung übernehmen sollen."

Die Grafik zeigt, wie viele Wähler die Union an die anderen Parteien verloren hat.
Die Grafik zeigt, wie viele Wähler die Union an die anderen Parteien verloren hat.

Ähnlich klingt es bei den Liberalen. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff sagte zu t-online: "Die FDP hat zum zweiten Mal hintereinander ein zweistelliges Ergebnis eingefahren, das ist ein historischer Abend für uns. Wir werden jetzt mit allen demokratischen Parteien reden, eine festgelegte Reihenfolge gibt es dafür nicht."

Ex-Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel von den Liberalen rechnet bereits Koalitionsoptionen aus: "Die beste Nachricht des Abends ist, dass es aller Voraussicht nach nicht für ein rot-rot-grünes Bündnis reicht. Wir haben jetzt die große Chance, eine Reformregierung zu bilden. Die größten inhaltlichen Überschneidungen sehe ich dabei in einer Jamaika-Koalition. Auch wenn die Gespräche jetzt erst beginnen."

"Herbe Niederlage"

Während die Sozialdemokraten und Liberalen feiern und die Grünen hadern, herrscht bei der Linkspartei Trauer. Bei fünf Prozent steht die Partei laut Hochrechnung der ARD, die kritische Fünf-Prozent-Hürde scheint gerade eben erreicht. Petra Paul redet das Wahlergebnis auch nicht klein. "Das ist eine herbe Niederlage", so die Bundestagsvizepräsidentin. "Egal, wie das heute ausgehen wird, wir können sagen, dass es kälter in diesem Land wird, was die Sozialpolitik betrifft."

Auch die AfD hat an Stimmen eingebüßt, wenn auch nicht derart hoch wie die Linkspartei. Im Gespräch mit t-online lehnt AfD-Fraktionschef Alexander Gauland Personalkonsequenzen an der Parteispitze allerdings ab. Dafür gebe es "keine Notwendigkeit". Vor allem bei den Medien sieht Gauland das zentrale Problem: Die AfD werde "entweder runtergeschrieben oder kommt gar nicht vor". Der AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen will in den kommenden Tagen analysieren, "warum wir die historischen Verluste der CDU nicht auf unsere Mühlen umlenken konnten". Die AfD habe sich aber "stabilisiert auf erklecklichem Niveau", sagte Meuthen t-online.

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Verwendete Quellen
  • Eigene Recherchen der t-online-Reporter
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